Der Sommer treibt viele Menschen ans Wasser. Wir zeigen fünf ungewöhnliche, kühle Ausflugsziele in Niederösterreich, die genauso erfrischend sind – auf ganz andere Art: tief unter der Erde, durch einen jahrhundertealten Urwald und entlang einer Ader aus violettem Gestein. Wer offen für Ungewöhnliches ist, findet hier seine Sommerfrische abseits vom Badesee.
Kristalle in der Stollenwand: zu Besuch in der Amethyst Welt Maissau
In Maissau muss man für die Abkühlung unter die Erde, dafür wird man dort mit einem besonders schönen Anblick belohnt. Unter dem Weinviertler Ort verläuft nämlich die größte freigelegte Amethystader der Welt. Bei der Führung durch den Schaustollen funkelt einem die violette, wertvolle Variante des Minerals Quarz direkt aus der Stollenwand entgegen. Hier unten hat es das ganze Jahr über frische 17 Grad, also kühl genug zum Durchatmen, aber, ohne dass jemand eine warme Jacke braucht. Dabei entstehen Amethysten eigentlich selbst bei viel Hitze, geboren wurden sie nämlich bei glühenden Temperaturen, tief im Gestein. Ausgerechnet dieser Hitzestein lädt heute zu einem Abkühlungsausflug ein.
Für viele Familien ist das Schatzgräberfeld im alten Steinbruch das eigentliche Highlight, denn dort greift man selbst zur Schaufel und kann nach den violetten Steinen grab
en. Und auch der Name passt perfekt ins Weinviertel: Amethyst stammt aus dem Griechischen und heißt so viel wie „der, der vor Trunkenheit schützt“ – früher trug man ihn deshalb als Schutz vor zu viel Wein.
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Haus der Wildnis in Lunz am See: Ein Urwald zum Anschauen
Auch das nächste unserer kühlen Ausflugsziele in Niederösterreich liegt dort, wo man es am wenigsten erwarten würde. Denn mitten im Mostviertel wächst ein Wald, den fast niemand betreten darf. Rund um den Dürrenstein steht nämlich der letzte große Urwald des Alpenbogens, und der ist so streng geschützt, dass Besucher draußen bleiben müssen. Im Haus der Wildnis in Lunz am See kommt man diesem Wald trotzdem ganz nahe. Mit Virtual-Reality-Brillen, einem 180-Grad-Kino und vielen Mitmachstationen spaziert man hier durch den verbotenen Wald, ohne ihn zu stören. Nebenbei erfährt man zum Beispiel, wie Bäume unter der Erde miteinander reden, ein leuchtendes Baummodell macht das auch für Kinder sichtbar. Und auch die Lage könnte für eine Abkühlung kaum besser sein. Denn ganz in der Nähe liegt das Grünloch, eine Senke in den Bergen, in der es sogar im Sommer manchmal richtig kalt wird. Für alle, denen das noch nicht reicht, findet sich gleich ums Eck auch der Lunzer See für einen Sprung ins Wasser.
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Seegrotte Hinterbrühl: Bootsfahrt auf Europas größtem unterirdischem See
Wer glaubt, für eine Bootsfahrt braucht man freien Himmel über dem Kopf, der war noch nie in der Hinterbrühl im Wienerwald. Dort befindet sich der größte unterirdische See Europas – tief unter der Erde. Interessanterweise gibt es dieses Gewässer nur wegen eines Unfalls. Vor über hundert Jahren brach bei einer Sprengung Wasser in das damalige Gipsbergwerk ein. Der Bergbau war damit zwar Geschichte, dafür kann man das Ergebnis heute bestaunen. Bei der Führung geht es durch die alten Stollen hinunter bis zum Wasser, wo als Höhepunkt eine Bootsfahrt über den stillen See wartet. Konstante neun Grad hat es hier unten das ganze Jahr. Eine warme Jacke gehört deshalb auch im Sommer ins Gepäck. Ganz von selbst bleibt der See übrigens nicht so seicht, jede Nacht wird Wasser abgepumpt, sonst würde die Führung irgendwann selbst unter Wasser stehen.
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Sonnenwelt Großschönau: Ausstellung mit Weitblick unter einem kühlen Dach
Ausgerechnet am Sonnenplatz in Großschönau entkommt man der Sonne am ehesten. Dort steht nämlich die SONNENWELT, eine große Indoor-Ausstellung rund um Sonne, Energie und Nachhaltigkeit. Der Rundgang durch die Erlebniswelt ermöglicht eine Reise durch die Geschichte und die Beziehung der Menschen zur Sonne: von den ersten Menschen über die alten Ägypter und Römer bis in die Zukunft. Und überall darf mitgemacht werden. Zum Beispiel hebt man mit einem alten Tretkran schwere Lasten, ganz ohne Strom und nur mit Muskelkraft. Man lernt hier also, wie die Menschen seit Jahrtausenden mit der Kraft der Sonne leben, während man ihr selbst gerade aus dem Weg geht. Für Kinder gibt es draußen auch noch einen großen Spielplatz mit Kletterwand und Baumhaus. Und ganz nebenbei liegt der Ort auch noch so hoch, dass es hier meistens ein paar Grad kühler ist als im Flachland. Einen besseren Platz für eine Abkühlung gibt es also kaum.
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Hinter Panoramafenstern durch die Wachau: DDSG-Schifffahrt ab Krems an der Donau
Die wohl ungewöhnlichste Abkühlungsmöglichkeit des Landes steht nicht still und sie hat sogar einen Fahrplan. Die voll klimatisierten Schiffe der DDSG legen direkt von Krems an der Donau ab und fahren gemütlich durch die Wachau. Draußen flimmert die Hitze über den Weinterrassen, drinnen sitzt man im Kühlen hinter den Panoramafenstern und schaut zu, wie die Landschaft vorbeizieht. Die große Rundfahrt bis Melk dauert pro Richtung knapp zwei Stunden und führt vorbei an Burgruinen, Winzerdörfern und steilen Felshängen. Wem das zu lang ist, der nimmt einfach die kürzere Strecke bis Spitz. An Bord gibt es regionale Schmankerl und ein Glas Wachauer Wein. Und wer zwischendurch doch ein wenig Sonne tanken will, geht einfach hinauf aufs Sonnendeck. Wer stattdessen lieber etwas Abwechslung hat, kann für die Retourstrecke auf die Wachaubahn umsteigen und so den Ausblick einmal vom Wasser und danach von den Weinbergen aus genießen. Achtung: Aufgrund des aktuellen Niedrigwassers ist der Fahrplan derzeit zwar eingeschränkt, Donau-Schifffahrten aber weiterhin möglich. Weiterführende Informationen gibt es hier.
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Diese fünf ungewöhnlichen Ausflugsziele in Niederösterreich zeigen: Wer der Sommerhitze entkommen möchte, muss nicht zwingend ans Wasser. Auch niederösterreichische Klöster bieten kühle Räume und schattige Mauern. Außerdem erzählen die alten Gemäuer faszinierende Geschichten, die bis in die Zeit von Kaiser Joseph II. zurückreichen.
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