Im Weinviertler Hügelland des Karpatenvorlands erheben sich die Leiser Berge – mehrere kleine, steile Kalkberge nördlich von Wien bei Ernstbrunn. Trotz „nur“ 491 m Gipfelhöhe locken sie mit Wanderwegen, der niedrigsten Berghütte Österreichs und beeindruckenden Ausblicken übers Wiener Becken bis zur Rax – ideal für entspannte Ausflüge fernab des Trubels.
Die niedrigste Berghütte Österreichs: Rast am Buschberg
Die Leiser Berge befinden sich lediglich 36 Kilometer nördlich von Wien und eignen sich deshalb perfekt für Tages- und Familienausflüge. Mehrere Wanderwege, von unterschiedlicher Länge und Schwierigkeit, führen durch die grüne Landschaft. Besonders empfehlenswert ist die Wanderung auf den Gipfel des Buschberges. Mit seinen 491 Höhenmetern ist der Buschberg die höchste Erhebung des Weinviertels und der Leiser Berge. Ideal zur “Erklimmung” dieses kleinen, aber feinen Berges ist der Rundwanderweg „Der Höchste im Weinviertel“.

Innerhalb der 19,55 Kilometer Wegstrecke bekommt man einen Eindruck davon, was die Leiser Berge zu bieten haben: beeindruckende Hügellandschaften, kulturelle Sehenswürdigkeiten und gelegentlich auch die Gesellschaft von Schafen oder Pferden. Am Gipfelkreuz des Buschberges angekommen, eröffnet sich ein weitläufiges Panorama: Das Wiener Becken ist weit sichtbar und wird im Hintergrund vom Schneeberg und der Rax eingerahmt. Nach rund 413 zurückgelegten Höhenmetern bietet die Buschberghütte einen Platz zur Rast und eine wohlverdiente Stärkung. Aufgrund ihrer Lage hält die Buschberghütte einen ungewöhnlichen Rekord: Sie ist die niedrigstgelegene Berghütte des Österreichischen Alpenvereins. Zum Vergleich: Die höchstgelegene Hütte Österreichs, die Erzherzog-Johann-Hütte liegt auf 3.541 Meter im Glocknergebiet.

Ausflugsziele in den Leiser Bergen: Radtouren, Museen und Tierparks
Wem das Wandern zu eintönig ist, kann die Leiser Berge auch auf zwei Rädern erkunden. Insgesamt acht Mountainbike Touren hat der Naturpark zu bieten. Dabei ist zwischen einer kurzen und entspannten Ausfahrt für Genießer, bis zu einer Grenzumrundung der Gemeinde Ernstbrunn alles dabei. Wer einen Abstecher in den Ernstbrunner Wald macht, kann den Spuren einer mittelalterlichen Siedlung nachgehen – auch wenn davon heute nichts mehr direkt sichtbar ist.
Eine Weinradtour verbindet den Genuss des Weinviertels mit der Idylle der Leiser Berge. Das Areal des Naturparks bietet neben Wander- und Fahrradwegen auch zahlreiche kulturelle Ausflugsziele. Zum Beispiel das MAMUZ Schloss: Ausstellungen und Workshops machen hier 40.000 Jahre Menschheitsgeschichte für große und kleine Besucherinnen und Besucher erlebbar. Den Blick in die Vergangenheit richten auch die Heimatmuseen in Niederleis und in Ernstbrunn sowie das Schulmuseum in Michelstetten. Für Tierfreunde lohnt sich ein Abstecher in den Alpakafreizeitpark oder in den Wildpark Ernstbrunn.
Naturpark Leiser Berge: Ein Konzept für eine lebenswerte Region
Die Bezeichnung „Naturpark“ steht nicht nur für eine schöne Landschaft, sondern auch für Verantwortung. Seit 1970 stehen die Leiser Berge unter Naturschutz und wurden später auch Teil des Europaschutzgebietes „Weinviertler Klippenzone„. Deshalb arbeiten alle fünf Gemeinden, die an die Leiser Berge anschließen, eng zusammen, um die Weiterentwicklung und den Schutz des Naturparks zu garantieren. Gemeinsam haben sie sechs Schwerpunkte festgelegt: Schutz, Bildung, Erholung, Regionalentwicklung, Forschung und Klima.

Die Leiser Berge sind also nicht nur ein Ausflugsziel für Naturbegeisterte, sondern auch Heimat für gefährdete Pflanzen- und Tierarten sowie ein Zentrum für die zukunftsweisende Forschung im Bereich Natur- und Artenschutz. In den Leiser Bergen finden beispielsweise Ziesel, stark gefährdete Verwandte der Murmeltiere, einen sicheren Lebensraum. Für den Seeadler, bekannt als Wappentier Österreichs, bietet der Naturpark ebenfalls einen sicheren Brutplatz. Zusätzlich beheimatet der große Eichenwald der Leiser Berge die verschiedensten Käferarten und lockt somit selten gewordene Vogelarten, wie Grauspecht oder Wendehals an.

Die Leiser Berge sind also ein Wohlfühlparadies für Mensch, Tier und Pflanze und ein wahres niederösterreichisches Naturjuwel.
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