Die Stadtgemeinde Ternitz verfolgt seit Jahren eine konsequente Energie- und Klimaschutzpolitik. Mit dem Klimaneutralitätsfahrplan setzt sich die Gemeinde im Bezirk Neunkirchen ein ambitioniertes Ziel: Klimaneutralität bis 2040. Wir zeigen, mit welchen konkreten Maßnahmen in Sachen Energie, Mobilität oder Infrastruktur dieser Plan verwirklicht werden soll.
Von Klimabündnis bis e5-Programm: Ternitz ist „Energie.Vorbild.Gemeinde“
Bereits seit 1991 setzt sich die Stadt im Klimabündnis, einem internationalen Netzwerk an Gemeinden, für nachhaltige Entwicklung und die Reduktion von Treibhausgasen ein. Seit 2010/11 ist Ternitz außerdem Teil der Klima- und Energiemodellregion Schwarzatal (KEM), in der Gemeinden gemeinsam Projekte zu erneuerbarer Energie, nachhaltiger Mobilität und Bewusstseinsbildung umsetzen. Auch im österreichischen Qualitäts- und Zertifizierungsprogramm „e5“ schneidet Ternitz sehr gut ab: Die energieeffiziente Gemeinde erhält vier von fünf möglichen „e“. Das entspricht einem Umsetzungsgrad von ca. 60-75% der Klimaschutz- und Energieeffizienzmaßnahmen aus dem e5-Katalog.
Für diese Bemühungen wurde Ternitz innerhalb der LEADER-Region Niederösterreich-Süd als „Energie.Vorbild.Gemeinde“ ausgezeichnet. Der Titel gilt als Anerkennung für langfristige Strategien und konkrete Umsetzungen im Energiebereich.
Klimaneutralitätsfahrplan – 42 Maßnahmen in den nächsten 14 Jahren
Mit dem Projekt „Ternitz 2040 – Ternitz mit Klimaneutralitätsfahrplan nachhaltig gestalten“ verfolgt die Gemeinde außerdem das ambitionierte Ziel, bis zum Jahr 2040 klimaneutral zu werden. Das bedeutet, Treibhausgas-Emissionen deutlich zu reduzieren und verbleibende Emissionen auszugleichen.
Im Rahmen der Smart-Cities-Initiative des Klima- und Energiefonds erarbeiteten Expertinnen und Experten sowie regionale Partner von Dezember 2024 bis November 2025 konkrete Maßnahmen und Strategien – den Klimaneutralitätsfahrplan. Der Fokus liegt dabei auf wirksamen, langfristigen Lösungen. Von Finanzierungsmöglichkeiten und Förderinstrumenten bis hin zur Anpassung von Verwaltungsstrukturen sowie Impulse zur Bewusstseinsbildung sollen 42 Maßnahmen in den nächsten 14 Jahren umgesetzt werden. Damit wird deutlich, dass der Klimaneutralitätsfahrplan nicht als fernes Zukunftsprojekt verstanden wird, sondern konkrete Auswirkungen auf den Alltag und den Lebensraum der Menschen in Ternitz hat.
“Es geht nicht erst um die Zukunft. Es geht bereits um die Gegenwart; um unseren Lebensraum, um die Lebensqualität der heute lebenden Menschen”, verdeutlicht Bürgermeister Christian Samwald im Gespräch mit NÖ Aktuell.
“Cool Spots”, Fußwege und Energiegemeinschaft: Konkrete Maßnahmen in Bereichen Energie, Mobilität und Infrastruktur
Energie: Ein Schwerpunkt der Energiepolitik in Ternitz liegt auf dem Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere der Photovoltaik. Zentral ist das Projekt EEG-Schwarztal Mitte. In der erneuerbaren Energiegemeinschaft schließen sich Bürgerinnen und Bürger zusammen, um regional erneuerbaren Strom zu produzieren, zu speichern und zu verbrauchen. Seit 1. Jänner wurde zusätzlich das städtische Umspannwerk Schoeller an Wasserkraft angeschlossen.
Mobilität: Eine Geh- und Radzeitkarte soll senioren- und familienfreundliche bzw. barrierefreie Fußwege aufzeigen und verdeutlichen, wie gut einige Wege in der Stadt zu Fuß erreichbar sind. Priorität liegt dabei auf zentralen Stellen wie Ärzt*innen, Einkaufsmöglichkeiten oder Bürgerservicestelle.
Klimawandelanpassung: In Zusammenarbeit mit der HTL Mödling entwickelte die Stadt einen Entsiegelungskataster. Dabei handelt es sich um ein digitales Erfassungs- und Planungstool, das versiegelte Flächen (Asphalt, Beton) identifiziert, die potenziell wieder entsiegelt werden können. Diese Flächen können dann wieder als Grünflächen, Versickerungsflächen oder Parks genutzt werden. Eine Karte mit Ampelsystem erfasst sämtliche Entsiegelungsmaßnahmen der Gemeinde .
Infrastruktur: Siedlungszentren sollen durch soziale, kulturelle und wirtschaftliche Angebote wiederbelebt werden. So soll etwa das Projekt „kooperative Ternitz“ die Dreiersiedlung in Pottschach hin zu klimafitter Infrastruktur modernisieren. Außerdem sollen sogenannte „Cool Spots“ für Abkühlung an heißen Tagen sorgen. Der erste Spot ist an der Schwarza, einem Nebenfluss der Piesting. Der Bereich soll den Bürgerinnen und Bürgern in Ternitz zugänglich gemacht werden. . Gemeinsam mit „Natur im Garten“ entwickelt die Stadt weitere Konzepte, um die Gemeinde wiederzubeleben.
Auszeichnung ist Anerkennung und Auftrag zugleich
Mit dem Klimaneutralitätsfahrplan setzt Ternitz auf einen klar strukturierten Weg in Richtung klimaneutrale Zukunft. Die Auszeichnung als Energie.Vorbild.Gemeinde bestätigt die bisherige Arbeit der Stadt. Gleichzeitig ist sie Ansporn, den eingeschlagenen Kurs konsequent weiterzuverfolgen und Klimaschutz langfristig mit Lebensqualität und regionaler Entwicklung zu verbinden. Der eingeschlagene Weg zeigt, dass Ternitz den Klimaschutz als langfristige Verantwortung versteht, die weit über einzelne Projekte hinausgeht.
“Es geht darum, wie wir unsere Umwelt, unsere Lebensumstände gestalten wollen und darum, wie verantwortungsvoll wir mit dieser Welt umgehen wollen, die wir unseren nachfolgenden Generationen übergeben werden”, zieht Christian Samwald Bilanz.
Liebe Leserinnen, liebe Leser!
Wenn Sie relevante Informationen zum Artikel beitragen können, schicken Sie uns doch eine Mail!








