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Home Wirtschaft

EVN mit starkem Gewinnplus, Strompreise in NÖ weiter hoch

NÖ Aktuell Redaktion von NÖ Aktuell Redaktion
9. September 2026
in Wirtschaft
Lesezeit: 2 min zum Lesen
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EVN mit starkem Gewinnplus, Strompreise in NÖ weiter hoch

Die EVN hat ihren Gewinn in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres deutlich gesteigert. Gleichzeitig zählt der Landesenergieversorger bei Strom nicht immer zu den günstigsten Anbietern. Quelle: EVN Fotoarchiv EVN_Wärme_Mödling_0947(c)EVN_Wurnig (1)

Die EVN hat in den ersten neun Monaten ihres Geschäftsjahres 525,1 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet. Damit stieg das Konzernergebnis um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig bleiben die Strompreise für Kundinnen und Kunden in Niederösterreich vergleichsweise hoch.

Gewinnplus im 3. Quartal: EVN steigert Ergebnis um 20 Prozent

Zum höheren Gewinn des Landesenergieversorgers trugen mehrere Faktoren bei. Die EVN verdiente unter anderem mehr im Geschäft mit Strom‑ und Gaskundinnen und ‑kunden. Bei den Strompreisen zählt die EVN allerdings nicht zu den günstigsten Anbietern: Laut E‑Control‑Preismonitor (1. September 2026) liegen die gesamten Stromkosten für einen durchschnittlichen niederösterreichischen Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch beim EVN‑Standardtarif bei rechnerisch rund 29,9 Cent pro Kilowattstunde. Der günstigste Tarif im Netzgebiet – ein Verbund‑Angebot – kommt auf etwa 28,4 Cent, mehrere Alternativanbieter liegen noch darunter.

Auch die Einnahmen aus Geldanlagen und die Dividende aus der Beteiligung am Verbund wirkten sich positiv auf die Gewinnbilanz des Energieversorgers aus. Gleichzeitig hatte die EVN in einigen Bereichen höhere Ausgaben. Dazu gehörten zum Beispiel die gestiegenen Kosten für das Gasnetz in Niederösterreich.

Weniger Gesamtproduktion, höherer Ökostrom-Anteil

Bei der Stromerzeugung zeigt sich ein gemischtes Bild. Insgesamt produzierte die EVN mit 2.173 Gigawattstunden weniger Strom als im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang beträgt 4,2 Prozent. Bei den erneuerbaren Energien stieg die Produktion dagegen leicht. Trotz ungünstigerer Bedingungen für Wind- und Wasserkraft erzeugte die EVN 1.805 Gigawattstunden Strom aus erneuerbaren Quellen. Das entspricht einem Plus von 0,9 Prozent.

Dadurch erhöhte sich auch der Anteil erneuerbarer Energien an der gesamten Stromproduktion. Er liegt mittlerweile bei 83,1 Prozent. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 78,8 Prozent.Weniger Energie wurde hingegen an Endkundinnen und Endkunden verkauft. Der Stromabsatz sank um 1,2 Prozent, beim Gas waren es 2,1 Prozent weniger. Mehr verkauft wurde Wärme.

EVN erwartet besseres Jahresergebnis

Nach den ersten neun Monaten korrigiert der Konzern auch seine Prognose nach oben. Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet die EVN nun einen Gewinn zwischen 470 und 490 Millionen Euro. Zuvor lag die erwartete Bandbreite bei 430 bis 480 Millionen Euro.

Gleichzeitig konnte der Konzern seine Nettoverschuldung reduzieren. Sie sank seit Beginn des Geschäftsjahres von rund 1,16 Milliarden auf 942,2 Millionen Euro. Eine Rolle spielte dabei unter anderem die hohen Einnahmen durch die Stromkunden. 

Milliardeninvestitionen bis 2030 geplant

Unverändert bleibt der Investitionsplan der EVN. Bis 2030 will der Energieversorger jährlich rund eine Milliarde Euro investieren. