In 115 niederösterreichischen Gemeinden gibt es kein eigenes Lebensmittelgeschäft. Rund 136.000 Menschen sind davon betroffen, dass es keinen Nahversorger gibt. Das zeigt eine neue Studie der KMU Forschung Austria. Besonders häufig fehlt ein Nahversorger in kleinen Gemeinden.
Vor allem kleine Gemeinden ohne Nahversorger
Rund 136.000 Menschen in Niederösterreich leben in einer Gemeinde ohne eigenes Lebensmittelgeschäft. Das geht aus der aktuellen Nahversorgerstudie 2026 der KMU Forschung Austria hervor. Die Untersuchung wurde im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich erstellt und wertet Daten aus den Jahren 2021 bis 2024 aus.
Besonders häufig fehlen Lebensmittelgeschäfte in kleinen Gemeinden. Österreichweit hatten 2024 rund 72 Prozent der Gemeinden mit weniger als 500 Einwohnern keinen eigenen Nahversorger. Bei Gemeinden mit mehr als 5.000 Einwohnern war dagegen überall mindestens ein Lebensmittelgeschäft vorhanden.
Allerdings bedeutet ein fehlender Nahversorger innerhalb der Gemeindegrenzen nicht automatisch, dass die nächste Einkaufsmöglichkeit weit entfernt ist. So kann etwa ein Supermarkt in einer Nachbargemeinde liegen. Aber gerade für ältere Menschen und Personen ohne Auto kann ein fehlendes Lebensmittelgeschäft im eigenen Ort den Alltag erschweren.
Mehr Geschäfte in dicht besiedelten Regionen
Österreichweit ist die Zahl der Standorte im Lebensmittelhandel zwischen 2021 und 2024 um 3,6 Prozent gestiegen. Allerdings verlief die Entwicklung regional unterschiedlich. Während in dicht besiedelten Gebieten fast 14 Prozent mehr Standorte entstanden, ging ihre Zahl in dünn besiedelten Regionen um rund drei Prozent zurück.
Insgesamt lebten 2024 österreichweit rund 423.000 Menschen in Gemeinden ohne eigenen Lebensmittel-Nahversorger.
Burgenländischer Handel fordert neue Modelle für die Nahversorgung
Den höchsten Anteil unter allen Bundesländern hat das Burgenland: 48 der 171 Gemeinden, also rund 28 Prozent, hatten 2024 keinen eigenen Nahversorger. Das entspricht rund 28 Prozent und ist der höchste Anteil unter allen Bundesländern.
Um die Versorgung insbesondere in kleineren Orten zu verbessern, fordert der burgenländische Lebensmittelhandel die Wiedereinführung einer Nahversorgerförderung. Damit sollen unter anderem bestehende Geschäfte, Betriebsübernahmen und Personalkosten unterstützt werden. Daneben werden alternative Modelle vorgeschlagen. Dazu zählen kleine Dorfläden, die Lebensmittelverkauf mit einer Postpartnerschaft oder einer Trafik verbinden. Auch Geschäfte mit einer Mischung aus bedienten Öffnungszeiten und Selbstbedienung sowie mobile Verkaufsangebote sind im Gespräch.
Ob und in welcher Form diese Vorschläge umgesetzt werden, ist derzeit offen. Ziel ist es, auch in kleineren Gemeinden Einkaufsmöglichkeiten zu erhalten, in denen ein Supermarkt wirtschaftlich nur schwer betrieben werden kann.
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