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Home Politik

Tag der berufstätigen Eltern: Betreuung bleibt größte Baustelle in Niederösterreich

Daniela Haunold von Daniela Haunold
16. September 2026
in Politik
Lesezeit: 3 min zum Lesen
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0
Mutter mit Baby bei der Arbeit

Am Tag der berufstätigen Eltern rückt die Vereinbarkeit von Job und Familie in Niederösterreich in den Fokus. Foto: pexels/Sarah Chai/https://www.pexels.com/de-de/foto/frau-laptop-hund-haustier-7282833/

Am 16. September rückt der Tag der berufstätigen Eltern die Herausforderungen von Familien in Niederösterreich in den Fokus. Viele Eltern im Land organisieren ihren Alltag zwischen Schichtdienst, Pendelzeiten und Kinderbetreuung mit hohem logistischem Aufwand. Der Aktionstag soll auf die strukturellen Rahmenbedingungen aufmerksam machen, die Familie und Beruf erschweren oder erleichtern können.

Schichtarbeit und Betreuungszeiten passen oft nicht zusammen

Berufstätige Eltern in Pflegeberufen oder anderen Schichtdienstmodellen stehen häufig vor dem Problem, dass klassische Öffnungszeiten der Kinderbetreuung nicht zu Früh, Spät oder Wochenenddiensten passen. Randzeiten am frühen Morgen oder späten Abend werden von vielen Einrichtungen nicht abgedeckt. Fällt ein Betreuungsplatz kurzfristig aus, etwa durch Krankheit oder Schließtage, gerät der gesamte Tagesablauf ins Wanken und Eltern müssen kurzfristig Urlaub nehmen oder private Lösungen organisieren.

Auch für Pendlerinnen und Pendler, die täglich nach Wien oder in andere Ballungsräume fahren, entsteht durch lange Fahrzeiten zusätzlicher Druck. Zeit, die im Verkehr verloren geht, fehlt am Ende des Tages bei der Familie. Besonders in ländlichen Regionen mit schwächerer öffentlicher Anbindung verschärft sich dieser Effekt, da Zugverbindungen oder Busfahrpläne selten exakt auf Betreuungszeiten abgestimmt sind.

In vielen Haushalten wird die Aufgabenteilung deshalb eng nach Arbeitszeiten organisiert, etwa durch abgestimmte Dienstpläne, gemeinsam geführte Familienkalender oder Homeoffice-Tage, die kurzfristige Lücken auffangen sollen. Wo Großeltern in der Nähe wohnen, springen sie häufig als zusätzliche Betreuungsressource ein, wenn Kindergarten oder Schule ausfallen. Eltern wünschen sich in diesem Zusammenhang vor allem mehr Flexibilität bei den Betreuungszeiten, verlässliche Randzeitenangebote für Schichtarbeitende und eine bessere Anbindung im ländlichen Raum, um Pendelzeiten zu verkürzen.

Land verweist auf laufenden Ausbau, Kritik bleibt bestehen

Niederösterreich hat mit der sogenannten Betreuungsoffensive ein umfangreiches Ausbauprogramm gestartet. Bis 2027 investieren das Land und die Gemeinden gemeinsam 750 Millionen Euro zusätzlich in die Kinderbetreuung. Seit September 2024 sind laut Land bereits über 280 neue Gruppen in Betrieb gegangen, rund 250 davon in Kindergärten. Damit können mittlerweile 93 Prozent der niederösterreichischen Gemeinden den ersten zweijährigen Kindern einen Betreuungsplatz anbieten. Bis Ende 2027 sollen insgesamt rund 615 neue Kindergartengruppen und 250 neue Tagesbetreuungsgruppen entstehen.

Trotz dieser Investitionen bleibt Kritik an der Umsetzung bestehen, insbesondere zur regionalen Verteilung der neuen Plätze und zur tatsächlichen Verfügbarkeit von Randzeitenbetreuung für Schichtarbeitende. In Gemeinden ohne ausreichende bestehende Infrastruktur bleibt vielerorts offen, wie schnell zusätzliche Angebote tatsächlich ankommen.

Kinderbetreuung ist keine Arbeit? Bundeskanzler sorgte im Sommer für Empörung

Das Thema Kinderbetreuung als Arbeit sorgte zuletzt auch auf Bundesebene für Aufsehen. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hatte im August gesagt, Kinderbetreuung sei für ihn keine unbezahlte Arbeit, und erntete dafür Kritik von Opposition und Koalitionspartner SPÖ, die ihm vorwarfen, die Leistung von Frauen kleinzureden. Stocker entschuldigte sich später für die Formulierung, hielt aber an seiner grundsätzlichen Haltung fest. Konkrete Ankündigungen zum Betreuungsausbau blieben seither vage, offene Fragen etwa zur Personalgewinnung in Kindergärten sind unbeantwortet.

SPÖ NÖ weiter für kostenlose, ganztägige Betreuung

Anlässlich des Tags der berufstätigen Eltern erneuerte SPÖ-Familiensprecherin LAbg. Mag. Kerstin Suchan-Mayr die Forderung nach einer flächendeckenden, ganztägigen und kostenlosen Kinderbetreuung in Niederösterreich. Eine verlässliche Betreuung dürfe weder vom Wohnort noch vom Einkommen abhängen, so Suchan-Mayr. Nur ein solches Angebot ermögliche Eltern echte Wahlfreiheit bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ohne dass Arbeitszeit aus Mangel an passender Betreuung reduziert werden müsse.

Die SPÖ NÖ verweist zudem auf Aufholbedarf bei der VIF-konformen Kinderbetreuung im Land, also Betreuungsangeboten, die mit den Vollzeit-Arbeitszeiten von Eltern kompatibel sind. Gute Kinderbetreuung sei nicht nur eine Entlastung für Familien, sondern auch eine Investition in die Chancen von Kindern, betonte Suchan-Mayr. Solange Eltern monatlich mehrere hundert Euro für die Betreuung aufwenden müssten, sei von echter Wahlfreiheit keine Rede.

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Schlagworte: Gratis KinderbetreuungKerstin Suchan-MayrKinderbetreuungKinderbetreuung NiederösterreichSorgearbeitWelttag der berufstätigen Eltern NÖ
Daniela Haunold

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