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Ein Römer-Kaiser in Niederösterreich: Marc Aurel in Carnuntum

Tobias Schmitzberger von Tobias Schmitzberger
9. April 2025
in Allgemein
Lesezeit: 5 min zum Lesen
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Eine Büste von Marc Aurel. Zeitweise lebte der römische Kaiser in Niederösterreich. Bildquelle: Pixabay

Eine Büste von Marc Aurel. Zeitweise lebte der römische Kaiser in Niederösterreich. Bildquelle: Pixabay

Die Römerstadt Carnuntum ist ein beliebtes Urlaubsziel und weit über die Grenzen von Niederösterreich hinaus bekannt. Die Stadt unweit der Donau lag zwar an der Außengrenze des römischen Reiches, war aber alles andere als ganz weg vom Schuss: Von Zeit zu Zeit beherbergte sie sogar Kaiser. Einer davon war Marc Aurel. Von hier aus plante der römische Herrscher nicht nur Feldzüge und führte sie an, sondern schrieb auch bedeutende philosophische Texte. In diesem Artikel erklären wir, weshalb er für die Region so wichtig ist.

Marc Aurel – ein römischer Kaiser in Niederösterreich

Bis heute ist Marc Aurel in der Region rund um Carnuntum nicht zu übersehen. In der Ortschaft Petronell-Carnuntum gibt es etwa ein gleichnamiges Gasthaus mit Hotel, in Hainburg steht die Marc Aurel-Kaserne und beim Eingang des Museums Carnuntinum begrüßt eine große Büste des Kaisers das Publikum. Und im April 2025 sorgte eine besondere Enteckung für Aufsehen: In Stopfenreuth (Bezirk Gänserndorf) wurden Mauerreste eines römischen Brückenkopfkastells aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. freigelegt, ein bis dahin einzigartiger Fund für Österreich.

Eine römische Donau-Brücke im Bezirk Gänserndorf

Dieses Lager steht vermutlich mit einer Donau-Brücke in Verbindung, die eine zentrale Rolle für Marc Aurel spielte. Die strategisch gelegene Brücke verband das Römische Reich mit der bedeutenden Bernsteinstraße und diente sowohl militärischen als auch wirtschaftlichen Zwecken. Es gilt sogar als wahrscheinlich, dass der römische Kaiser selbst die Donau-Brücke bei Stopfenreuth nutzte. Denn während der Markomannenkriege zwischen 166 und 180 n. Chr. hatte er für drei Jahre sein Hauptquartier in Carnuntum aufgeschlagen. Ein römischer Kaiser in Niederösterreich, und das quasi mit Hauptwohnsitz!
 .
Der römische Herrscher nutzte die Brücke so wohl während der Markomannenkriege, um Truppen für militiärische Operationen über die Donau ins Feindesland im heutigen Marchfeld zu bewegen – eine Szene, die sogar auf der Marc-Aurel-Säule in Rom verewigt ist. Aber was machte er in Niederösterreich – und warum residierte er überhaupt so lange in Carnuntum?

Carnuntum, das „St. Pölten von Oberpannonien“

Carnuntum wurde von den Römern ursprünglich als temporäres Heerlager gegründet. Später entwickelte sich um das Legionslager mit etwa 6.000 Soldaten zusätzlich eine Zivilstadt mit einer Bevölkerung von zirka 50.000 Menschen. Zum Vergleich: Das sind insgesamt fast so viele wie heute in St. Pölten leben (laut Statistik Austria waren das am 1. Jänner 2024 exakt 58.856 Menschen). Folgerichtig war Carnuntum später die Hauptstadt der römischen Provinz Oberpannonien. Dazu trug zusätzlich die Nähe zu wichtigen Handelsrouten bei.
Die Voderansicht des Grabungsmuseums Carnuntinum in Bad Deutsch-Altenburg. Bildquelle: Barnos, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Beim Grabungsmuseum Carnuntinum in Bad Deutsch-Altenburg wird das Publikum von einer Büste Marc Aurels (rechte Säule) begrüßt. Bildquelle: Barnos, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Die Provinz wurde immer wieder das Ziel von Angriffen durch verschiedene Stämme wie der Markomannen. So auch in den Jahren zwischen 166 und 180 n. Chr., als in der Region mehrere heftige Kämpfe und Feldzüge stattfanden. Sie werden heute die „Markomannenkriege“ genannt. Diese waren immerhin so bedeutsam, dass Marc Aurel – mit vollem Namen übrigens Marcus Aurelius – im Jahr 171 n. Chr. persönlich nach Carnuntum reiste und hier sein Hauptquartier aufschlug. Rund drei Jahre blieb der Kaiser in Niederösterreich. Von hier aus führte er Gegenoffensiven gegen die Stämme der Markomannen und Quaden an.

