Amstetten ☁️ 8°C
Bedeckt | 💨 18 km/h
Baden bei Wien ☁️ 9°C
Bedeckt | 💨 6 km/h
Bruck an der Leitha ⛅ 5°C
Wolkig | 💨 7 km/h
Gänserndorf ☁️ 5°C
Bedeckt | 💨 6 km/h
Gmünd ☁️ 7°C
Bedeckt | 💨 7 km/h
Hollabrunn ☁️ 6°C
Bedeckt | 💨 8 km/h
Horn ☁️ 9°C
Bedeckt | 💨 10 km/h
Korneuburg ☁️ 6°C
Bedeckt | 💨 7 km/h
Krems an der Donau ☁️ 10°C
Bedeckt | 💨 10 km/h
Lilienfeld ☁️ 6°C
Bedeckt | 💨 4 km/h
Melk ☁️ 9°C
Bedeckt | 💨 13 km/h
Mistelbach an der Zaya ⛅ 6°C
Wolkig | 💨 9 km/h
Mödling ⛅ 8°C
Wolkig | 💨 5 km/h
Neunkirchen ☁️ 5°C
Bedeckt | 💨 5 km/h
St. Pölten ☁️ 9°C
Bedeckt | 💨 12 km/h
Scheibbs ☁️ 7°C
Bedeckt | 💨 10 km/h
Tulln an der Donau ☁️ 7°C
Bedeckt | 💨 6 km/h
Waidhofen an der Thaya ☁️ 7°C
Bedeckt | 💨 6 km/h
Waidhofen an der Ybbs ☁️ 7°C
Bedeckt | 💨 3 km/h
Wiener Neustadt ☁️ 6°C
Bedeckt | 💨 4 km/h
Zwettl ☁️ 7°C
Bedeckt | 💨 7 km/h
NÖ Aktuell
Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Zitate
  • Geschichte
  • Niederösterreich Lexikon
  • Regionales
  • Gesellschaft
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Abo
    • Newsletter
    • Newsalert
NÖ Aktuell
  • Zitate
  • Geschichte
  • Niederösterreich Lexikon
  • Regionales
  • Gesellschaft
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Abo
    • Newsletter
    • Newsalert
Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
NÖ Aktuell
Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
Home Geschichte

Bücherzensur unter Maria Theresia: Der verschlossene „Giftschrank“ im Kloster Göttweig 

Lisa Schauer von Lisa Schauer
3. September 2026
in Geschichte
Lesezeit: 4 min zum Lesen
A A
0
Abbild von Maria Theresia

Maria Theresia macht Zensur zur staatlichen Aufgabe. Bild: Martin van Meytens / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 3.0 https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AMaria_Theresia%2C_Erzherzogin_von_%C3%96sterreich_und_K%C3%B6nigin_von_Ungarn_und_B%C3%B6hmen.jpg

Das Benediktinerstift Göttweig ist eines der ältesten Klöster in Österreich. Bis heute erinnert dort ein „Giftschrank“ mit mehr als 300 verbotenen Büchern an eine Zeit, in der allein die Kirche entschied, was gelesen werden durfte. Mit der Herrschaft Maria Theresias änderte sich das grundlegend. Die Bücherzensur wurde Schritt für Schritt vom kirchlichen zum staatlichen Instrument. Diese Entwicklung bereitete den Boden für die späteren Klosteraufhebungen unter Joseph II.

Stift Göttweig: Bibliothek mit mehr als 300 einst verbotenen Büchern

1083 gründete der heilige Altmann, der damalige Bischof von Passau, Stift Göttweig als Doppelkloster. Zehn Jahre später übernahmen Benediktiner aus St. Blasien im Schwarzwald das Kloster. Sie legten großen Wert auf Bücher als Teil des klösterlichen Lebens, auf Lesen, Schreiben und Studium. Schon früh entstanden so in Göttweig bedeutende Texte. Heute bewahrt die historische Stiftsbibliothek etwa 1.150 Handschriften auf, darunter rund 530 mittelalterliche Handschriften sowie zusätzlich etwa 1.110 Inkunabeln. Diese sogenannten „Wiegendrucke“ sind Drucke aus der Zeit der Erfindung des Buchdrucks (1450–1500). Über Jahrhunderte waren kirchliche Einrichtungen damit wichtige Bewahrer und Vermittler von Wissen.

