Die SPÖ Niederösterreich wurde am 13. Februar durch Medienberichte auf die False-Flag-Seite „Wir für Sven Hergovich“ aufmerksam. Die Fake-Website suggerierte eine Kandidatur von Landeschef Sven Hergovich gegen Andreas Babler beim Bundesparteitag am 7. März – als gezielte Desinformation zur Erzeugung innerparteilicher Zerstrittenheit. Die Spur führt zu einem ÖVP-Gemeinderat und ist Teil eines komplexen Verschleierungssystems.
Die Website war kurzzeitig unter www.7-3-2026.at erreichbar. Sie agierte unter der Vorspiegelung einer falschen Urheberschaft und deutet auf ein gezieltes False-Flag-Vorgehen hin – also eine Täuschungsstrategie, bei der die wahren Initiatoren ihre Identität verschleiern und fälschlich den Anschein erwecken, die Aktion stamme aus einem anderen politischen Umfeld. Ziel war es offenbar, die Öffentlichkeit in die Irre zu führen und den SPÖ-NÖ-Vorsitzenden Sven Hergovich politisch zu beschädigen.
Demokratiepolitischer Skandal um gefälschte SPÖ-Website
SPÖ-NÖ-Landesgeschäftsführer Wolfgang Zwander spricht von einem demokratiepolitischen Skandal. Er sieht in der Causa einen gezielten Versuch, die Glaubwürdigkeit von Landesparteichef Sven Hergovich und der SPÖ Niederösterreich zu untergraben:
„Was hier passiert ist, überschreitet eine rote Linie der politischen Auseinandersetzung. Eine gezielt konstruierte Fake-Homepage, die eine Kandidatur von Sven Hergovich für den SPÖ-Bundesparteivorsitz vortäuschen sollte, ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein demokratiepolitischer Skandal“.

Er stellte klar, dass die betreffende Homepage ohne Wissen, Zustimmung oder Kontakt zu Sven Hergovich oder der SPÖ Niederösterreich erstellt worden sei. Dennoch sei gezielt der Eindruck einer echten Kandidatur vermittelt worden. Das habe erheblichen Schaden angerichtet – etwa durch angeheizte innerparteiliche Spannungen und die Notwendigkeit, dass der Bundesgeschäftsführer im Fernsehen Stellung beziehen musste.
Professionell orchestrierte Desinformationskampagne gegen SPÖ-NÖ
Eingeleitete Recherchen durch einen Rechtsanwalt zeigen nun, welcher Aufwand hinter der Konstruktion steckte. „Gefälschter Name, gefälschte Adresse, falsche Telefonnummer, ein anonymer Hosting-Anbieter und die E-Mail-Adresse ‚DarkMysterium‘ – hier wurden systematisch mehrere Ebenen der Verschleierung aufgebaut. Das ist keine Lausbubenaktion, sondern eine bewusst angelegte False-Flag-Konstruktion und professionell organisierte digitale Desinformation“, so Zwander.
Spur führt zu ÖVP NÖ-Gemeinderat
Mittlerweile stehe laut Zwander fest, dass ein ÖVP NÖ-Gemeinderat aus dem westlichen Umland von Wien die Registrierung der Website eingeräumt habe. „Er hat gegenüber unserem Anwalt gestanden, die Seite technisch umgesetzt zu haben. Gleichzeitig behauptet er, im Auftrag eines Dritten gehandelt zu haben, dessen Namen er nicht nennen darf. Damit stellt sich die zentrale Frage: Wer hat das beauftragt? Wer wusste davon? Und wer trägt politische Verantwortung?“
SPÖ Niederösterreich fordert Aufklärung durch Landeshauptfrau Mikl-Leitner
Die SPÖ Niederösterreich fordert daher eine vollständige und transparente Aufklärung durch die ÖVP Niederösterreich und Landesparteiobfrau Johanna Mikl-Leitner.
„Frau Mikl-Leitner ist nicht nur Landeshauptfrau, sondern auch Parteichefin. Wir erwarten eine klare Antwort darauf, wer diese Aktion beauftragt hat, wer involviert war und welche Konsequenzen gezogen werden. Wenn ganz Europa von der notwendigen Bekämpfung digitaler Desinformation spricht, kann nicht die ÖVP NÖ im eigenen Umfeld eine solche Desinformationskampagne dulden“, so Zwander.
Für die SPÖ-NÖ sei außerdem klar, dass rechtliche Schritte folgen: „Wir werden gegen den betreffenden Gemeinderat zivil- und strafrechtliche Schritte einleiten und alle Möglichkeiten ausschöpfen, um auch den mutmaßlichen Auftraggeber auszuforschen. Diese DarkMysterium-Methoden schaden nicht nur einer Partei, sondern untergraben das Vertrauen in demokratische Prozesse insgesamt.“
Weitere Details zu möglichen Verantwortlichen sind derzeit nicht bestätigt.
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