Wenn das Thermometer nicht mehr aufhören will zu klettern, sind kühle Orte das Einzige, das noch hilft. Glücklicherweise liegen die besten Abkühlungsausflüge fast vor der Haustüre. Niederösterreich hat vom glasklaren, kühlen Bergwasser über Sandstrände an der Donau bis zu Höhlen und Kellern, in denen es das ganze Jahr über angenehm frisch ist, einiges zu bieten. Sechs Ausflüge für alle, denen der Sommer gerade etwas zu viel wird.
Der längste Sandstrand an der Donau: Naturstrand Luberegg in Emmersdorf
Wer glaubt, für Sandstrand müsse man ans Meer fahren, war noch nie in Luberegg. In dem kleinen Ortsteil von Emmersdorf liegt nämlich der längste Natursandstrand der Donau, der feinen, hellen Sand mit Blick auf das Stift Melk am anderen Ufer bietet. Die Strömung ist so sanft, dass auch Kinder unbeschwert planschen können, und unweit davon gibt es mit dem Donausee noch einen zweiten Badeplatz. Der ruhige Seitenarm der Donau wird ständig mit frischem Grundwasser versorgt und bleibt deshalb auch im Hochsommer angenehm kühl. Dazu gibt es schattige Liegewiesen und einen Bootsverleih, also mehr als genug, um etwas für die ganze Familie zu finden.
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Abkühlen in der Nixhöhle in Frankenfels
Im Pielachtal flüchtet man vor der Hitze sogar unter die Erde. In der Nixhöhle bei Frankenfels hat es das ganze Jahr über konstante sechs Grad, eine warme Jacke gehört hier also selbst im August ins Gepäck. Ihren Namen verdankt die Tropfsteinhöhle den schneeweißen Ablagerungen an ihren Wänden, die früher im Volksmund „Nix“ genannt wurden. Bei der rund einstündigen Führung geht es über Stufen und Stege vorbei an Tropfsteinen mit klingenden Namen wie Madonna oder Kaskadenfall, und mit etwas Glück sieht man sogar eine Fledermaus. Höhlenchef Albin Tauber führt noch bis Herbst durch die Nixhöhle, dann will er nach 25 Jahren aufhören, ein Nachfolger ist bisher nicht in Sicht – ein Besuch lohnt sich also gerade jetzt besonders.
Der Weg zum Höhleneingang führt durch den Wald bergauf, feste Schuhe sind deshalb empfehlenswert.

Kalte Füße, kühler Kopf: Wandern durchs Höllental
Der Name klingt bedrohlich, dabei ist das Höllental an heißen Tagen genau das Richtige. Zwischen den Felswänden von Rax und Schneeberg fließt die Schwarza durch die Schlucht, glasklar und eiskalt. Der Wanderweg in Reichenau an der Rax folgt einer alten Wasserleitung aus der Kaiserzeit und verläuft meist im Schatten am Fluss entlang. Immer wieder kommt man dabei an Kiesbänken vorbei, wo man die Füße oder gleich den ganzen Körper ins kalte Wasser tauchen kann. Die Strecke von Hirschwang nach Kaiserbrunn schafft man gemütlich in eineinhalb Stunden, ganz eben ist der Weg allerdings nicht, gute Schuhe sind hier wichtig. Außerdem sollte man genug zu trinken mitnehmen, denn unterwegs gibt es weder eine Einkehrmöglichkeit noch einen Brunnen.

Abkühlung im Museum: Kulturprogramm im Karikaturmuseum Krems
Manchmal ist die beste Abkühlung ein klimatisiertes Museum, in dem es auch noch etwas zu lachen gibt. Das Karikaturmuseum Krems ist Österreichs einziges Museum für Karikatur, Comic und Cartoon, und heuer gibt es einen besonderen Grund für einen Besuch, denn das Haus feiert seinen 25. Geburtstag. Neben der ständigen Ausstellung zum Werk von Manfred Deix ist derzeit Gerhard Haderer mit einer großen Ausstellung zu Gast, erstmals auch mit seinen Ölbildern. Für Kinder gibt es eine eigene Ausstellung zum NEINhorn von Marc-Uwe Kling. Wem das noch nicht reicht, der findet auf der Kunstmeile gleich vor der Tür weitere klimatisierte Museen.
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19 Grad kühles Quellwasser im Fischauer Thermalbad: Baden wie zu Kaisers Zeiten
Ein Thermalbad klingt zunächst zwar nicht nach Abkühlung, in Bad Fischau-Brunn ist es aber genau das. Denn hier fließt das Quellwasser mit konstanten 19 Grad in die beiden Naturbecken. Das ist erfrischend genug für jeden Hitzetag, und das Wasser ist so klar, dass es ganz ohne Chemie auskommt. Gebadet wird hier schon seit Jahrtausenden, zuerst von den Kelten, dann von den Römern, aber das heutige Ambiente stammt aus der Kaiserzeit. Zwischen grün-gelben Badekabinen, alten Kastanienbäumen und einem efeubewachsenen Wasserfall fühlt man sich wie in der Sommerfrische von damals. Für Kinder gibt es auch einen eigenen Bereich mit Spielplatz.
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Österreichs größtes Weinlabyrinth: Retzer Erlebniskeller
Im Weinviertel liegt die Abkühlung direkt unter dem Hauptplatz. Unter der Altstadt von Retz erstreckt sich nämlich Österreichs größtes Kellerlabyrinth, ein Netz aus Gängen und Räumen, das sogar größer ist als das Straßennetz an der Oberfläche. Seit dem Mittelalter graben die Retzer ihre Weinkeller in den festen Sand, den ein Urmeer hier vor Millionen Jahren hinterlassen hat. Hier unten hat es das ganze Jahr über kühle zehn bis zwölf Grad, und wer leicht friert, bekommt zur Not sogar eine Decke. Bei der Führung spaziert man durch die jahrhundertealten Gänge, hört Geschichten aus Stadt und Region und erfährt, warum man hier besser nicht ans Fass klopft. Zum Abschluss gibt es dann noch ein Glas Wein aus der Region.
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