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Home Politik

„Zu wenig, zu spät“: EVN senkt Strompreise erst ab April 2026

NÖ Aktuell Redaktion von NÖ Aktuell Redaktion
28. Januar 2026
in Politik
Lesezeit: 4 min zum Lesen
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Ein Strommast auf einem Feld als Symbol für die Stromversorgung in Niederösterreich.

Nach dem Verbund sollen auch bei der EVN in Niederösterreich ab April 2026 niedrigere Strompreise gelten. Bild: snake v/unsplash. https://unsplash.com/de/fotos/ein-feld-mit-stromleitungen-in-der-ferne-uJBiXzzXx40

Nach wachsender Kritik kündigt die EVN, Niederösterreichs größter Landesenergieversorger, mit 1. April einen neuen flexiblen Stromtarif an: Haushaltskunden im Netzgebiet der Netz NÖ GmbH sollen künftig einen Netto-Arbeitspreis von rund zehn Cent pro Kilowattstunde zahlen. Das Unternehmen bestreitet, dass politischer Druck und Kritik an den hohen Preisen den Ausschlag gaben. Stattdessen beruft es sich auf neue gesetzliche Vorgaben seit Jahresbeginn. Für die Opposition kommt dieser Schritt zu spät und greift zu kurz: denn die Heizperiode läuft weiter und viele Haushalte bleiben bis April 2026 an teure Tarife gebunden.

“Sonnenfenster” von April bis September – diese Veränderungen bringt der neue Tarif

Eine zentrale Neuerung ist das „Sonnenfenster“: In den Sommermonaten erhalten Haushalte zwischen 10 und 16 Uhr einen zusätzlichen Rabatt auf den sommerlichen Netz-Arbeitspreis. Dieses Sonnenfenster gilt allerdings ausschließlich im Zeitraum von April bis September.

Der neue Tarif richtet sich an Bestands- und Neukunden. Er beinhaltet einen Umstiegs- bzw. Neuabschlussbonus, der in den offiziellen Ankündigungen der EVN allerdings nicht explizit beziffert wird. Es handelt sich um einen nicht-monetären Rabatt oder Bonus im Tarifkontext.

Laut Angaben der EVN ergibt sich für einen Durchschnittshaushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch im Vergleich zum bisher geltenden Tarif eine Ersparnis von rund 190 Euro pro Jahr – viel zu wenig in den Augen der Kritikerinnen und Kritiker.

Preisminderung ab April 2026: EVN folgt Verbund

Hintergrund der jüngsten politischen Debatte ist ein zuvor angekündigter neuer Stromtarif des Verbund, der ab März 2026 gelten soll und unter zehn Cent pro Kilowattstunde liegen wird. Bund und Verbund, der mehrheitlich im Staatsbesitz ist, haben diesen Schritt nach einer Regierungsklausur von ÖVP, SPÖ und NEOS verkündet. Durch diese Maßnahme soll der Wettbewerb am Strommarkt gestärkt werden.

SPÖ-Hergovich: “Entlastung muss sofort bei den Menschen ankommen!”

Kontroll-Landesrat und SPÖ-Landesparteivorsitzender Sven Hergovich sowie Klubobmann Hannes Weninger machten im Rahmen einer Pressekonferenz zum Energieschwerpunkt im „NÖ-Plan“ deutlich, dass die EVN-Senkung ohne monatelangen massiven politischen Druck der SPÖ NÖ nicht erfolgt wäre.

„Energiepreise sind einer der stärksten Treiber der Teuerung. Wer heute über Leistbarkeit spricht, kommt an der Energiepolitik nicht vorbei“, betont Hergovich. Niederösterreich sei aufgrund seiner Größe, der Siedlungsstruktur und des hohen Energie- und Gasverbrauchs besonders betroffen. „Gerade deshalb braucht es eine aktive Rolle des Landes. Die EVN gehört mehrheitlich dem Land Niederösterreich – und genau daraus ergibt sich eine besondere Verantwortung. Ziel muss leistbare Energie sein, nicht maximale Gewinne“, so Hergovich

Zwar begrüßt Hergovich grundsätzlich den neuen Tarif, kritisiert aber den späten Zeitpunkt: „Dass Entlastung erst ab April gilt, ist schwer nachvollziehbar – mitten im Winter wäre sie am dringendsten. Wer Entlastung ernst meint, handelt sofort.“ Die SPÖ fordert daher eine sofortige Tarifsenkung bereits ab Februar, insbesondere für Haushalte, die mit Strom heizen.

Auch Klubobmann Weninger übt deutliche Kritik an der bisherigen Energiepolitik der schwarz-blauen Landesregierung: „Während viele Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher ihre Stromrechnung kaum mehr stemmen können, erzielt die EVN Gewinne weit über dem Vorkrisenniveau. Gleichzeitig fließen hohe Dividenden an das Unternehmen – das ist politisch nicht zu rechtfertigen.“

„NÖ-Plan“ als Gegenentwurf zu schwarz-blauer Energiepolitik

Besonders kritisch sieht Weninger auch die Entwicklung bei den Führungskosten: „Statt konsequent Preise zu senken, leistet sich die EVN einen immer teureren Vorstand mit zusätzlichen Posten und steigenden Gehältern. Das sendet ein völlig falsches Signal an die Menschen, die jeden Euro zweimal umdrehen müssen.“

Hergovich und Weninger verweisen auf den NÖ-Plan als Gegenentwurf zur aktuellen Energiepolitik der schwarz-blauen Landeskoalition in Niederösterreich. „Energie ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Das heißt: Die Interessen der Menschen müssen Vorrang haben – vor Dividenden und Boni“, betont Weninger.

Energieversorger zum Gemeinwohl verpflichtet

Eine zentrale Forderung des NÖ-Plans war die Verpflichtung von Energieversorgern zum Gemeinwohl. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) hat sie bundesweit umgesetzt und ein neues Stromgesetz erlassen: Die günstige Stromversorgung ist nun gesetzlich als klares Unternehmensziel festgelegt. Damit fällt die bisherige Ausrede der Unternehmen weg, sie dürften wegen des Aktienrechts Aktionäre nicht benachteiligen.

Der NÖ-Plan sieht weitere Maßnahmen vor: 

  • EVN-Gewinne an die Bevölkerung zurückgeben
  • Gründung von Energiegemeinschaften wie in der niederösterreichischen Gemeinde Trumau
  • Eigene Energiespeicher-Infrastruktur für NÖ

Abschließend hält Hergovich fest: „Der NÖ-Plan sorgt für volle Energie zu leistbaren Preisen. Wir wollen faire Netzkosten, mehr Transparenz und eine konsequente Nutzung der Übergewinne im Sinne der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher – durch Preisreduktionen, Gutschriften und Rückvergütungen. Energiepolitik ist Sozialpolitik – und genau so handeln wir.“

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Schlagworte: Energiepreise NiederösterreichEnergiepreise NÖEVNHannes WeningerNÖ PlanSonnenfenster Tarif EVNStrompreise NÖStrompreissenkung EVNSven HergovichZukunftsprogramm NÖ
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