Das Renaturierungsprojekt Erlabach in St. Valentin verbindet natürlichen Hochwasserschutz und Biodiversität. Die im November 2024 gestarteten Bauarbeiten zur ökologischen Aufwertung des Bachgebiets sind abgeschlossen. Die erfolgreiche Renaturierung ist nur der erste Teil eines umfassenden Hochwasserschutzprojekts.
850 Meter Bachabschnitt neu gestaltet
Auf einer Länge von rund 850 Metern wurde der Erlabach im niederösterreichischen Mostviertel wieder ökologisch aufgewertet und in ein neues Gerinne umgelegt. Dafür wurde ein Teil des bestehenden Bachbetts aufgeweitet: Die Böschungen wurden vielfältiger und natürlicher gestaltet. Eine entscheidende Etappe war die Umlegung eines gesamten Abschnitts in ein neu angelegtes Bachbett. Dadurch erhält das Gewässer wieder einen natürlicheren Verlauf, der ökologische Vorteile bringt.

Renaturierung des Erlabachs
Durch den Einbau von Strukturelementen aus Totholz und Steinen konnten jene Bäume und Wurzelstöcke wiederverwendet werden, die zuvor im Zuge der Bauarbeiten gerodet wurden. Diese Elemente verändern den Wasserfluss: Sie schaffen unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten und Wassertiefen im Bach und fördern so einen vielfältigen Lebensraum für Fische und andere Gewässerlebewesen, der Einstands- und Versteckmöglichkeiten bietet.
Neues Naturgebiet auf 140.000 Quadratmetern
Mit Abschluss des Gesamtprojekts entstand ein rund 140.000 Quadratmeter großes Naturgebiet direkt neben den Ortsteilen Langenhart und St. Valentin. Begleitend zur Neugestaltung des Bachlaufs wurden zahlreiche Bäume, Sträucher und Schilfpflanzen gesetzt. Dadurch entwickeln sich abwechslungsreiche Uferbereiche, die den ökologischen Wert des Gewässers steigern und das Landschaftsbild nachhaltig bereichern. Von diesem neuen Naherholungsraum profitieren nicht nur Tiere und Pflanzen, sondern auch die örtliche Infrastruktur. Im Zuge der Renaturierungsmaßnahmen legte man das umliegende Gelände tiefer an, sodass es bei starken Niederschlägen als Rückhaltefläche dienen und das Wasser speichern kann.
Bereits das Hochwasser im März 2025 bestätigte die Wirksamkeit dieser Maßnahme: Das Wasser breitete sich kontrolliert aus und wurde zurückgehalten, bevor es bebaute Bereiche erreichen konnte.

Renaturierung Teil 1 des Hochwasserschutzprojekts
Die Arbeiten am Erlabach wurden laut der Gemeinde St. Valentin im April 2025 abgeschlossen. Weitere Begrünungsmaßnahmen seien aber noch möglich. Die Renaturierung stellt den ersten Teil eines umfassenden Hochwasserschutzprojekts dar. Der zweite Teil des Projekts besteht aus einem kleineren Absetzbecken und einem großen Rückhaltebecken. Die Umsetzung des ersten Projekts wurde von Bund und Land mit 98 Prozent gefördert. Die Fertigstellungskosten beliefen sich bei etwa 1.500.000 Euro. Für die Umsetzung des zweiten Projekts arbeitet die Gemeinde im niederösterreichischen Mostviertel aktuell an einer Finanzierungsstrategie.

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