Ein besonders eindrucksvolles Kapitel dieser Geschichte verbirgt sich in einem verschlossenen Bereich der Bibliothek: Bis heute gibt es dort einen Bestand von mehr als 300 Büchern, die einst als „Libri Prohibiti“, also verboten, galten. Dabei handelt es sich vielfach um reformierte Schriften, darunter zahlreiche Lutherbibeln. Im Zuge der Gegenreformation beschlagnahmten die Göttweiger Äbte diese bei Besuchen in den Pfarren. Die Bücher wurden allerdings nicht vernichtet. Stattdessen kamen sie in einen versperrten Kasten, den „Giftschrank“, zu dem nur ausgewählte Göttweiger Äbte nach päpstlicher Erlaubnis Zugriff erhielten. Bis ins 18. Jahrhundert richtete sich die kirchliche Zensur so gegen protestantische und antikatholische Werke.

Abbild von Stift Göttweig
Stift Göttweig in Furth bei Göttweig, Niederösterreich. Bild: Uoaei1 / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 3.0 https://commons.wikimedia.org/w/index.php?search=stift+g%C3%B6ttweig&title=Special%3AMediaSearch&type=image

Die Jesuiten prägten die kirchliche Buchzensur

Im Rahmen der kirchlich geprägten Bücherzensur setzte sich der Jesuitenorden für den Schutz des katholischen Glaubens gegen protestantische und andere als kirchenfeindlich geltende Schriften ein. Bücher wurden dabei nicht einfach allgemein verboten, sondern nach kirchlichen Vorgaben beurteilt und gegebenenfalls auf Verbotslisten gesetzt. Schriften, die als gefährlich für den katholischen Glauben galten, sollten nicht frei zugänglich sein. Damit lag die Kontrolle darüber, welche Bücher als gefährlich galten und wer sie lesen durfte, zunächst wesentlich im kirchlichen Bereich.

Maria Theresia organisierte die Bücherzensur staatlich

Während der Regierungszeit Maria Theresias von 1740 bis 1780 verlor die Kirche zunehmend an Einfluss. Die Kaiserin selbst besuchte Göttweig im Juni 1746 gemeinsam mit ihrem Ehemann Franz Stephan von Lothringen. Auf dem Programm stand auch die Besichtigung der Bibliothek.

Fünf Jahre später wurde die Bücherzensur schließlich systematisch staatlich organisiert und zentral gelenkt. Maria Theresia richtete die sogenannte Bücherzensur-Hofkommission ein. Deren Aufgabe war es, Manuskripte und gedruckte Bücher zu beurteilen. Ab 1754 veröffentlichte die Wiener Hof-Bücherzensur unter dem Titel „Catalogus librorum prohibitorum“ auch eigene Verzeichnisse verbotener Bücher. Mit den ersten gedruckten Wiener Verbotslisten wurde das System wesentlich greifbarer, bürokratischer und offizieller.

Von der Kirche zum Staat: Zensur nach politischen Kriterien

Diese Neuorganisation veränderte den Fokus der Zensur. Beim Göttweiger „Giftschrank“ standen ursprünglich die Reformation und die konfessionelle Kontrolle im Mittelpunkt. Unter Maria Theresia verschob sich die Frage von „Ist dieses Buch gefährlich für die Kirche?“ zu „Ist dieses Buch gefährlich für Staat und Gesellschaft?“. Bücher wurden stärker nach politischen, moralischen und gesellschaftlichen Kriterien beurteilt.

