Die Arbeitslosigkeit in Niederösterreich ist im Dezember 2025 weiter gestiegen: 64.450 Personen waren zum Jahresende auf Jobsuche oder in einer Schulung. Laut aktuellen AMS-Daten geht die Zahl der offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahr weiter zurück. Besonders deutlich fallen die Zuwächse im Gesundheits- und Sozialwesen, in der Warenherstellung und im Handel aus.
Freie Arbeitsstellen um fast 20 Prozent eingebrochen
Ende Dezember waren fast 55.000 Menschen beim AMS Niederösterreich arbeitslos vorgemerkt – ein Plus von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Inklusive Schulungsteilnehmern befinden sich mit Ende Oktober 64.650 Personen in Niederösterreich auf Jobsuche oder besuchen eine Schulung. Gegenüber dem Vergleichswert aus dem Vorjahr ist das ein Plus von 4,4 Prozent. Bei Frauen und älteren Erwerbsfähigen fällt der Anstieg stärker aus, als bei anderen Gruppen. Gleichzeitig ist die Zahl der gemeldeten offenen Stellen um fast 20 Prozent eingebrochen.

SPÖ-Hergovich: “Schwarz-Blau lässt Arbeitslose im Stich”
Die aktuellen Zahlen des Arbeitsmarktservice zeigen eine klare Verschlechterung der Lage am niederösterreichischen Arbeitsmarkt. Aktuell liegt die Arbeitslosenquote in Niederösterreich bei 7,9 Prozent und damit 0,3 Prozentpunkte über dem Wert im Vorjahr. Für SPÖ-NÖ-Vorsitzenden Sven Hergovich ist das ein deutliches Alarmsignal:
„Wenn mehr Menschen arbeitslos werden, dann ist das kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger politischer Untätigkeit. Besonders alarmierend sei der Anstieg bei Langzeitbeschäftigungslosen, bei Menschen über 50 sowie bei Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Gerade jene, die ohnehin schlechtere Chancen am Arbeitsmarkt haben, werden von dieser Landesregierung im Regen stehen gelassen. Erfolgreiche Projekte wie die Jobgarantie Marienthal wurden ersatzlos eingestellt.“

Starker Anstieg der Arbeitslosigkeit im Gesundheits- und Sozialwesen
Die Zahl der arbeitslosen Personen in Niederösterreich hat sowohl bei Frauen (+6,3 Prozent) als auch bei Männern (+2,1 Prozent) zugenommen. Betrachtet man die Altersstruktur, zeigt sich ein Anstieg der Arbeitslosigkeit sowohl bei den über 50-Jährigen (+5,9 Prozent) als auch bei Personen im Haupterwerbsalter (+3,4 Prozent). Bei Jugendlichen im Alter bis 24 Jahre ist hingegen ein leichter Rückgang von -0,8 Prozent zu beobachten.
Einen überproportional starken Anstieg der Arbeitslosigkeit gibt es aktuell im Gesundheits- und Sozialwesen (+10,9 Prozent), in der Warenherstellung (+7,8 Prozent) und im Handel (+5,2 Prozent). In der Beherbergung/Gastronomie (+1,5 Prozent) und den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (v.a. Arbeitskräfteüberlassung und Gebäudebetreuung) (+1,5 Prozent) steigt die Arbeitslosigkeit weniger stark als im Durchschnitt. Die Arbeitslosigkeit im Bauwesen verzeichnet ein leichtes Minus von 1,2 Prozent.
Aktuell sind in Niederösterreich 10.217 freie Stellen beim AMS gemeldet – um 19,9 Prozent weniger als im Dezember des Vorjahres. Am Lehrstellenmarkt zeigt sich mit insgesamt 811 offenen Lehrstellen ein Rückgang um 27,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
SPÖ-NÖ fordert sofortiges Konjunkturpaket für Niederösterreich
„Während andere Bundesländer gezielt in Qualifizierung, Beschäftigungsprogramme und aktive Arbeitsmarktpolitik investieren, herrscht in Niederösterreich Stillstand. Schwarz-Blau verwaltet den Arbeitsmarkt, statt ihn zu gestalten”, analysiert SPÖ-Landeschef Hergovich. Es fehle an Programmen für Weiterbildung, für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und für junge Menschen, die den Einstieg nicht schaffen. “Unsere Forderungen nach einem Konjunkturpaket werden ignoriert“, betont Hergovich.
Er fordert ein sofortiges Konjunkturpaket für Niederösterreich, gezielte Beschäftigungsinitiativen für Langzeitarbeitslose und ältere Personen sowie eine aktive Unterstützung von Betrieben bei Ausbildung und Umschulung: „Arbeit ist mehr als eine Zahl in der Statistik. Es geht um Sicherheit, Würde und Perspektiven für zehntausende Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher und deren Familien. Diese Verantwortung nimmt Schwarz-Blau derzeit nicht wahr“, so Hergovich abschließend.








