Niederösterreich zählt zu den Bundesländern mit den meisten Wechseln bei Strom- und Gasanbietern. Laut Daten der Energieregulierungsbehörde E-Control wechselten 2025 mehr als 90.000 Kundinnen und Kunden im Bundesland ihren Anbieter. Damit liegt Niederösterreich im Österreich-Vergleich erneut an der Spitze.
Niederösterreichische Haushalte wechseln mehr als 4-mal so häufig wie in Tirol
Konkret suchten im Vorjahr 72.213 Kundinnen und Kunden in Niederösterreich nach einem neuen Stromanbieter, insgesamt 21.015 Personen wechselten den Gasanbieter. Das entspricht Wechselraten von 8,3 Prozent bei Strom und 8,1 Prozent bei Gas. Damit wechseln Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher weiterhin deutlich häufiger als in vielen anderen Bundesländern. Zum Vergleich: In der Steiermark, die den zweiten Platz belegt, wechselten 6,5 Prozent der Kundinnen und Kunden den Stromanbieter. Tirol liegt bei nur rund 2 Prozent Wechselrate.
Warum Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher besonders häufig wechseln
Dass Haushalte in Niederösterreich so oft den Anbieter wechseln, hat mehrere Gründe. Bereits 2023 führte eine Welle von Vertragskündigungen dazu, dass viele Haushalte neue Anbieter suchten oder Tarife verglichen. Doch auch in den Jahren zuvor lagen die Wechselquoten in Niederösterreich deutlich über dem Österreich-Schnitt. Laut E-Control sind das zum Teil noch Folgen der starken Marktbewegungen während der Energiekrise. Auffällig ist außerdem ein Ost-West-Unterschied: In Ostösterreich wird häufiger gewechselt, in Westösterreich bleiben Kundinnen und Kunden tendenziell länger bei ihrem Anbieter.
Niederösterreich im oberen Drittel der Stromkosten
Zudem liegt Niederösterreich im österreichweiten Vergleich im oberen Drittel der Stromkosten, nur Kärnten und die Steiermark sind teurer. Das kann ein weiterer Grund für die hohe Wechselbereitschaft sein. Ist Energie teuer, prüfen viele Haushalte alternative Anbieter, um Kosten zu sparen. Gerade in Zeiten hoher Inflation und steigender Lebenshaltungskosten gewinnt das für viele Kundinnen und Kunden zusätzlich an Bedeutung.

Kritik aus der Landespolitik
Kritik kommt unterdessen aus der Landespolitik. Kontroll-Landesrat Sven Hergovich fordert schnellere Entlastungen für Haushalte. Er sieht die hohe Zahl an Anbieterwechseln als Zeichen dafür, dass viele Menschen auf zu hohe Energiepreise reagieren müssen. Wenn zehntausende Haushalte ihren Anbieter wechseln, zeigt das, „dass die Preise zu hoch waren und viele Menschen sich selbst helfen mussten“, so Hergovich in einer aktuellen Presseaussendung. Übergewinne aus dieser Zeit müssten deshalb an die Kundinnen und Kunden zurückgegeben werden. Außerdem reiche es nicht aus, Preissenkungen erst nach der Heizsaison umzusetzen. „Die Entlastung muss sofort bei den Menschen ankommen“, so Hergovich.
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