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Home Politik

Gesundheitsversorgung für alle: Schwechats Bürgermeisterin Karin Baier im Interview

NeueZeit Redaktion von NeueZeit Redaktion
14. März 2025
in Politik
Lesezeit: 3 min zum Lesen
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Foto von Bürgermeisterin Karin Baier

Bürgermeisterin Karin Baier (SPÖ) setzt sich in Schwechat für eine bessere Gesundheitsversorgung und die Förderung von Frauen in der Politik ein. Foto: SPÖ Niederösterreich. (https://schwechat.spoe.at/team/buergermeisterin)


Schwechat zeigt, wie moderne Gesundheitsversorgung in Gemeinden funktionieren kann. Mit einem Primärversorgungszentrum und neuen Kassenverträgen sichert Bürgermeisterin Karin Baier die medizinische Grundversorgung – und gewinnt damit das Vertrauen der Bevölkerung. Warum Österreich mehr Frauen in der Kommunalpolitik braucht, lesen Sie im Interview mit Karin Baier.

Das Interview mit Bürgermeisterin Karin Baier erschien ursprünglich bei NeueZeit.at und wurde von uns wiederveröffentlicht. 

Wie Schwechat zum Vorbild in der medizinischen Grundversorgung wurde

Karin Baier, Bürgermeisterin von Schwechat, ist eine pragmatische Problemlöserin. Sie ist weit entfernt von einer klassischen Politikerin, die in trockenen Zahlen und rein politischer Rhetorik spricht. Stattdessen setzt sich die ehemalige Buchhändlerin mit konkreten Anliegen der Menschen vor Ort auseinander. Ein besonderes Anliegen ist Baier die Gesundheitsversorgung in Niederösterreich. Denn in vielen Gemeinden fehlt es an Fachärzten, was besonders für Frauen und Kinder ein großes Problem darstellt. Im Interview sagt Karin Baier:

„Es kann nicht sein, dass Menschen für den Arztbesuch zahlen müssen! (…) Für meine Generation war es selbstverständlich, einen Kassengynäkologen zu haben. Heute können sich viele Frauen die 150 Euro für einen Privatarzt nicht leisten – das müssen wir ändern!“

Von der Buchhändlerin zur Bürgermeisterin: Karin Baiers Weg an die Spitze

Baiers Erfolge sprechen für sich: Sie hat 2019 ein Primärversorgungszentrum in Schwechat realisiert, das nun ein umfassendes medizinisches Angebot bietet. „500 Quadratmeter, eine Vielzahl von Fachärzten und Sozialarbeitern sowie Apotheker im Wochenenddienst – das ist für eine Stadt wie Schwechat ein großer Schritt in die richtige Richtung“, erzählt sie. Kürzlich konnte sie zudem neue Kassenverträge für Gynäkologie und Kinderheilkunde verhandeln. Der Zuspruch der Bevölkerung zeigt sich auch am Wahlergebnis. Bei den Gemeinderatswahlen im Jänner 2025 erreichte sie ein Plus von 3,08 %. Die absolute Mehrheit der SPÖ in Schwechat konnte weiter ausgebaut werden – „für viele überraschend“, wie Karin Baier im Interview erzählt.

 

Zusammenhalt in Schwechat: Generationenübergreifende Projekte stärken das Miteinander

Neben der medizinischen Versorgung liegt der Bürgermeisterin auch das soziale Miteinander am Herzen. Das zeigt sich auch in im Interview mit Karin Baier. Um den Dialog zwischen den Generationen zu fördern und anzuregen, erzählt sie von den  ‚Plauderbänken‘ in Schwechat. Sie dienten älteren Mitbürger:innen während der Pandemie als Treffpunkt und sollen Jung und Alt auch in Zukunft Raum für sozialen Austausch bieten. Das Seniorenzentrum der Stadt sieht sie als eine Art „Gemeindebau für ältere Leute“. Es soll ebenfalls dazu beitragen, dass sich ältere Bürger:innen in Schwechat rundum wohlfühlen.

Absolute Mehrheit: Baiers politischer Stil als Erfolgsfaktor

Karin Baier wurde bereits zum zweiten Mal in Folge mit absoluter Mehrheit gewählt. Eine Frau im Bürgermeisteramt ist dennoch eine Seltenheit. Sie ist eine von nur 11 % der Bürgermeisterinnen in ganz Österreich. Mit ihrem Engagement zeigt Karin Baier, dass Frauen in Führungspositionen auf kommunaler Ebene nicht die Ausnahme bleiben müssen – und setzt sich aktiv dafür ein, mehr Frauen für das Bürgermeisteramt zu gewinnen.

„Ich will den Menschen helfen, Lösungen zu finden. Und das geht nur, wenn man zuhört und auch bereit ist, neue Wege zu gehen“, betont Karin Baier im Interview.

Mediation im Rathaus: Karin Baier nutzt ihre Ausbildung für die politische Arbeit

Neue Wege geht Karin Baier auch ganz persönlich. Noch vor ihrem 60. Geburtstag wollte sie noch „etwas zu Ende bringen“. Sie startete deshalb eine Ausbildung zur „akademischen Mediatorin”.

„Ich hab’ lang damit gehadert, keinen herkömmlichen Abschluss in einem Beruf zu haben. Zwar hab’ ich lange Zeit – und auch nicht unerfolgreich – als Buchhändlerin gearbeitet, aber ein Abschluss hat mir gefehlt.“

Auch wenn die Terminkoordination neben ihren Aufgaben als Bürgermeisterin manchmal stressig war, hat sich der Schritt für Karin Baier gelohnt – ihre Ausbildung zur Mediatorin schärfte nicht nur ihre Fähigkeiten, sondern eröffnete auch neue Perspektiven für ihre politische Arbeit.
Bald reicht sie ihre Masterarbeit ein, die sich mit der Rolle von Frauen in der Bürgermeisterposition beschäftigt. Ihre These: Mehr Frauen in diesem Amt würden Österreich mit Sicherheit nicht schaden.

 

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Schlagworte: Bürgermeisterinnen NiederösterreichGesundheitsversorgung SchwechatKarin Baier InterviewPrimärversorgung Niederösterreich
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