Auch im Mai steigt Niederösterreichs Arbeitslosigkeit weiter. Mit 54.422 Personen auf Jobsuche oder in einem Schulungsangebot des AMS liegt die Zahl rund 5 Prozent über dem Vorjahreswert. Damit steigt die Arbeitslosigkeit im Bundesland bereits seit 37 Monaten in Folge. Gleichzeitig geht die Anzahl der offenen Stellen deutlich zurück.
Ende Mai lag die Arbeitslosenquote in Niederösterreich bei 6,2 Prozent und damit um 0,3 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Insgesamt waren 43.942 Personen beim AMS arbeitslos gemeldet. Das sind 2.061 Menschen mehr als im Mai des Vorjahres. Rechnet man die Personen in Schulungsmaßnahmen hinzu, waren 54.422 Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher auf Jobsuche oder in Ausbildung. Das entspricht einem Plus von rund fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Arbeitslosenquote gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent gestiegen – Frauen und Ältere besonders betroffen
Besonders deutlich fiel der Anstieg erneut bei Frauen aus. Die Zahl der arbeitslosen Frauen erhöhte sich um 7,9 Prozent, bei den Männern lag das Plus bei 2,3 Prozent. Auch bei den über 50-Jährigen stieg die Arbeitslosigkeit um 6,1 Prozent. Ein leichter Rückgang wurde lediglich bei Jugendlichen bis 24 Jahre verzeichnet, hier sank die Zahl um 0,2 Prozent. Im Bundesländervergleich weist Niederösterreich derzeit den stärksten Anstieg der Arbeitslosigkeit auf. Österreichweit liegt die Arbeitslosenquote bei 7,1 Prozent.
Minus von 17 Prozent – offene Stellen gehen deutlich zurück
Während die Zahl der Arbeitssuchenden steigt, sinkt gleichzeitig das Angebot an offenen Stellen. Aktuell sind beim AMS Niederösterreich 12.094 freie Arbeitsplätze gemeldet. Das sind um 17 Prozent weniger als vor einem Jahr. Auch am Lehrstellenmarkt zeigt sich ein Rückgang. Derzeit stehen 970 offene Lehrstellen zur Verfügung, was einem Minus von 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Besonders stark fiel der Rückgang im Gesundheits- und Sozialwesen aus. Dort wurden um 40,2 Prozent weniger offene Stellen gemeldet als noch vor einem Jahr. Die Folge: Immer mehr Bewerberinnen und Bewerber konkurrieren um weniger freie Arbeitsplätze, wodurch sich die Jobsuche für viele verlängert.
AMS Niederösterreich bemüht sich um neue Arbeitsplätze
Um dem Rückgang bei den offenen Stellen entgegenzuwirken, hat das AMS Niederösterreich zwischen 13. April und 15. Mai verstärkt direkten Kontakt mit Unternehmen gesucht. Beraterinnen und Berater des Service für Unternehmen waren im gesamten Bundesland unterwegs und führten mehr als 2.200 Gespräche mit Betrieben.
Dabei konnten knapp 6.000 freie Arbeits- und Lehrstellen akquiriert werden. Seit Jahresbeginn haben zudem 6.303 junge Menschen, die zuvor beim AMS vorgemerkt waren, eine Beschäftigung aufgenommen. Weitere 5.230 Personen der Generation 50plus konnten wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden.
SPÖ NÖ sieht Landesregierung in der Pflicht
Angesichts der anhaltend steigenden Arbeitslosigkeit fordert die SPÖ Niederösterreich ein stärkeres Eingreifen der Landesregierung.
„Seit Monaten steigt die Arbeitslosigkeit in Niederösterreich schneller als im Bundesschnitt. Seit Monaten gibt es keine erkennbaren Aktivitäten der Landeskoalition. Dabei wird die Problemlage im Sommer nur noch größer werden.“, verdeutlicht Kontroll-Landesrat der SPÖ NÖ Sven Hergovich bei einer aktuellen Pressekonferenz.
Als mögliche Entlastung sieht die Partei niedrigere Energiepreise der EVN, die Verwendung von Übergewinnen zur Entlastung der Verbraucherinnen und Verbraucher sowie eine aktive Standortpolitik zur Unterstützung heimischer Betriebe.
Im Zentrum der Forderungen steht zudem ein Konjunkturpaket für Niederösterreich. Dieses soll zusätzliche Investitionen in den Wohnbau, die Digitalisierung und den Bildungsbereich ermöglichen und damit neue Beschäftigungsimpulse schaffen. Denn immer mehr Menschen sind auf die Unterstützung von Schuldnerberatungen angewiesen. Arbeitslosigkeit ist häufig ein wesentlicher Auslöser von finanziellen Problemen. Durch gezielte Investitionen und eine Stärkung der Wirtschaft kann dieser Entwicklung entgegengewirkt werden.
„Niederösterreich ist ein Industrieland. Wenn wir unsere Betriebe stärken, schaffen wir Arbeitsplätze und sichern Wohlstand. Dafür braucht es eine aktive Standortpolitik. Es ist nur eine Frage des politischen Willens“, betont Hergovich.
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