Die Entscheidung der Marktgemeinde Hadres, heuer keine Ferienbetreuung für Kinder anzubieten, sorgt für Kritik. Gerade für berufstätige Eltern stellt das Angebot während der Sommerferien eine wichtige Unterstützung dar. Nun setzt sich die SPÖ Hadres für eine Lösung ein.
Gemeinde informiert Eltern
Eltern wurden Mitte Februar über die Entscheidung informiert. Aus einem Schreiben der Gemeinde geht hervor, dass die Ferienbetreuung im Jahr 2026 aufgrund eines Haushaltskonsolidierungskonzepts nicht stattfinden soll.
„Aufgrund des Haushaltskonsolidierungskonzepts findet heuer keine Ferienbetreuung statt“,
heißt es in dem Schreiben der Gemeinde knapp.
Schwierige Situation für berufstätige Eltern
Die Entscheidung trifft vor allem Familien, in denen beide Elternteile berufstätig sind. Ferienbetreuung gilt in vielen Gemeinden als wichtige Infrastruktur, um Kinder während der schulfreien Zeit sinnvoll zu beschäftigen und gleichzeitig Eltern zu entlasten.
Ein betroffener Elternteil zeigt sich im Gespräch mit NÖ Aktuell enttäuscht:
„Für berufstätige Eltern ist die Ferienbetreuung eine enorme Hilfe. Wenn das plötzlich wegfällt, stehen viele Familien vor einem echten Problem. Viele wissen jetzt gar nicht, wie sie die Ferien überbrücken sollen.“
Sparkurs trifft Familien: Kritik aus dem Gemeinderat
Kritik aus dem Gemeinderat
Gemeinderätin Bettina Gartler von der SPÖ übt deutliche Kritik an der Entscheidung. Aus ihrer Sicht sei die Ferienbetreuung ein wichtiges Angebot für Familien und dürfe nicht einfach gestrichen werden.
„Es kann nicht sein, dass ausgerechnet bei den Familien gespart wird. Gerade berufstätige Eltern sind darauf angewiesen, dass ihre Kinder auch in den Ferien gut betreut sind“,
betont Gartler.
Sie kritisiert außerdem, dass Gemeinden bei der Finanzierung solcher Angebote oft auf sich allein gestellt seien:
„Viele Gemeinden wollen solche Angebote aufrechterhalten, aber ohne ausreichende Unterstützung durch das Land wird es immer schwieriger. Am Ende sind es die Familien, die die Konsequenzen tragen.“
SPÖ-Gemeinderätin startet Initiative
Um dennoch eine Lösung für die betroffenen Familien zu finden, hat Gartler eine Initiative gestartet. Ihr Vorschlag: Kinder aus Hadres könnten heuer in der Ferienbetreuung der Nachbargemeinde Haugsdorf untergebracht werden.
„Wenn wir es in Hadres heuer nicht selbst organisieren können, müssen wir zumindest dafür sorgen, dass die Kinder in einer Nachbargemeinde betreut werden können. Wichtig ist, dass die Familien nicht allein gelassen werden“, so Gartler.
Diskussion auch um Nachmittagsbetreuung
Die Diskussion um Betreuungsangebote ist in der Gemeinde nicht neu. Bürgermeister Josef Fürnkranz (ÖVP) hatte zuvor auch Überlegungen angestellt, den Elternbeitrag für die schulische Nachmittagsbetreuung aufgrund der finanziell angespannten Situation in der Gemeinde signifikant zu erhöhen oder das Angebot gar abzuschaffen. Nach Kritik aus der Bevölkerung ruderte er jedoch zurück.
Für die kommenden Sommerferien dürfte mit der Betreuung in Haugsdorf eine Lösung gefunden sein. Wie stabil die Betreuungsangebote in der Gemeinde künftig bleiben, sorgt bei einigen Eltern dennoch für Unsicherheit.