Ein philosophischer Kaiser in Niederösterreich

Neben seinen Feldzügen und Regierungsgeschäften pflegte der römische Kaiser eine weitere Leidenschaft: Das philosophische Schreiben. Er verfasste mehrere Essays und Bücher, die in seinem Werk „Selbstbetrachtungen“ gesammelt sind. Er gilt als wichtiger Vertreter des Stoizismus. Im Kern ging es ihm darum, sein – egal ob leichtes oder schweres – Schicksal stoisch und mit einer gewissen Seelenruhe zu ertragen. So schrieb er Dinge wie: „Die Kunst zu leben hat mit der Fechtkunst mehr Ähnlichkeit als mit der Tanzkunst, insofern man auch auf unvorhergesehene Streiche gerüstet sein muß.“ Das Werk ist für diese philosophische Richtung wichtig – und wohl auch deshalb beschreibt ihn das Römermuseum Carnuntum bis heute als einen der „berühmtesten Carnuntiner“.

 

In Carnuntum war Marc Aurel nicht allein: Mit ihm war wohl auch seine Ehefrau Faustina, die mit ihrem Sohn Commodus und dessen Frau an die Front reiste. Ihr Kammerdiener Hyacintus starb sogar in Niederösterreich, wie auf einer Grabinschrift zu lesen ist. Faustina genoss dabei anscheinend auch ein hohes Ansehen unter den Soldaten und wurde als „mater castrorum“ (Mutter des Lagers) bezeichnet.

Wie Marc Aurel Niederösterreich prägte

Im Jahr 174 n. Chr. verließ der Kaiser Niederösterreich, vermutlich war er bereits gesundheitlich angeschlagen. Ihm war es nach jahrelangen Kämpfen gelungen, seine germanischen Feinde zurückzudrängen – gleichzeitig verfehlte er sein Ziel, neue Länder nördlich der Donau zu erobern und dort römische Provinzen einzurichten. Am Ende seines Lebens finden sich trotzdem noch Spuren des römischen Kaisers in Niederösterreich, wenn auch etwas verwaschene.  Verstorben ist der philosophische Kaiser im Jahr 180 n. Chr. nämlich mutmaßlich an einer Pest, die damals das Imperium heimsuchte. Konkret gibt es dabei Indizen, dass er in Vindobona – also dem heutigen Wien – starb. Andere Quellen weisen aber auf Sirmium/Sremska Mitrovica im heutigen Serbien als Todesort hin.

Trotzdem hat der Kaiser Niederösterreich unbestritten nachhaltig geprägt. Auch in den Jahren nach seinem Tod blieb die Stadt ein wichtiger Stützpunkt und im zweiten Buch seiner „Selbstbetrachtungen“ hat er sogar Carnuntum als Entstehungsort vermerkt. Zudem war er nicht der letzte Kaiser, der sich zumindest zeitweise in Niederösterreich aufgehalten hat. Am 9. April 193 wurde so Septimius Severus in Carnuntum sogar als Kaiser ausgerufen, dem folgte allerdings ein längerer Machtkampf. Außerdem fand 308 n. Chr. eine Kaiserkonferenz in Carnuntum statt, weil sich sechs Männer um die Herrschaft im römischen Imperium stritten und den Konflikt hier beilegen wollten.

Kaiser in Niederösterreich – das hatte also fast schon Tradition im römischen Reich.

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Schlagworte: CarnuntumGeschichteKaiserMarc AurelNiederösterreichRömer
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