Idyllische Weinberge, kulinarische Vielfalt und atemberaubende Landschaften – das alles sind Dinge, für die wir unser Bundesland kennen und lieben. Doch auch viele berühmte Personen hat Niederösterreich hervorgebracht. Von Künstlern und Pionieren der Wissenschaft, über sozialdemokratische Legenden bis hin zu Maestros der Musik: In diesem Artikel stellen wir acht berühmte Niederösterreicher vor.
Unser Bundesland, das fast ein Viertel der Fläche Österreichs ausmacht, steckt voller Überraschungen. Neben innovativen Erfindungen stammen viele berühmte Personen aus Niederösterreich. Künstler wie Egon Schiele haben von Niederösterreich aus die Kunst in aller Welt geprägt. Politiker wie Bruno Kreisky haben bedeutende Reformen für Österreich gebracht. Diese acht berühmten Personen aus NÖ sollte jeder Niederösterreicher und jede Niederösterreicherin kennen!
Acht berühmte Personen aus Niederösterreich
Egon Schiele: Der weltberühmte Maler aus Tulln
Der berühmte Maler Egon Schiele wurde 1890 in Tulln an der Donau geboren und zählt zu den bedeutendsten Vertretern des Expressionismus. Schon früh zeigte sich sein künstlerisches Talent, das ihn an die Akademie der bildenden Künste in Wien führte. Dort brach er mit traditionellen Normen und schuf Werke, die für ihre Ausdrucksstärke und Intensität bekannt sind.
Schiele malte oft Menschen, manchmal in sehr ungewöhnlichen und provokanten Posen. Er beschäftigte sich mit Themen wie dem menschlichen Körper und Sexualität, was zur damaligen Zeit viele Menschen schockierte.

Schieles Werke zeichnen sich durch kräftige Farben und starke Kontraste aus, die die Gefühle seiner Modelle betonen. In seinen Bildern geht es oft nicht nur darum, wie die Menschen aussehen, sondern auch, was sie innerlich erleben. Diese Mischung aus Schönheit und Ausdruck von inneren Konflikten macht seine Kunst so besonders.
Obwohl Schiele nur 28 Jahre alt wurde und an der Spanischen Grippe starb, hinterließ er ein beeindruckendes Werk. Heute gilt er als einer der wichtigsten Maler des 20. Jahrhunderts. Seine Bilder sind in vielen großen Museen weltweit zu sehen.
Bruno Kreisky: Vom Landesvorsitzenden der SPÖ Niederösterreich zum Reform-Bundeskanzler
Bruno Kreisky (1911–1990), geboren in Wien, war nicht nur eine politische Legende Österreichs, sondern hatte als Landesvorsitzender der SPÖ Niederösterreich einen engen Bezug zu unserem Bundesland. Seine Unterstützung für die Menschen in Niederösterreich und sein Engagement für soziale Reformen machten ihn zu einem politischen Symbol weit über die Region hinaus. Während seiner Zeit als Bundeskanzler von 1970 bis 1983 setzte er eine viele wegweisende Reformen um, die das Leben der Bevölkerung nachhaltig verbesserten.
Bereits 1971 wurden gleich zwei bedeutende gesellschaftliche Veränderungen umgesetzt: Der Schwangerschaftsabbruch innerhalb der ersten drei Monate und gleichgeschlechtliche Beziehungen wurden legalisiert. Kinder konnten sich über die Einführung der Schülerfahrt und kostenlose Schulbücher freuen, die 1972 und 1973 umgesetzt wurden. Mit der Einführung der 40-Stunden-Woche im Jahr 1975 und dem Anrecht auf Mindesturlaub im Jahr 1977 setzte Kreisky Meilensteine, die den Arbeitsalltag für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer spürbar verbesserten.
Auch auf internationaler Bühne hinterließ Kreisky Spuren: Während des Kalten Krieges förderte er aktiv die Entspannungspolitik zwischen Ost und West und trug so dazu bei, Österreich als neutralen, aber engagierten Verhandlungspartner zu positionieren. Mit diesen Errungenschaften schuf er ein politisches Erbe, das in Niederösterreich und ganz Österreich bis heute nachwirkt.

Karl Landsteiner: Der Erfinder der Blutgruppen aus Baden
Karl Landsteiner wurde 1868 in Baden bei Wien geboren und revolutionierte die Medizin mit der Entdeckung der Blutgruppen. Nach einem Medizinstudium in Wien spezialisierte er sich auf Pathologie und Immunologie. Eine besonders spannende Kombination, da Pathologie Krankheiten und ihre Entstehung untersucht, während Immunologie das Abwehrsystem des Körpers erforscht.
1901 gelang ihm die bahnbrechende Entdeckung, dass menschliches Blut in verschiedene Gruppen eingeteilt werden kann, was Bluttransfusionen erstmals sicher und zuverlässig machte. Dafür erhielt er 1930 den Nobelpreis für Medizin.
Später arbeitete Landsteiner in den USA, wo er an der Entdeckung des Rhesusfaktors beteiligt war, einer weiteren wichtigen Erkenntnis für Bluttransfusionen. Seine Forschungen retteten Millionen von Leben und legten den Grundstein für moderne medizinische Behandlungen. Landsteiner starb 1943, doch durch seine wichtige Forschung gehört er auch heute zu den berühmten Personen aus Niederösterreich.

