Während Haushalte in Niederösterreich mit hohen Stromrechnungen durch die Heizsaison kommen müssen, verschiebt die EVN trotz Rekordgewinnen eine spürbare Entlastung auf April 2026. Gleichzeitig klettern die Ausgaben für die Führungsspitze des Landesenergieversorgers auf einen neuen Höchststand: Drei Vorstandsdirektoren erhalten zusammen 1,9 Millionen Euro pro Jahr.
Dritte Vorstandsdirektorin: EVN schafft neuen Vorstandsposten
Der Vorstand des niederösterreichischen Energieversorgers EVN wird vom Aufsichtsrat bestellt, der aus insgesamt 15 Mitgliedern besteht. Der EVN-Vorstand wird von einem 15-köpfigen Aufsichtsrat bestellt. Aufgrund der Mehrheitsbeteiligung des Landes Niederösterreich hat die schwarz-blaue Landesregierung dort großen Einfluss.
Im Jahr 2024 gab es zwei personelle Veränderungen im Vorstand der EVN: Ein Mitglied trat in den Ruhestand. Außerdem genehmigten ÖVP und FPÖ der EVN einen zusätzlichen, dritten Vorstandsposten, obwohl der Landesenergieversorger mit Stefan Szyszkowitz und Stefan Stallinger bereits zwei Vorstandsdirektoren beschäftigte.
Trotz kritischer Stimmen wurde Alexandra Wittmann im September 2024 als CFO als drittes Vorstandsmitglied der EVN AG bestellt. Diese Entscheidung brachte dem Unternehmen viel Kritik ein – und hat seither auch erhebliche finanzielle Folgen: Die Gesamtvergütung des EVN-Vorstands stieg auf ein Rekordhoch an.
Drei EVN-Vorstände erhalten 1,9 Millionen Euro pro Jahr
Die EVN hat als Landesenergieversorger den gesetzlichen Auftrag, die Stromversorgungssicherheit in Niederösterreich zu gewährleisten. Die konkrete Preisgestaltung liegt allerdings in ihrer eigenen Verantwortung. Seit 2022 stiegen die Tarife und Netzentgelte deutlich an. Gleichzeitig erreichten auch die Vorstandsvergütungen Rekordhöhen: Der neue dritte Posten von Alexandra Wittmann ist mit rund 500.000 Euro jährlich dotiert, Stefan Stallinger erhält rund 580.000 Euro jährlich. Spitzenverdiener ist Stefan Szyszkowitz rund 780.000 Euro jährlich. Somit beliefen sich die Gesamtkosten für alle drei Vorstände 2025 auf 1,9 Millionen Euro.
Zum Vergleich: Zwei Jahre zuvor lagen die Gesamtkosten ohne dritten Vorstandsposten bei etwa 1,5 Millionen Euro. Das entspricht einer Steigerung von rund 26 Prozent. Die SPÖ Niederösterreich forderte bereits 2023 eine Halbierung der EVN-Vorstandsgehälter. In Zeiten der Teuerung habe ein weiterer EVN-Vorstandsposten keine Berechtigung, übte SPÖ-NÖ Kontroll-Landesrat Sven Hergovich Kritik.

Energie AG Oberösterreich-Vorstand deutlich günstiger
Da die EVN ein börsennotiertes Unternehmen ist, ist sie gesetzlich dazu verpflichtet, die Vergütungen ihrer Vorstandsmitglieder transparent offenzulegen. Ein Vergleich mit anderen Landesenergieversorgern macht die Dimension der EVN-Vergütungen deutlich: Die Energie AG Oberösterreich entlohnt ihren Vorstand mit knapp 300.000 Euro jährlich.
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