Im tiefen Grün des Waldviertels befindet sich der Bärenwald Arbesbach. Der Tierschutzverein Vier Pfoten hat die Auffangstation 1998 erbaut und bietet seither Bären, die in unzureichenden Haltungsbedingungen aufgewachsen sind, ein neues, artgerechtes Zuhause. Jetzt sind die bärigen Bewohner aus der Winterruhe erwacht und sind wieder bereit für interessierte Besucherinnen und Besucher.
Der Bärenwald wurde 1998 von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten als Zufluchtsort für Bären in Not gegründet. Das Gelände im tiefen Grün des Waldviertels bietet Bären, die in einer nicht artgerechten Haltung aufgewachsen sind, ein neues, naturnahes und weitläufiges Zuhause. Über die letzten Jahrzehnte wurde der Bärenwald stetig erweitert und erstreckt sich mittlerweile auf eine Fläche von insgesamt 24.000 Quadratmeter. Die fünf Braunbären in Arbesbach lebten zuvor in Privatbesitz oder in Zoos – eine Vergangenheit, die ein Überleben in der freien Natur unmöglich macht. Im Bärenwald dürfen die Bären nun endlich ein artgerechtes Dasein genießen und zwischen Bäumen und Sträuchern faulenzen.

Die Bewohner der Auffangstation Bärenwald
Bärin Brumca ist seit der Gründung 1998 Bewohnerin des Bärenwaldes und somit das Urgestein der Auffangstation. Sie wurde in einem slowakischen Tierpark geboren und einem österreichischen Geschäftsmann geschenkt. Dieser sperrte die junge Brumca in einen 35 Quadratmeter großen Verschlag ein, wo sie einsam vor sich hinvegetierte, bevor sie der Verein Vier Pfoten befreien konnte. Auch die anderen vier Bärenwald-Bären waren ähnlich tristen Lebensbedingungen ausgesetzt.
Tierquälerei als Touristenattraktion – gerettete Restaurantbären aus Slowenien
Bis 2004 durften in Slowenien Braunbären, also frei lebende Wildtiere, von Privatpersonen eingefangen und gehalten werden – häufig als Attraktion und unter tierschutzwidrigen Bedingungen. Doch selbst nach der Gesetzesänderung durften frühere Halter die Tiere mit entsprechender Genehmigung weiterhin behalten. Deshalb lebten in Slowenien auch nach 2004 Braunbären in widrigen Bedingungen – wie auch Mici und Felix. Beide wurden jahrzehntelang als „Restaurantbären“ in kleine Käfige gesperrt und dienten als Attraktion und Publikumsmagnet für die Besucherinnen und Besucher der Restaurants.

Dem Verein Vier Pfoten ist es im Juni 2025 schließllich gelungen, Felix nach 30 Jahren als Restaurantbär zu befreien. Mici ist der neueste Zugang im Bärenwald und wurde im November letzten Jahres gerettet. Dank des Einsatzes der Tierschützerinnen und Tierschützer ist in Slowenien mittlerweile nur noch ein Bär namens Tim in Privathaltung. Vier Pfoten arbeiten auf Hochtouren, um auch Tim von seinem Leid befreien und nach Arbesbach bringen zu können. Um das erreichen zu können ist der Tierschutzverein auf Spenden angewiesen.

Heute können Mici und Felix, zusammen mit den anderen drei Braunbären endlich Erde unter den Tatzen spüren und einen artgerechten Lebensabend verbringen. Erfahrene Tierpflegerinnen und Tierpfleger umsorgen die fünf Bewohner. Sie verstecken das Futter, bestehend aus Obst, Gemüse und Fleisch, im ganzen Gehege, um die Bären zu beschäftigen und den natürlichen Lebensraum zu simulieren. Außerdem haben die Bären in Arbesbach auch die Möglichkeit ihre natürliche Winterruhe zu halten. Für Besucherinnen und Besucher ist die Auffangstation im Winter deshalb geschlossen. Seit dem 28. März ist der Bärenwald wieder geöffnet und heißt Klein und Groß herzlich Willkommen.
Bärenwald Arbesbach: Ein Ausflugsziel für die ganze Familie
Die Besucherinnen und Besucher können den Bärenwald auf einem 900 Meter langen Rundgang erkunden. Den Bären im Arbesbach stehen ausreichend Rückzugsorte und Verstecke zur Verfügung, wo sie in Ruhe verweilen können. Deshalb ist manchmal etwas Geduld notwendig, um die Bären bestaunen zu können. Nicht selten aber erwischt man die zotteligen Tiere beim Plantschen im Teich oder beim Faulenzen in der Sonne. Der ausgeschilderte Rundgang durch den Bärenwald wird unter anderem durch Ausstellungen, Spielmöglichkeiten und einem Niederseilgarten aufgelockert. Der Bärenwald ist außerdem barrierefrei zugänglich und begrüßt auch angeleinte Vierbeiner herzlich.

Mehrmals im Jahr finden auch Veranstaltungen im Bärenwald statt, wie zum Beispiel ein Kasperltheater, das Kindern die Welt der Bären näher bringt. Aber nicht nur auf dem Bärenwald-Gelände gibt es viel zu entdecken: Die sogenannten Bärentrail-Wanderungen starten an der Auffangstation, führen durch die prachtvolle Natur des Waldviertel und bieten einen idyllischen Einblick in die grünen, urigen Wälder Niederösterreichs. Die Miniaturform dieser Routen bilden die Teddybärentrails, die in etwa zwei Stunden eine besonders familienfreundliche Wanderung ermöglichen.
Liebe Leserinnen, liebe Leser!
Wenn Sie relevante Informationen zum Artikel beitragen können, schicken Sie uns doch eine Mail!