Hans Czettel: Die politische Legende aus Niederösterreich
Hans Czettel (1927–1980) war ein österreichischer Politiker und eine prägende Persönlichkeit der Sozialdemokratie. Geboren in Baden bei Wien, begann er seine politische Laufbahn als Gewerkschafter und stieg schnell zu einem der führenden Köpfe der SPÖ Niederösterreich auf. Sein Engagement für soziale Gerechtigkeit und die Stärkung der Arbeitnehmerrechte machten ihn weit über die Parteigrenzen hinaus bekannt.
Czettel war von 1969 bis zu seinem Tod 1980 Landeshauptmannstellvertreter in Niederösterreich und setzte sich besonders für den Ausbau der Infrastruktur und die wirtschaftliche Entwicklung der Region ein. Sein pragmatischer Stil und seine Nähe zu den Menschen verschafften ihm großen Respekt. Er war maßgeblich an der Modernisierung Niederösterreichs beteiligt und gilt als Architekt vieler nachhaltiger Reformen.
Sein Tod im Jahr 1980 hinterließ eine große Lücke in der Politik. Bis heute wird Czettel als eine politische Legende in Niederösterreich verehrt, dessen Einsatz für soziale Gerechtigkeit und Fortschritt unvergessen bleibt.
Joseph Haydn: Der legendäre Komponist aus Rohrau
Joseph Haydn (1732–1809), geboren im niederösterreichischen Rohrau, gilt als einer der größten Komponisten der Musikgeschichte. Er wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf, zeigte jedoch früh musikalisches Talent. Seine Herkunft prägte ihn, und er bewahrte stets einen bodenständigen Charakter, trotz seines späteren internationalen Ruhms. Schon zu Lebzeiten wurde er als musikalisches Genie verehrt und erlangte einen Legendenstatus, der bis heute anhält.
Als Kapellmeister am Hof der Esterházys in Ungarn schuf Haydn viele seiner wichtigsten Werke. Er schrieb über 100 Sinfonien, zahlreiche Streichquartette und Oratorien, darunter „Die Schöpfung“ und „Die Jahreszeiten“. Besonders die „Londoner Sinfonien“ zählen zu seinen Meisterwerken und zeigen Haydns innovative Kraft. Mit seinen Kompositionen legte er die Grundlage für die Musik der Klassik.
Haydns Einfluss auf die Musikgeschichte ist sehr groß. Er war nicht nur Mentor für Ludwig van Beethoven, sondern auch enger Freund und Inspiration für Wolfgang Amadeus Mozart. Sein Werk wird bis heute weltweit geschätzt und aufgeführt, wodurch sein Status als Ikone der Klassik weiterlebt. Die Verbindung zu seiner niederösterreichischen Heimat blieb für Haydn zeitlebens wichtig und ist Teil seines kulturellen Erbes.

Albert Sever: Niederösterreichischer Landeshauptmann der Ersten Republik
Albert Sever (1867–1942) war ein österreichischer Politiker und Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP). Geboren in Wien, engagierte er sich früh für die Rechte der Arbeiter und wurde zu einer wichtigen Stimme der Sozialdemokratie in der Ersten Republik. Gemeinsam mit Franz Schuhmeier entwickelte er das System der Gliederung von Parteien in Sektionen und schufen so die Grundlagen der modernen Parteien.
Sever wurde 1919 zum ersten demokratisch legitimierten Landeshauptmann Niederösterreichs gewählt. In dieser Zeit setzte er wichtige Reformen um, darunter den Ausbau der Sozialpolitik und die Förderung des Wohnbaus. Ein besonderer Verdienst war, dass er es geschiedenen Personen ermöglichte, neue Ehen zu schließen. Seine Verordnung der sogenannten „Sever-Ehen“ führte zur Anerkennung von tausenden Ehen.
Als 1934 die Sozialdemokratie während der Zeit des Austrofaschismus verboten wurde, musste sich die Partei auflösen. Am 13. Februar 1934 wurde Albert Sever Frau Ida Severs bei der Beschießung des Ottakringer Arbeiterheimes ermordet, er selbst wurde verhaftet. Er erlebte nicht mehr das Ende des Austrofaschismus. Bis heute gilt er als Legende der Sozialdemokratie.

Max Reinhardt: Der berühmte Niederösterreicher, der die Salzburger Festspiele mitbegründete
Max Reinhardt (1873–1943), geboren als Maximilian Goldmann in Baden bei Wien, zählt zu den bedeutendsten Theaterregisseuren des 20. Jahrhunderts. Seine Herkunft aus Niederösterreich prägte seine frühe Laufbahn, bevor er über Wien hinaus internationalen Ruhm erlangte. Schon zu Lebzeiten war er bekannt: Wegen seinen modernen Inszenierungen galt er schon früh als Legende. Er war Mitbegründer der Salzburger Festspiele und inszenierte dort legendäre Aufführungen wie „Jedermann“ auf dem Domplatz. Auch heute ist Reinhardts Einfluss auf die Theaterwelt spürbar: Seine Aufführungen sind immer noch wichtiger Bestandteil der Festspiele. Damit zählt er auch heute zu den berühmten Personen aus Niederösterreich.

Alfred Gusenbauer: Der Bundeskanzler aus St. Pölten
Alfred Gusenbauer (*1960) ist ein österreichischer Politiker und war von 2007 bis 2008 Bundeskanzler. Geboren in St. Pölten, begann er seine politische Laufbahn in der Sozialistischen Jugend und stieg zu einem führenden Vertreter der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) auf. Gusenbauer wurde für sein diplomatisches Geschick und seine Bemühungen, soziale Gerechtigkeit und Bildung in den Mittelpunkt der Politik zu rücken, geschätzt.
In seiner Zeit als Bundeskanzler setzte er Impulse für den Ausbau der Bildung und die Förderung der Rolle Österreichs in der EU. Gusenbauer setzte sich immer für mehr soziale Gerechtigkeit ein. Weil er sich auch international, gilt er auch außerhalb von Österreich als gefragter Experten.

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