Dennoch ging es weiterhin um die Kontrolle der Bevölkerung, ebenso um eine Modernisierung der Verwaltung und die Zentralisierung von Zuständigkeiten. Gleichzeitig sollte kirchliche Macht zurückgedrängt und der Einfluss der Jesuiten begrenzt werden. Wissen wurde von da an nicht grundsätzlich unterdrückt, doch der Staat wollte beeinflussen, was Menschen lesen. Der Schutz des katholischen Glaubens blieb aber weiterhin zentral. Ganz von der Religion löste sich die Zensur also nicht.

Van Swieten wird zum wichtigsten Mann der Hofkommission

Eine Schlüsselrolle übernahm Gerard van Swieten. Der niederländische Arzt war ein überzeugter Vertreter einer rationalen und wissenschaftsorientierten Medizin. Ab 1745 war er Präfekt der Hofbibliothek, 1751 wurde er Mitglied der Bücherzensur-Hofkommission und ab 1759 schließlich deren Vorsitzender. Die letztendliche Entscheidung blieb weiterhin bei Maria Theresia.

Van Swieten wollte den Einfluss der Jesuiten weiter zurückdrängen und setzte sich stärker für wissenschaftliche und philosophische Literatur ein. Besonders naturwissenschaftliche Werke sollten nicht allein deshalb verboten werden, weil sie von Protestanten stammten. Dadurch wurden Werke wieder zugänglich, die unter der kirchlich geprägten Zensur auf Widerstand gestoßen waren.

Der Jesuitenorden verschwindet aus der Zensurkommission

Schritt für Schritt verlagerte Maria Theresia die Kontrolle über das gedruckte Wort weiter zum Staat. 1764 wurde Pater Nicolaus Muszka, der letzte Jesuit in der Bücherzensur-Hofkommission, aus der Kommission verdrängt. An seine Stelle trat Anton Bernhard Gürtler, der Domherr zu St. Stephan in Wien. Die geistliche Seite war damit nicht vollständig verschwunden, der Jesuitenorden verlor jedoch seinen letzten institutionellen Sitz in der Zensurkommission. Der neue geistliche Vertreter war für den Staat leichter kontrollierbar: Er wurde vom Wiener Erzbischof vorgeschlagen und von Maria Theresia bestätigt.

1772: Zensur wird zur staatlichen Behörde

Nach Gerard van Swietens Tod im Jahr 1772 wurde die bisherige Bücherzensur-Hofkommission umorganisiert. Die Zensur wurde nun vollständig zu einer staatlichen Behörde mit besoldeten Beamten. Auch die Kontrolle theologischer und religiöser Schriften ging an staatliche Beamte über. Bücher wurden damit noch stärker nach staatlichen Kriterien beurteilt. Religion blieb allerdings weiterhin wichtig.

Die Entwicklung unter Maria Theresia zeigt zugleich die Widersprüche des Zensursystems: Ab 1777 stand sogar der eigene Katalog der Hofkommission auf dem Index. Er galt als Wegweiser zu jener Literatur, die er eigentlich verhindern sollte.

Maria Theresia legt das Fundament für Josephs II. Klosterpolitik

1780 folgte Joseph II. Maria Theresia als Herrscher der habsburgischen Monarchie. Bei der staatlichen Neuordnung ging er noch weiter als seine Mutter. 1782 begann er die systematische Aufhebung zahlreicher Klöster und Stifte. Davon waren auch Bibliotheken und Bücherbestände betroffen. Göttweig blieb jedoch bestehen. Aufgrund seiner Bildungs- und Seelsorgeaufgabe galt das Benediktinerstift weiterhin als gesellschaftlich nützlich. Auch die Bibliothek mit ihrem einzigartigen Bestand an verbotenen Büchern konnte so bewahrt werden.

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Wenn Sie relevante Informationen zum Artikel beitragen können, schicken Sie uns doch eine Mail!

