Die Niederösterreichische Landesgesundheitsagentur (LGA) schreibt aktuell einen dritten Vorstandsposten aus. Nach dem Rücktritt von Personalvorstand Gerhard Dafert im Juli hieß es noch, eine Nachbesetzung sei nicht vorgesehen. Die SPÖ kritisiert den Schritt als falsche Prioritätensetzung, zumal ab April 2027 elf Notarztstützpunkte in Niederösterreich wegfallen sollen.
Neues Vorstandsmitglied soll Gesundheitsreform mitgestalten
Die LGA, die zu 100 Prozent dem Land Niederösterreich gehört, betreibt die öffentlichen Kliniken sowie die regionalen Pflege- und Betreuungszentren. Künftig sollen wieder drei Personen an ihrer Spitze stehen. Die Position wurde am 10. Oktober ausgeschrieben, die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 10. November 2026.
Laut LGA soll das neue Vorstandsmitglied gemeinsam mit der bestehenden Führung die medizinische und pflegerische Versorgung weiterentwickeln. Als weitere Aufgaben nennt die Landesgesundheitsagentur außerdem wirtschaftliche und organisatorische Angelegenheiten sowie die Umsetzung des Gesundheitsplans 2040+.
LGA-Kehrtwende: Dritter Vorstand soll nun doch kommen
Hintergrund der Ausschreibung ist der Rücktritt von Personalvorstand Gerhard Dafert, der die Landesgesundheitsagentur im Juli 2026 aus gesundheitlichen Gründen verlassen hatte. Dafert war erst im März 2025 in den Vorstand eingetreten und unter anderem für Personalangelegenheiten sowie rechtliche Fragen zuständig gewesen.
Nach seinem Rücktritt übernahmen Elisabeth Bräutigam und Bernhard Kadlec die Aufgaben des ausgeschiedenen Vorstands. Bräutigam war 2023 in den Vorstand eingezogen, schon damals gab es Kritik an den Kosten der Vorstandsspitze. SPÖ-Landeschef Sven Hergovich sprach von „neuen sündteuren Luxus-Vorständen“ und nannte laut eigenen Informationen ein Gehalt von 340.000 Euro. Nach Daferts Ausscheiden war eine unmittelbare Nachbesetzung ausdrücklich nicht vorgesehen Die Landesgesundheitsagentur sollte vorerst mit nur zwei Vorstandsmitgliedern weitergeführt werden.
Nur rund drei Monate später sucht die LGA nun doch wieder einen dritten Vorstand. Begründet wird die Entscheidung mit den bevorstehenden Herausforderungen durch den Gesundheitsplan 2040+. Warum dafür erneut ein zusätzlicher Vorstand benötigt wird, nachdem die Aufgaben zuletzt auf zwei Personen aufgeteilt worden waren, bleibt allerdings offen.
Kliniken bündeln, Stützpunkte reduzieren: Der Gesundheitsplan 2040+
Mit dem Gesundheitsplan 2040+ steht die Landesgesundheitsagentur vor umfangreichen Veränderungen. Der Plan sieht vor, medizinische Leistungen stärker auf spezialisierte Kliniken zu verteilen und die Zusammenarbeit zwischen den Krankenhäusern auszubauen. Umgebaut wird auch die Notfallversorgung. Statt 32 Notarztstützpunkten soll es ab April 2027 nur noch 21 geben, elf Standorte werden auf Rettungswagen mit Notfallsanitätern umgestellt. Laut Gesundheitspakt sollen Strukturen erst verändert werden, wenn gleichwertiger Ersatz bereitsteht. Strittig ist, ob diese Bedingung bis April 2027 erfüllt ist: Teile des Ersatzes, etwa die Acute Community Nurses, sollen erst 2028 im Regelbetrieb sein ÖVP und FPÖ halten am Zeitplan fest. Die LGA ist selbst an der Umsetzung der Reform beteiligt: Sie betreibt laut 15 der 32 Standorte und soll das neue krankenhausbasierte Notarztsystem mittragen.
Die LGA begründet die Ausschreibung mit der Umsetzung des Gesundheitsplans 2040+. Aufsichtsratsvorsitzende Susanne Höllinger sagte gegenüber der „Kronen Zeitung“, die anstehenden Veränderungen erforderten eine starke Führung. Welche Aufgaben konkret einen dritten Vorstand nötig machen und warum zwei Vorstände sie nicht übernehmen können, wird weder in der Ausschreibung noch in Höllingers Aussage erläutert.Welche konkreten Aufgaben jedoch einen dritten Vorstand notwendig machen und warum die bisherigen zwei Vorstandsmitglieder diese nicht weiterhin übernehmen können, bleibt offen. Auch die Höhe der zusätzlichen PersonalkosteUmgebaut wird auch die Notfallversorgung. Statt 32 Notarztstützpunkten soll es ab April 2027 nur noch 21 geben, elf Standorte werden auf Rettungswagen mit Notfallsanitätern umgestellt. Laut Gesundheitspakt sollen Strukturen erst verändert werden, wenn gleichwertiger Ersatz bereitsteht. Strittig ist, ob diese Bedingung bis April 2027 erfüllt ist: Teile des Ersatzes, etwa die Acute Community Nurses, sollen erst 2028 im Regelbetrieb seinn ist bislang nicht bekannt.
340.000 Euro Jahresgage: SPÖ kritisiert Kosten für dritten Vorstand
Kritik an der LGA-Entscheidung kommt erneut von der SPÖ Niederösterreich. Gesundheitssprecher Rainer Spenger fordert, finanzielle Mittel vorrangig in die Gesundheitsversorgung zu investieren. Er verweist dabei auf frühere Angaben zu jährlichen Vorstandsgagen von rund 340.000 Euro.
Spenger fordert stattdessen mehr Mittel für Personal, Kliniken und die flächendeckende Akutversorgung. Zudem spricht er sich gegen die Schließung von Notarztstützpunkten aus, solange kein gleichwertiger Ersatz vorhanden ist.
Wer den dritten Vorstandsposten übernehmen wird, ist offen. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 10. November 2026.
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