Der Fall rund um die Fake-Website „Wir für Sven Hergovich“ zieht weitere Kreise. Die Website hatte Anfang Februar eine angebliche Kandidatur des SPÖ-NÖ-Landesparteichefs Sven Hergovich gegen Andreas Babler beim Bundesparteitag am 7. März vorgetäuscht. Nun wurden vonseiten der SPÖ rechtliche Schritte eingeleitet.
Bei einer Pressekonferenz am 10. März 2026 informierte Wolfgang Zwander über weitere Details zu den bisherigen Recherchen und Ermittlungen.
Strafanzeige und Klagen eingebracht
Die SPÖ Niederösterreich hat in der Angelegenheit nun mehrere rechtliche Schritte eingeleitet. Bei der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt wurde eine Strafanzeige wegen des Verdachts der Täuschung eingebracht. Zusätzlich wurde beim Landesgericht Wiener Neustadt eine Privatanklage nach dem Urheberrechtsgesetz eingebracht sowie eine Privatanklage wegen Kreditschädigung im Namen von Sven Hergovich. Parallel dazu wird beim Landesgericht Wiener Neustadt eine Schadenersatz- und Unterlassungsklage eingebracht.
Desinformationskampagne medial verbreitet
Die Website war Teil einer professionell orchestrierten Desinformationskampagne und sorgte Mitte Februar für große Verwirrung – nachdem sie auch Thema in der ZiB 2 wurde und SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim live damit konfrontiert wurde. „Damit war eine falsche Behauptung plötzlich im ganzen Land verbreitet“, so Zwander.
„Die gezielte Fake-Homepage, die eine Kandidatur von Sven Hergovich beim Bundesparteitag vortäuschen sollte, ist ein Angriff auf eine faire politische Auseinandersetzung“, erklärte Zwander.
ÖVP-NÖ-Gemeinderat gestand technische Umsetzung
Nach Einschaltung eines Rechtsanwalts konnte der Urheber der Website ausgeforscht werden. Laut vorliegenden Informationen handelt es sich um einen ÖVP-NÖ-Gemeinderat aus einer Wienerwald-Gemeinde. Er hat gegenüber dem Anwalt und später auch Medien gegenüber eingeräumt, die Domain technisch eingerichtet zu haben. Er habe dies jedoch im Auftrag eines Dritten getan, über den er nicht sprechen wolle.
„Bemerkenswert ist, dass genau dieser ÖVP-NÖ-Gemeinderat selbst Schulungen zum Thema Internetbetrug durchgeführt hat“, sagt Zwander.
Der ÖVP-NÖ-Gemeinderat wird laut Medienberichten von der Rechtsanwältin Linda Poppenwimmer vertreten. Sie war bis 2021 Staatsanwältin und trat später öffentlich als Kritikerin der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in Erscheinung. Während der Koalitionsverhandlungen Anfang 2025 wurde sie zudem medial als mögliche parteilose Justizministerin auf dem Ticket der ÖVP genannt.
Weiter viele Fragen offen
Die SPÖ NÖ spricht von einem „demokratiepolitischen Skandal“ und fordert eine umfassende Aufklärung.
„Diese Seite wirft weiterhin Fragen auf“, so Zwander. „Wer ist jener Dritte, in dessen Auftrag diese Homepage eingerichtet wurde? Warum wurden nach unseren Informationen bisher keine Konsequenzen gegen den betreffenden ÖVP-NÖ-Gemeinderat gezogen?“,
bringt Zwander die offenen Fragen auf den Punkt. Und er führt fort:
„Die politische Auseinandersetzung darf hart sein – aber sie muss fair bleiben. Ich werde deswegen auf meine Kollegen Landesgeschäftsführer aller Parteien zugehen, um ein Abkommen zu erzielen, dass derartige Aktionen unterbleiben.“
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