Bis Anfang November bietet sich noch einmal die Gelegenheit, einige der schönsten Bahnfahrten in Niederösterreich vor der Winterpause zu erleben. Ob kleine ehemalige Arbeitsfahrzeuge, eine hundert Jahre alte elektrische Schmalspurbahn, historische Diesel- und Dampfzüge, seltene Stahlbrücken oder eine Zahnradbahn bis weit über die Baumgrenze, jede der fünf Fahrten hat ihren ganz eigenen Reiz.
Zayataler Schienentaxi: Mit dem „Postkastl“ durchs Weinviertel
Beim Zayataler Schienentaxi gehört schon das Fahrzeug selbst zum Erlebnis. Die kleinen nostalgischen Motorbahnwagen, die Fahrgäste auf einer ehemaligen ÖBB-Bahnstrecke von Mistelbach über Asparn an der Zaya zur Draisinenalm bringt, waren ursprünglich für Arbeiten auf der Bahn gedacht. Heute werden sie für gemütliche Ausflugsfahrten durchs Weinviertel genutzt. Besonders bekannt sind die „Postkastl“, die ihren Spitznamen ihrer kantigen Form verdanken. Durch ihre kompakte Größe fühlt man sich überraschend nah am Geschehen. Und wenn bei passendem Wetter der offene Sommerwagen mitfährt, zieht die Landschaft fast direkt am Sitzplatz vorbei.
Die letzte reguläre Fahrt mit dem Zayataler Schienentaxi findet am Nationalfeiertag, am 26. Oktober 2026, statt.
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Die Höllentalbahn in Payerbach: Hundert Jahre elektrisch durchs Höllental
Elektrisch durch das Höllental ging es hier schon vor hundert Jahren. Als 1926 der reguläre Personenverkehr begann, setzte die Bahn bereits auf elektrische Triebwagen, also Fahrgastwagen mit eigenem Antrieb. Heute führt die historische Schmalspurbahn noch von Payerbach über Reichenau bis nach Hirschwang und schlängelt sich dabei in engen Kurven durch das Tal. Gerade bei der Fahrt mit den historischen Fahrzeugen wird gut spürbar, wie ungewöhnlich modern die Bahn damals schon gewesen sein muss.
Auch die letzte reguläre Fahrt mit der Höllentalbahn findet am Nationalfeiertag statt.
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Waldviertelbahn in Gmünd: Mit der Schmalspurbahn durch den Waldviertler Semmering
Bei der Waldviertelbahn gleicht kaum eine Fahrt der anderen. Je nach Termin geht es mit einem goldenen Dieseltriebwagen, einem historischen Dieselzug oder sogar mit einer Dampflok durch das Waldviertel. Von Gmünd führen die schmalen Gleise entweder Richtung Litschau in den Norden oder über Weitra nach Groß Gerungs in den Süden. Auf der Nordstrecke wechseln sich Wälder und Fischteiche ab und auf der Südstrecke fährt man durch mehrere Tunnel und über den besonders kurvenreichen Waldviertler Semmering.
Die letzte reguläre Fahrt mit der Waldviertelbahn findet ebenfalls am Nationalfeiertag statt.
Ötscherland-Express in Gaming: Eine gemächliche Reise in die Berge
Zu den Höhepunkten einer gemütlichen Fahrt mit dem Ötscherland-Express zählen zwei hohe Stahlbrücken über tiefe Gräben. Mit ihrer offenen Bauweise erinnern sie an alte Bahnstrecken aus Nordamerika und sind in Österreich eine echte Seltenheit. Die Zuggarnitur fährt von Kienberg-Gaming hinauf nach Pfaffenschlag. Das gemächliche Tempo passt gut zur Bergstrecke und lässt unterwegs viel Zeit, die Brücken und die umliegende Landschaft in Ruhe zu genießen.
Die letzte reguläre Fahrt mit dem Ötscherland-Express findet am 31. Oktober 2026 statt.
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Schneebergbahn in Puchberg: Mit der Zahnradbahn über die Baumgrenze
Kaum eine Bahnfahrt in Niederösterreich führt so direkt vom Tal in die Berge wie die Schneebergbahn. Die historische Zahnradstrecke verläuft von Puchberg bis zum Bergbahnhof Hochschneeberg und überwindet dabei so viel Höhe, dass die Fahrt schließlich weit über der Baumgrenze endet. Möglich macht das die Zahnradtechnik, bei der ein Zahnrad unter dem Zug in eine Zahnstange zwischen den Schienen greift und so auch besonders steile Abschnitte sicher bewältigt werden können. Während der Fahrt verändert sich die Landschaft Schritt für Schritt, bis man oben in alle Richtungen auf die Hochgebirgslandschaft rund um den Schneeberg blickt.
Letzte reguläre Fahrt vor der Winterpause findet am 1. November 2026 statt.
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