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Home Allgemein

EVN investiert hunderte Millionen in Nordmazedonien – Tarife in NÖ bleiben teuer

NÖ Aktuell Redaktion von NÖ Aktuell Redaktion
19. Februar 2026
in Allgemein, Wirtschaft
Lesezeit: 3 min zum Lesen
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Verwaltungsgebäude der EVN in Maria Enzersdorf Südstadt.

Die Zentrale der EVN in Maria Enzersdorf. Foto: Bwag / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

Der niederösterreichische Landesenergieversorger EVN plant in den kommenden Jahren Investitionen in Milliardenhöhe – vor allem in Südosteuropa. In Nordmazedonien läuft das Geschäft erfolgreich, die Gewinne sind hoch. In Niederösterreich sind die Haushalte hingegen weiterhin durch hohe Energie- und Netzpreise belastet. Kritikerinnen und Kritiker fordern die EVN deshalb auf, die im Ausland erzielten Gewinne stärker zur Entlastung der heimischen Haushalte in Niederösterreich zu nutzen.

Milliardeninvestitionen und internationale Beteiligungen

Bis 2030 will die EVN insgesamt rund 5,5 Milliarden Euro investieren. Ab 2026 soll jährlich rund eine Milliarde Euro in Netze, erneuerbare Energie, Fernwärme und Infrastruktur fließen. Dadurch erhöht sich der Schuldenstand des Energieanbieters deutlich. Laut Unternehmensangaben verdoppelt sich der Verschuldungsgrad bis 2030 auf rund 34 Prozent. 

Ein Teil der umfangreichen Investitionsstrategie betrifft explizit Projekte außerhalb Österreichs. Rund 15 Prozent des geplanten Investitionsbudgets ist für Südosteuropa vorgesehen. In der Region ist das Unternehmen bereits seit rund zwei Jahrzehnten aktiv, unter anderem in Bulgarien und Nordmazedonien. Und diese Investments bringen der EVN derzeit hohe Erträge ein. Auch die Gewinne, die das Unternehmen durch Wasserkraft – konkret aus Dividenden durch die Beteiligung am staatlichen Stromkonzern Verbund – erzielt, sorgen dafür, dass die EVN ihren Gewinn seit dem Geschäftsjahr 2022/23 massiv steigern konnte. Das Unternehmen erwirtschaftete satte 1,5 Milliarden Euro Gewinn. Die Haushalte in Niederösterreich spüren davon kaum etwas. Denn beim Anstieg der Energiekosten und Netzentgelte liegt das flächenmäßig größte Bundesland im Spitzenfeld.

Auslandsinvestitionen im Fokus

Weil die hohen Energiepreise für viele Haushalte und Betriebe in Niederösterreich eine zentrale Belastung bleiben, forderten Kontroll-Landesrat Sven Hergovich und SPÖ-Energiesprecher Alois Schroll bei einer Pressekonferenz eine raschere Weitergabe gesunkener Preise, eine faire Gestaltung der Netzkosten und eine stärkere Entlastung der Bevölkerung durch öffentliche Energieunternehmen ein.

Sie rückten insbesondere die Geschäftspolitik der EVN in den Fokus und plädieren für eine stärkere Verwendung der Gewinne zur Entlastung der Bevölkerung. 

„Wenn internationale Beteiligungen hohe Gewinne abwerfen, dann müssen diese auch dazu beitragen, dass Energie hier im Land leistbarer wird. Eigentümer der EVN sind die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher – und sie haben Anspruch auf faire Preise“, so Hergovich.

Da sich die EVN mehrheitlich im öffentlichen Besitz befindet, wird argumentiert, dass die Bevölkerung Anspruch auf eine faire Preisgestaltung habe. Die klare Forderung lautet daher, die Unternehmensgewinne für Preisstabilisierung und Entlastungsmaßnahmen einzusetzen, statt sie in Expansion oder Renditeorientierung zu lenken.

Finanzielle Entlastung bleibt trotz sinkender Großhandelspreise aus

Die Kritik an der EVN entfacht sich auch daran, dass die Großhandelspreise für Energie bereits deutlich gesunken sind. Denn laut Hergovich und Schroll komme diese Entwicklung bei vielen Haushalten zu langsam an. Jede Verzögerung bei Preissenkungen verursache zusätzliche Kosten in Millionenhöhe, wie der „Teuerungszähler“ zuletzt sichtbar machte. Das Online-Tool berechnet und visualisiert konkret die Mehrkosten, die sich durch die Verschiebung der Energiekostensenkung auf April ergeben.

„Jede Sekunde, in der günstigere Preise nicht weitergegeben werden, bedeutet Mehrkosten für die Haushalte. Zeitverzögerung ist kein technisches Detail – sie ist eine finanzielle Belastung für tausende Familien“, so Hergovich.

Energiepreispolitik wird zur Standortfrage

Hergovich und Schroll betonen auch die wirtschaftliche Dimension des Themas. Hohe Energiepreise belasten Betriebe, bremsen Investitionen und gefährden Arbeitsplätze. Leistbare Energie sei daher ein zentraler Standortfaktor für Industrie und Wirtschaft.

Sinkende Energiepreise könnten hingegen zur Stärkung der Kaufkraft beitragen, die Inflation dämpfen und neue Investitionen ermöglichen. Damit würden sie nicht nur Haushalte entlasten, sondern auch wirtschaftliche Stabilität fördern.

SPÖ-Energiesprecher Alois Schroll verweist auf Maßnahmen der Bundesregierung: „Wir haben in elf Monaten mehr gegen hohe Energiepreise unternommen als die Vorgängerregierung in fünf Jahren. Wir haben Abgaben gesenkt, einen Sozialtarif auf den Weg gebracht und eine klare Regel eingeführt: Wenn die Großhandelspreise sinken, müssen auch die Energieversorger nachziehen.“

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Schlagworte: EnergieEVNEVN NiederösterreichHergovichMazedonien
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Kommentare 1

  1. Siegfried Hödl says:
    8 Monaten her

    Dann investieren wohl nicht die EVN in Nordmazedonien sondern ihre Stromkunden……….

    Antworten

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