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Home Regionales

Anruf-Sammeltaxi im Bezirk Korneuburg stellt Ende Juni den Betrieb ein

Lisa Fischer von Lisa Fischer
15. Juni 2026
in Regionales
Lesezeit: 3 min zum Lesen
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0
Junge Frau, die betrübt aus dem Fenster eines öffentlichen Verkehrsmittels schaut.

Im Bezrik Korneuburg droht das Aus der beliebten Anruf-Sammeltaxis. Bild: https://unsplash.com/de/fotos/nachdenkliches-madchen-das-durch-das-fenster-schaut-wahrend-es-in-offentlichen-verkehrsmitteln-sitzt-_NL0ZN4UROY

Das Anruf-Sammeltaxi „Bezirk Korneuburg mobil“ wird Ende Juni eingestellt und hinterlässt eine Lücke im regionalen Mobilitätsangebot. Eigentlich sollte das Übergangsprojekt direkt von seinem Nachfolger „Weinviertel West“ abgelöst werden, doch das Vergabeverfahren verzögert sich: Ein unterlegener Bieter klagt, ein neuer Starttermin ist nicht in Sicht. Nun drohen monatelange Ausfälle im öffentlichen Nahverkehr. Die SPÖ ortet schwere Versäumnisse des zuständigen Verkehrslandesrats Udo Landbauer (FPÖ) und setzt sich für eine lückenlose Fortführung des Projekts ein.

Das Anruf-Sammeltaxi „Bezirk Korneuburg Mobil” wurde von der Niederösterreichischen Verkehrsorganisationsgesellschaft (NÖVOG) organisiert. Das Unternehmen des Landes Niederösterreich plante das Sammeltaxi als zeitlich begrenzte Übergangslösung des Projekts „IST Mobil Korneuburg“, das bereits im Juni 2024 aufgrund finanzieller Probleme Insolvenz anmelden musste. Insgesamt 13 Gemeinden haben sich „Bezirk Korneuburg Mobil“ angeschlossen und ein dichtes Netz aus 671 Sammelhaltestellen aufgebaut.

Anruf-Sammeltaxi steht vor dem Aus: Betrieb für Gemeinden zu teuer

Das Land Niederösterreich fördert die Anruf-Sammeltaxis mit 36 % der laufenden Kosten, die restlichen 64 % müssen die Gemeinden selbst tragen. Die 13 beteiligten Gemeinden haben nun jedoch beschlossen, die Finanzierung von „Bezirk Korneuburg Mobil“ mit 30. Juni einzustellen. Dafür gibt es zwei zentrale Gründe: Die finanzielle Last für die Gemeinden sei untragbar geworden, und der Starttermin des Nachfolgeprojekts „Weinviertel West“ sei zu ungewiss. Obwohl das Land Niederösterreich eine Förderung bis Ende 2026 zugesagt hatte, sei eine Fortführung ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung derzeit nicht möglich.

„Weinviertel West” verspätet sich weiter

Das permanente Nachfolgeprojekt „Weinviertel West“ sollte ursprünglich 2025 starten – doch Verkehrslandesrat Udo Landbauer (FPÖ) konnte den Zeitplan nicht einhalten. Weil das Vergabeverfahren schleppend verlief und ein unterlegener Bieter Einspruch erhob, kann das Projekt nicht wie geplant mit dem 30. Juni starten. Wann der Betrieb aufgenommen wird, ist derzeit völlig unklar.

SPÖ NÖ warnt vor Lücke im öffentlichen Verkehr

Mit dem abrupten Ende von “Bezirk Korneuburg Mobil” droht nun eine Lücke im öffentlichen Nahverkehr. Betroffen sind vor allem Pendler und Pendlerinnen, Schüler und Schülerinnen sowie ältere Menschen, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind. Der SPÖ-Bezirksvorsitzende und Bundesrat Martin Peterl fordert deshalb eine lückenlose Fortführung des Anruf-Sammeltaxis: 

„Wer den öffentlichen Verkehr stärken will, darf die Menschen nicht einfach im Regen stehen lassen. Das Anruf-Sammeltaxi ‚Bezirk Korneuburg mobil‘ hat sich in den vergangenen Monaten als wichtige Ergänzung zu Bus und Bahn bewährt. Deshalb muss sichergestellt werden, dass dieses Angebot bis zum Start des Nachfolgeprojekts ohne Unterbrechung weitergeführt wird“

Auch der geschäftsführende Gemeinderat aus Bisamberg (Bezirk Korneuburg), Martin Kernreiter (SPÖ), findet klare Worte: „Die Menschen in unserem Bezirk können nichts dafür, wenn FPÖ-Verkehrslandesrat Landbauer in dilettantischer Art und Weise Ausschreibungen versemmelt. Sie erwarten sich zu Recht, dass ihre tägliche Mobilität verlässlich funktioniert.“

SPÖ, ÖVP und Grüne fordern nahtlosen Übergang

Wie die SPÖ fordern auch die ÖVP und die Grünen eine Weiterführung der Anruf-Sammeltaxis in Korneuburg. SPÖ, ÖVP und Grüne sind sich einig: Der Stopp von „Bezirk Korneuburg Mobil“ wäre für die betroffenen Gemeinden nicht hinnehmbar. Wer kein Auto hat, kommt mit dem Sammeltaxi eigenständig zu Bus und Bahn. Fällt diese Verbindung weg, verlieren vor allem ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen ihre Mobilität.

Gemeinden fordern finanzielle Hilfe

Aktuell laufen deshalb Gespräche über mögliche Alternativen zum Projekt „Bezirk Korneuburg Mobil“. Als Optionen werden ehrenamtliche Fahrdienste wie das Ernsti-Mobil in Ernstbrunn oder das E-Mobil in Langenzersdorf genannt. Für die Stadt Korneuburg wird außerdem ein Fahrtkostenzuschuss für mobilitätseingeschränkte Personen diskutiert. Fest steht: Für die Weiterführung des bestehenden Projekts sind finanzielle Unterstützungsleistungen für die Gemeinden entscheidend.

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Schlagworte: Anruf-Sammeltaxi KorneuburgBezirk Korneuburg MobilMartin PeterlMobilität NiederösterreichÖffentliche VerkehrsmittelWeinviertel West
Lisa Fischer

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