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Home Politik

Medizin-Ausbildung in NÖ-Spitälern: Streit um bevorzugte Plätze für Privatuni-Studierende

Daniela Haunold von Daniela Haunold
14. Juli 2026
in Politik
Lesezeit: 3 min zum Lesen
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Drei Medizinstudierende im Universitätsgebäude

Das Klinisch-Praktische Jahr ist der letzte große Ausbildungsschritt im Medizinstudium. Das Vergabesystem der Plätze sorgt nun für Kritik in NÖ. Foto: pexels/Gustavo Fring/https://www.pexels.com/de-de/foto/menschen-frau-bucher-freunde-3985154/

In den niederösterreichischen Spitälern ist ein Streit über die Vergabe von Ausbildungsplätzen entbrannt. Konkret geht es um die Frage, ob Studierende der Karl Landsteiner Privatuniversität (KL) in Krems bei der Zuteilung von Plätzen für das Klinisch-Praktische Jahr (KPJ) besser gestellt wurden als jene öffentlicher Medizinunis. Die Landesgesundheitsagentur (LGA) weist das zurück. Die SPÖ pocht auf Transparenz.

Was ist das Klinisch-Praktische Jahr?

Das Klinisch-Praktische Jahr ist der letzte große Baustein im Medizinstudium. Angehende Ärztinnen und Ärzte arbeiten dabei direkt an Krankenhäusern. Sie durchlaufen verschiedene Stationen. Außerdem sammeln sie dort jene Praxiserfahrung, die später entscheidend ist. Wer hier keinen guten Platz bekommt, hat es im weiteren Studienverlauf schwerer. Kein Wunder, dass die Plätze heiß umkämpft sind.

Ins Rollen gebracht hat die Debatte ein Bericht von oe24. Demnach wussten KL-Studierende offenbar schon vor dem offiziellen Anmeldestart, welche KPJ-Plätze an niederösterreichischen Kliniken frei waren. Für Kritiker ist das ein klarer Wettbewerbsvorteil gegenüber Studierenden öffentlicher Unis. Diesen waren diese Informationen vorab nicht bekannt und sie gingen leer aus.

“Jeder kann sich bewerben” – LGA weist Vorwürfe zurück, SPÖ sieht Erklärungsbedarf

Die Landesgesundheitsagentur sieht das anders. Die frühere Information habe schlicht mit der Kooperation zwischen der Karl Landsteiner Privatuniversität und den niederösterreichischen Universitätskliniken zu tun, erklärte man gegenüber oe24. Weil KL-Studierende dort Teile ihrer Ausbildung absolvieren, brauche es eben organisatorische Abstimmung im Vorfeld.

Davon abgesehen, gebe es genug KPJ-Plätze. Und: Studierende aller Universitäten könnten sich um Plätze in Niederösterreich bewerben. Von einer Benachteiligung könne daher keine Rede sein, so die LGA.

Hergovich fordert ein transparentes System für alle

SPÖ-Landesparteivorsitzender und Kontroll-Landesrat Sven Hergovich sieht das anders. Er spricht von einer „skandalösen Bevorzugung von Privatuni-Studierenden“. Außerdem ortet er darin ein Transparenzproblem bei der Landesgesundheitsagentur.

„So lange die Zentrale Jahr für Jahr mehr Geld verschlingt und außer (…) einer skandalösen Bevorzugung von Privatuni-Studierenden nichts zusammenbringt, braucht man über andere Einsparungen gar nicht zu reden“, so Hergovich in einer Aussendung.

Der SPÖ geht es dabei um mehr als nur diesen einen Fall: Weil Ausbildungsplätze in Landeskliniken letztlich aus öffentlichen Mitteln finanziert werden, müssten sie nach Ansicht der Partei auch nach nachvollziehbaren, transparenten Kriterien vergeben werden.

Öffentliche versus private Medizin-Ausbildung

Hinter dem konkreten Streitfall steckt ein größeres Thema. Es geht um das Spannungsfeld zwischen öffentlicher und privater Medizinausbildung. Studierende öffentlicher Unis kommen über das bundesweite Aufnahmeverfahren MedAT an ihren Platz. An Privatunis werden Studiengebühren bezahlt. Kritikerinnen und Kritiker betonen, dass finanzielle Aspekte bei öffentlich finanzierten Ausbildungsplätzen an Landeskliniken keine Rolle spielen dürfen. Daher sollte der Zugang für alle gleich sein.

Befürworterinnen und Befürworter der Zusammenarbeit mit der  Karl Landsteiner Privatuniversität verweisen dagegen auf den Beitrag der Privatuni zur Ärzteausbildung insgesamt. Beim aktuellen Ärztemangel brauche es zusätzliche Ausbildungswege, um den Bedarf im Gesundheitswesen langfristig zu decken.

Die Rolle der Karl Landsteiner Privatuniversität

Die 2013 gegründete Karl Landsteiner Privatuniversität mit Sitz in Krems hat sich auf Gesundheitswissenschaften spezialisiert. Sie arbeitet eng mit mehreren niederösterreichischen Universitätskliniken zusammen, die ihr zugleich als Ausbildungs- und Forschungsstandorte dienen.

Genau diese enge Verbindung steht jetzt im Zentrum der Debatte: Wo Uni und LGA einen organisatorischen Vorteil für die Ausbildung sehen, befürchten Kritiker eine Ungleichbehandlung gegenüber Studierenden anderer Hochschulen.

Forderung nach Aufklärung

Die SPÖ fordert volle Aufklärung darüber, wie die KPJ-Plätze tatsächlich vergeben wurden – jeder Zweifel an einer Bevorzugung solle ausgeräumt werden. Ob daraus weitere politische Konsequenzen folgen, ist offen. Fix ist nur: Das Thema Chancengleichheit im niederösterreichischen Gesundheitssystem wird die Beteiligten wohl noch länger begleiten.

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Schlagworte: Karl Landsteiner UniversitätKlinisch-Praktisches JahrLandesgesundheitsagenturLGALGA NÖMedizin-Ausbildung NiederösterreichPrivatuni
Daniela Haunold

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