Der niederösterreichische Energieversorger EVN hat im ersten Quartal 2025/26 erneut ein deutliches Gewinnplus verzeichnet. Das Konzernergebnis stieg um 9,8 Prozent auf 126,9 Millionen Euro. Während der Umsatz leicht zulegte, gingen das operative Ergebnis und die Stromerzeugung zurück. Eine repräsentative Umfrage unter 462 Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern zeigt nun: Zwei Drittel (67%) der Befragten wollen, dass die EVN ihre Übergewinne an Haushalte zurückzahlt.
EVN steigert Gewinne – Stromerzeugung bricht um 10% ein
Die EVN hat seit dem Geschäftsjahr 2022/23 rund 1,5 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaftet – während die Energiepreise für die Verbraucherinnen und Verbraucher stark gestiegen sind. Der Landesenergieversorger profitierte außerdem durch steigende Strompreise und hohe Dividenden aus der Beteiligung am staatlichen Stromkonzern Verbund. Auch im ersten Quartal 2025/26 hat das Unternehmen ein Gewinnplus erzielt. Das Konzernergebnis stieg um 9,8 Prozent auf 126,9 Millionen Euro.
Der Umsatz der EVN stieg von Oktober bis Dezember 2025 um 3,3 Prozent auf 830,7 Millionen Euro. Grund dafür waren vor allem regulierte Preise bei den Stromnetzen in Niederösterreich und Bulgarien. Im eigentlichen Kerngeschäft lief es jedoch weniger stark: Der Gewinn aus dem laufenden Geschäftsbetrieb sank um 7,8 Prozent auf 153,2 Millionen Euro. Auch das Ergebnis vor Abschreibungen ging um 2,2 Prozent zurück. Gründe dafür waren höhere Netzkosten, gestiegene Personalausgaben und geringere Gewinne aus Beteiligungen wie der Burgenland-Energie.
Weniger erneuerbare Energie produziert
Auch bei der Stromproduktion gab es einen Rückgang: Insgesamt erzeugte die EVN um 10,1 Prozent weniger Strom als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Zwar wurden Wind- und Solaranlagen weiter ausgebaut, doch schlechtere Wind- und Wasserbedingungen führten dazu, dass die erneuerbare Erzeugung trotzdem um 8,9 Prozent sank. Dass der Nettogewinn dennoch deutlich gestiegen ist, liegt laut Unternehmen vor allem an einem besseren Finanzergebnis und niedrigeren Steuerbelastungen.
Umfrage: Mehrheit hält EVN-Tarife für zu teuer
Eine von NÖ Aktuell in Auftrag gegebene Studie zeigt: Viele Verbraucherinnen und Verbraucher empfinden die EVN-Stromtarife als zu teuer. Insgesamt 79 % der Befragten bewerten die aktuellen Preise als zu hoch. Aufgrund der massiven Übergewinne des Energieversorgers verfestigt sich bei vielen Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern der Eindruck, dass diese Profite auf Verbraucherkosten erzielt wurden.

Breite Zustimmung in Umfrage: EVN soll Gewinnanteile an NÖ-Haushalte zurückzahlen
Ein Vorschlag, den die SPÖ NÖ wiederholt in die aktuelle Diskussion um Energiepreise einbringt, lautet, einen Teil der EVN-Übergewinne in Form von Tarifvergünstigungen an die Menschen im Land zurückzugeben. Unsere Umfrage zeigt, dass diese Idee auf breite Zustimmung stößt: Mehr als 90 Prozent der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher sprechen sich dafür aus, die zusätzlichen Gewinne der EVN zur Entlastung der Haushalte zu verwenden.

EVN plant Milliardeninvestitionen in Nordmazedonien
Die EVN kündigte nach starkem Druck eine Tarifsenkung ab 1. April 2026 an. Das Unternehmen hält außerdem an seinem Investitionsprogramm fest. Bis 2030 sollen jährlich rund eine Milliarde Euro investiert werden, vier Fünftel davon in Niederösterreich, aber auch in Osteuropa wie Nordmazedonien. Geplant sind Investitionen in Netzinfrastruktur, erneuerbare Energie, Großbatteriespeicher, E-Ladeinfrastruktur und Trinkwasserversorgung. Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet die EVN ein Konzernergebnis zwischen 430 und 480 Millionen Euro.
SPÖ sieht Land in der Verantwortung
Scharfe Kritik kommt vom SPÖ NÖ-Landesparteivorsitzenden Sven Hergovich. Angesichts steigender Gewinne fordert er die schwarz-blaue Landeskoalition in Niederösterreich erneut zum Handeln auf. Da das Land Niederösterreich Mehrheitseigentümer der EVN ist, ließen sich die Übergewinne direkt zur Entlastung der Verbraucherinnen und Verbraucher nutzen.
„Während viele Familien und Betriebe weiterhin unter hohen Energie- und Lebenshaltungskosten leiden, schreibt die EVN neuerlich ein millionenschweres Ergebnis. Das passt schlichtweg nicht zusammen“, so Hergovich.
Die SPÖ fordert seit Monaten eine spürbare Entlastung bei Strom- und Netzkosten sowie mehr Transparenz bei der Preisgestaltung. Wenn Gewinne steigen, müsse auch die Bereitschaft steigen, Kundinnen und Kunden zu entlasten, heißt es seitens der Partei.
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