Zwei Jahre lang war die Zukunft der HNO-Abteilung im Landesklinikum Mistelbach ungewiss. Nun steht fest: Die Station bleibt erhalten und soll sogar zusätzliche Mittel erhalten. Stimmen aus der Politik betonen, dass die Sicherung der Station nur durch persönlichen Einsatz und Beharrlichkeit erreicht werden konnte. Auch die Bevölkerung zeigt sich erleichtert.
Das Hickhack um das Klinikum Mistelbach begann vor mehr als zwei Jahren: Im Frühjahr 2024 wurde bekannt, dass sechs der zwölf angestellten Ärztinnen und Ärzte der HNO-Station im Landesklinikum Mistelbach die Abteilung verlassen werden. Mit einer Halbierung des Fachpersonals geriet die HNO-Station an ihre Grenzen. Schnell machten Gerüchte über eine mögliche Schließung die Runde. Als Hauptgrund für die Abgänge galten Wechsel in den niedergelassenen Bereich, insbesondere in Gruppenpraxen.
Kurz nach dem Abgang der Hälfte der Ärzteschaft folgte eine weitere Hiobsbotschaft. Das Klinikum gab bekannt, dass das medizinische Angebot der HNO-Abteilung ab Mai 2024 auf das einer Tagesambulanz reduziert werden soll. Kleine operative Eingriffe, etwa eine Mandelentfernung, hätten dann nicht mehr vor Ort stattgefunden, sondern nach Krems verlegt werden müssen. Das wiederum sorgte für Frust bei den Betroffenen, vor allem bei Patientinnen und Patienten aus dem ländlichen Raum, die die Gesundheitsversorgung in ihrer Region gefährdet sahen: Ein eingeschränkter Betrieb in Mistelbach hätte lange Anfahrtswege für Patientinnen und Patienten zur Folge, die auf umliegende Krankenhäuser ausweichen müssten.
Petition: Nein zum Kahlschlag im Spital
Noch im Frühjahr 2024 startete die SPÖ NÖ deshalb eine Petition mit dem Titel „Nein zum Kahlschlag im Spital – HNO-Station in Mistelbach erhalten“ und setzte sich damit für den Erhalt der Abteilung ein. Als Argument wurde die regionale Bedeutung der Station betont: Für viele Menschen im Weinviertel, darunter Familien mit Kindern, ältere Personen und jene mit akuten Beschwerden, sind kurze Wege zur medizinischen Versorgung besonders wichtig.
HNO-Station in Mistelbach gesichert
Nun hat sich das Blatt gewendet. Die geplante Schwächung des Landesklinikums Mistelbach ist vom Tisch, HNO-Abteilung erhält nun sogar zusätzliche Mittel. Kontroll-Landesrat und SPÖ-NÖ-Landesparteivorsitzender Sven Hergovich erklärte bei einer Pressekonferenz: „Nun zeigt sich: Beharrlichkeit zahlt sich aus. Die HNO-Versorgung in Mistelbach bleibt nicht nur erhalten, sie wird sogar wieder gestärkt. Das ist ein Erfolg für die Region und für alle, die sich nicht mit dem ersten politischen Beschluss abgefunden haben.“
Auch Nationalrätin Melanie Erasim (SPÖ), SPÖ-Bezirksvorsitzende in Mistelbach, zeigte sich erleichtert und hob ebenfalls die breite Unterstützung der Bevölkerung hervor: „Mit unserer Petition haben tausende Menschen deutlich gemacht: Das Weinviertel braucht eine starke Gesundheitsversorgung vor Ort. Dieses Signal konnte nicht ignoriert werden. Ich freue mich für die Patientinnen und Patienten, für die Beschäftigten im Klinikum und für alle, die sich gemeinsam für diesen Standort eingesetzt haben.“

Landesklinikum Mistelbach sichert breites medizinisches Angebot im Weinviertel
Nun ist die Landesregierung gefordert, die angekündigten Maßnahmen zügig umzusetzen. Erasim mahnt dabei mehr Verlässlichkeit in der Gesundheitspolitik ein: „Gesundheit ist kein Experimentierfeld. Die Menschen erwarten Planungssicherheit und eine Politik, die zuerst an die Versorgung denkt und nicht an Tabellen oder Organisationspläne. Unser Ziel bleibt klar: ein starkes Landesklinikum Mistelbach mit einem breiten medizinischen Angebot für die Menschen im Weinviertel.“
Hergovichs abschließende Worte: „Die Lehre aus Mistelbach lautet: Wer vorschnell abbaut, riskiert Versorgungslücken. Wer beharrlich für die Menschen kämpft, kann Versorgung sichern.“
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