Newsalert

Kostenlos anmelden und keinen Artikel mehr verpassen!

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

WhatsApp-Kanal öffnen & dann folgen

Prüfe deinen Posteingang oder Spam-Ordner, um dein Abonnement zu bestätigen.

Schlagworte: Gerard van SwietenGiftschrank Stift GöttweigIndex librorum prohibitorumJesuitenJoseph II Klöster NiederösterreichMaria TheresiaNÖ GeschichteStift GöttweigZensur Niederösterreich Maria Theresia
Lisa Schauer

Lisa Schauer

Ähnliche Nachrichten

Die Römer hinterließen ihre beeindruckenden Spuren auch entlang des niederösterreichischen Donaulimes. Etwa das Heidentor in Carnuntum. Bild: WikiCommons/Barnos/https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=158726053
Geschichte

Entlang des Donaulimes in Niederösterreich (Teil 2): Von Traismauer bis Carnuntum

Der erste Teil unserer Zeitreise führte von St. Pantaleon-Erla über Pöchlarn und die Wachau bis nach Mautern. Nun setzen wir...

von Lisa Fischer
12. Oktober 2026
Portrait von Joseph Haydn
Geschichte

Joseph Haydn: Ein Dorfkind aus Niederösterreich wird zum Klassik-Superstar

Rohrau, Hainburg, Mannersdorf: Niederösterreich war für Joseph Haydn mehr als sein Geburtsort. Hier verbrachte der spätere Komponist seine frühe Kindheit,...

von Lisa Schauer
24. September 2026
Nächster Post
Freundlich lächelndes Mädchen im Klassenzimmer

Teurer Schulstart: Eltern in Niederösterreich zahlen heuer deutlich drauf

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Dialektwörter aus Niederösterreich entdecken Dialektwörter aus Niederösterreich entdecken Dialektwörter aus Niederösterreich entdecken
So wie diese Sandbucht oder so ähnlich hat Niederösterreich vor 20 Millionen Jahren ausgesehen. Bild: Unsplash/Onur Kaya

Niederösterreichs vergessenes Meer: Als im Weinviertel noch Haie schwammen

21. September 2026
Ein Notfallkrankentransportwagen in einer Tiefgarage

Notarzt-Stützpunkte: Gemeinden wehren sich gegen Schließungen

2. Oktober 2026
Überreste des römischen Kastells Favianis in Mautern an der Donau.

Donaulimes Niederösterreich: Eine Zeitreise von St. Pantaleon-Erla bis Carnuntum

29. September 2026
Junge, lachende Frau steht auf einem Feld und hält drei unterschiedlich geformte Kürbisse.

Kürbis- und Herbstfeste in Niederösterreich: Tipps für einen bunten Herbst

25. September 2025
So spricht Niederösterreich: Ausdrücke, die man kennen muss

So spricht Niederösterreich: Ausdrücke, die man kennen muss

29. Mai 2025

Regional. Relevant. Echt. Ihre Nachrichten für Niederösterreich – stets nah am Geschehen. Wir berichten über aktuelle Themen, Hintergründe und Geschichten aus der Region, die Sie bewegen.

Unsere Zeitung

  • Über uns
  • Kontakt
  • Impressum
  • Datenschutz

Kategorien

  • Regionales
  • Gesellschaft
  • Politik
  • Wirtschaft

Newsletter

Melden Sie sich für unseren aktuellen Newsalert und unseren wöchentlichen Newsletter an und verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten mehr! Erhalten Sie exklusive Berichte, aktuelle Entwicklungen und tiefgehende Analysen direkt in Ihr Postfach.

Facebook-f Instagram

Welcome Back!

Login to your account below

Forgotten Password?

Retrieve your password

Please enter your username or email address to reset your password.

Log In
Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Niederösterreich Lexikon
  • Geschichte
  • Regionales
  • Gesellschaft
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Newsletter
  • Newsalert