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Home Wirtschaft

Teurer Schulstart: Eltern in Niederösterreich zahlen heuer deutlich drauf

Daniela Haunold von Daniela Haunold
7. September 2026
in Wirtschaft
Lesezeit: 3 min zum Lesen
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Freundlich lächelndes Mädchen im Klassenzimmer

Schulhefte, Stifte und Taschen sind heuer deutlich teurer geworden, bei manchen Artikeln zahlen Eltern je nach Geschäft mehr als das Doppelte. Bild: Getty Images/Unsplash. https://unsplash.com/de/fotos/ein-portrat-eines-kleinen-glucklichen-schulmadchens-das-am-schreibtisch-im-klassenzimmer-sitzt-und-in-die-kamera-schaut-nrJhbeCsyus

Volle Federpenale, neue Turnschuhe, Taschenrechner und Hefte: Der Schulstart kann für Familien schnell teuer werden. Heuer trifft er Familien in Niederösterreich aber zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt. Die Teuerung ist im August auf 3,2 Prozent gestiegen, nachdem sie im Juli aufgrund der gesenkten Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel kurzzeitig auf 2,8 Prozent gefallen war. Den neuerlichen Sprung erklärt Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk vor allem mit gestiegenen Preisen für Treibstoff und Heizöl.

Schulbedarf mit kräftigem Preisanstieg

Ausgerechnet Schulbedarf verteuert sich derzeit überdurchschnittlich. Laut einer Erhebung der Arbeiterkammer (AK) sind Hefte, Stifte und Co. binnen eines Jahres um durchschnittlich 6,5 Prozent teurer geworden, fast doppelt so stark wie die allgemeine Inflation.

Wie groß der Unterschied je nach Einkaufsort ausfällt, zeigen die Musterwarenkörbe der AK. Für eine erste Klasse Volksschule reicht die Spanne von rund 79 bis 153 Euro, für die Mittelschule sogar von etwa 106 bis 224 Euro. Wer also ohne Preisvergleich einkauft, zahlt im schlechtesten Fall mehr als das Doppelte für dieselbe Grundausstattung.

Radiergummi kostet je nach Geschäft mehr als doppelt so viel

Wie groß die Preisunterschiede bei ein und demselben Produkt sein können, hat die AK zwischen 20. und 24. Juli bei 53 gängigen Volksschulartikeln von Libro, Pagro, Thalia, Interspar und Müller getestet, online wie in den Filialen. Das Ergebnis fällt drastisch aus. Ein Aristo-Radiergummi kostete bei Thalia 79 Cent, bei Interspar dagegen 1,59 Euro. Das entspricht einem Unterschied von 101 Prozent bei einem völlig identischen Artikel.

Auch bei größeren Posten zahlt sich Vergleichen aus. Schultaschen-Sets waren in der günstigsten Variante schon ab 60 bis 126 Euro erhältlich, während vergleichbare Modelle in der teuersten Ausführung 80 bis 290 Euro kosteten. Bei einem 24er-Set Buntstiften machte die Wahl des Geschäfts bis zu 21 Euro aus, bei einem Schnellverstellzirkel bis zu 12 Euro. Selbst bei einem Zehnerpack Schulhefte ließen sich rund 11 Euro sparen.

Schulbedarf ist nur ein Teil der jährlichen Schulkosten

Die tatsächlichen Schulkosten gehen jedoch weit über Schulbedarf im September hinaus. Eine Schulkostenstudie der Arbeiterkammer, für die rund 2.500 Familien mit knapp 3.900 Kindern über ein ganzes Schuljahr begleitet wurden, zeigt, dass ein Kind in Österreich im Schnitt mehr als 2.200 Euro pro Jahr kostet, sobald man alle schulbezogenen Ausgaben zusammenzählt. Neben Schulbedarf und Büchern müssen auch Nachhilfe, Nachmittagsbetreuung, Schulveranstaltungen, Verpflegung und Ferienbetreuung finanziert werden. Die Nachmittagsbetreuung ist dabei ein großer Kostenfaktor. Sie kostet Familien, die sie in Anspruch nehmen, im Schnitt rund 1.790 Euro im Jahr. Dazu kommen etwa 447 Euro für Schulessen und 379 Euro für Ferienbetreuung.

Die Belastung trifft nicht alle Familien gleich stark. Während Haushalte im obersten Einkommensdrittel im Schnitt rund 5 Prozent ihres Jahreseinkommens für die Schulkinder aufwenden, sind es im untersten Einkommensdrittel etwa 15 Prozent, also dreimal so viel. Laut Erhebung spüren 57 Prozent der Eltern die finanzielle Belastung zum Schulstart deutlich. Insgesamt 34 Prozent der Befragten schränken deshalb bei der Ausstattung ihrer Kinder ein. Besonders alarmierend: 5 Prozent aller Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmern können sich nicht alle notwendigen Schulsachen leisten. In der einkommensschwächsten Gruppe kann sogar mehr als jede zehnte Familie ihre Kinder nicht ausreichend ausstatten.

Schulstart in NÖ: Preisvergleich senkt Schulkosten

Die Arbeiterkammer rät, vor dem Griff ins Regal die Preise zu vergleichen und gezielt Aktionen zu nutzen, etwa bei Thalia, wo von 3. bis 19. September ein Rabatt von 20 Prozent auf Schulartikel läuft. Zudem lohne es sich, auf robuste, langlebige Produkte statt auf billige Wegwerfware zu setzen. Das schone auf Dauer nicht nur die Geldbörse, sondern auch die Umwelt. Wer den Warenkorb clever zusammenstellt, kann laut AK je nach Schulstufe mehrere Dutzend bis über hundert Euro sparen.

Für niederösterreichische Familien, die ohnehin schon mit höheren Heiz- und Spritkosten kämpfen, dürfte die Botschaft der Arbeiterkammer daher doppelt willkommen sein. Wer sich vor dem Schulstart ein wenig Zeit für den Preisvergleich nimmt, kann die finanzielle Last spürbar senken, ändert aber nichts daran, dass Schule in Österreich für viele Familien inzwischen zu einem handfesten Budgetposten geworden ist.

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Schlagworte: AK-SchulkostenstudieInflationPreisfalle SchulstartSchulkosten NiederösterreichSchulstart KostenSchulstart NÖSchulstart Preisvergleich NÖ
Daniela Haunold

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