Die Preise für Lebensmittel steigen weiter, besonders rund um Ostern zeigt sich die Entwicklung deutlich. Schoko-Osterhasen sind heuer je nach Marke und Größe um bis zu 29 Prozent teurer als im Vorjahr. Verbraucherschützer kritisieren die Preisgestaltung, während Hersteller auf gestiegene Rohstoff- und Produktionskosten verweisen.
25 Euro für 17 Basisprodukte – Lebensmittelpreise auf Rekordniveau
Die Teuerung bei Lebensmitteln hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft und erreicht inzwischen ein Rekordniveau. Laut Arbeiterkammer lag der Preis für einen Lebensmittelwarenkorb mit 17 Basisprodukten für eine kleine Familie im Dezember 2025 bei rund 25 Euro. Insgesamt müssen Haushalte mittlerweile monatlich über 600 Euro für Lebensmittel ausgeben. Selbst einfache Einkäufe mit Brot, Käse und Joghurt überschreiten schnell die Marke von 10 Euro.
29 Prozent Preissteigerung – Schoko-Osterhasen besonders teuer
Besonders sichtbar wird die Teuerung rund um Ostern. Bereits 2025 kosteten Schoko-Osterhasen doppelt so viel wie noch zehn Jahre zuvor. 2015 kostete ein Hase noch 1,50 Euro, 2025 zahlten Kundinnen und Kunden 3 Euro.
Heuer sind die Preise erneut gestiegen. Laut Vergleichen der deutschen Presseagentur DPA in Deutschland wurden Markenprodukte von Lindt, Milka oder Kinder je nach Größe um sieben bis 29 Prozent teurer. Auch in Österreich zeigte sich bereits im Vorjahr eine deutliche Entwicklung mit durchschnittlichen Preissteigerungen von rund 15 Prozent.
Verbraucherschützer kritisieren vor allem die hohen Preise saisonaler Produkte. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) weist darauf hin, dass Osterhasen-Schokolade um bis zu 160 Prozent teurer ist als herkömmliche Tafelschokolade. Die Branche argumentiert hingegen höheren Produktionsaufwand bei Figuren.
Lebensmittelpreise: Deutschland günstiger als Österreich
Ein Vergleich mit dem Nachbarland zeigt weiterhin deutliche Unterschiede. Lebensmittelpreise sind in Deutschland im Schnitt niedriger als in Österreich. Für identische Produkte müssen Konsumentinnen und Konsumenten in Niederösterreich etwa 15 Prozent mehr zahlen.
Diese Differenz verstärkt die Kritik an der Preisgestaltung im heimischen Handel. Als mögliche Maßnahme sehen Verbraucherschützer eine Verschärfung des Kartellrechts. Schätzungen zufolge könnte diese Maßnahme die Preise um bis zu 13 Prozent senken.
Kakao als zentraler Treiber der Schokoladenpreise
Ein wichtiger Treiber für die steigenden Preise ist Kakao. Der Rohstoff hat sich in den vergangenen Jahren massiv verteuert. Lag der Preis 2020 noch bei rund 2.500 Dollar pro Tonne, stieg er 2023 auf etwa 4.000 Dollar und erreichte 2024 mit bis zu 12.000 Dollar einen extremen Spitzenwert.
Die Ursachen dafür sind vielfältig. Schlechte Ernten in Westafrika, Klimaveränderungen, Krankheiten bei Kakaopflanzen sowie eine steigende weltweite Nachfrage führen zu einem knappen Angebot. Zusätzlich belasten Hitze, Dürreperioden und ein veralteter Baumbestand die Produktion.
Zwar sind die Preise seit Mitte 2025 wieder auf etwa 3.000 Dollar gefallen, im Supermarkt macht sich das jedoch kaum bemerkbar. Fachleute sprechen von einer asymmetrischen Preisanpassung, bei der steigende Kosten rasch weitergegeben werden, sinkende Preise hingegen oft nur verzögert oder gar nicht bei den Konsumentinnen und Konsumenten ankommen.
Teure Zutaten lassen Schokoladenpreise steigen
Neben Kakao treiben auch andere Rohstoffe die Preise nach oben. Pistazien sind rund 50 Prozent teurer geworden, Haselnüsse bis zu 70 Prozent und Mandeln etwa 25 Prozent. Dazu kommen höhere Kosten für Verpackung, Personal und Transport.
Auch Energie bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Steigende Strompreise wirken sich direkt auf Produktion, Kühlung und Logistik aus. Im Zuge des Iran-Kriegs stiegen die ohnehin hohen Strompreise um durchschnittlich 15 Prozent an.
Steigende Umsätze trotz sinkender Verkaufszahlen
Auffällig ist, dass die Branche trotz rückläufiger Absatzmengen wirtschaftlich profitiert. Die Schweizer Schokoladenindustrie verkaufte 2025 um 7,9 Prozent weniger Produkte, konnte ihren Umsatz jedoch um 11,8 Prozent auf rund 2,7 Milliarden Euro steigern. Große Hersteller wie Lindt & Sprüngli verzeichneten steigende Gewinne. Der Reingewinn des Unternehmens legte um 8,1 Prozent zu, was vor allem auf Preisanpassungen zurückgeführt wird









