Eine repräsentative Umfrage unter 462 Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern zeigt deutlich, welche Themen die Menschen im Land besonders belasten. Neben steigenden Lebenshaltungskosten sorgen vor allem hohe Energiepreise und fehlende Kinderbetreuungsangebote für Unmut. Aus der Erhebung geht hervor, dass die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher von der schwarz-blauen Landesregierung verstärktes politisches Handeln in zentralen Alltagsbereichen einfordern.
Wachsende Unzufriedenheit mit steigenden Kosten und politischer Situation
Mitte Februar hat NÖ Aktuell eine Umfrage unter 462 Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern in Auftrag gegeben und sich quer durchs Land umgehört: Unter anderem gingen wir der Frage nach, was die Menschen in Niederösterreich derzeit am meisten belastet und welche Themen sie besonders beschäftigen. Die Befragten beurteilten die Situation mehrheitlich kritisch:
Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, deutlich steigende Preise zu spüren – ohne spürbare Entlastung. Für 52 Prozent der Bevölkerung fehlt es der schwarz-blauen Landesregierung in Niederösterreich an Verständnis für die alltäglichen Herausforderungen der Menschen. 41 Prozent sind zudem deutlich resigniert und gehen davon aus, dass sich an den größten Problemen nichts ändert.
Konkret dominieren vor allem wirtschaftliche Themen. Besonders häufig genannt werden steigende Energiepreise, aber auch Gesundheit, Wohnen, Pflege oder Migration, in denen sich viele Befragte unzufrieden zeigen.

Milliardengewinne trotz steigender Kosten: 72 Prozent lehnen aktuelle Energiepreise ab
Besonders häufig genannt sind die hohen Gewinne der Energieunternehmen, während viele Haushalte gleichzeitig sparen müssen. 72% der Befragten stören sich an den Milliardenverdiensten der Energiekonzerne, während die Kosten für die Bevölkerung weiter steigen. Für zusätzliche Kritik sorgt dabei auch der landeseigene Energieversorger EVN. Das Unternehmen verzeichnete seit dem Geschäftsjahr 2022/23 rund 1,5 Milliarden Euro Gewinn.

Zu wenige Kindergartenplätze: Betreuung wird zum Alltagsproblem
Neben der Energiefrage bringt die Umfrage eine weitere zentrale Herausforderung im Alltag vieler Familien ans Licht: das Fehlen ausreichender Kinderbetreuungsangebote. Laut Umfrage werden fehlende Betreuungseinrichtungen für 16 Prozent der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher zum Problem, besonders für Menschen im Alter von 30 bis 44 Jahren.
Die aktuelle Versorgung zeigt, dass es in Niederösterreich noch deutlichen Ausbaubedarf gibt. Im Jahr 2025 steht pro 1.000 Einwohner nur ein einziger Kindergartenplatz zur Verfügung. Für Kinder unter zwei Jahren ist das Angebot besonders eingeschränkt: Nur in jeder zweiten Gemeinde gibt es entsprechende Tagesbetreuungseinrichtungen. Zusätzlich arbeiten im gesamten Bundesland derzeit nur 318 aktive Tagesmütter und -väter.
Die Arbeiterkammer Niederösterreich fordert deshalb einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem ersten Geburtstag des Kindes. Auch die SPÖ NÖ setzt sich für kostenlose Kindergärten nach Wiener Vorbild ein.

Die Ergebnisse der Umfrage zeichnen somit ein klares Stimmungsbild im Land. Viele Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher fordern von der schwarz-blauen Landeskoalition stärkere politische Maßnahmen ein, vor allem bei der Energiepreispolitik und beim Ausbau der Kinderbetreuung.
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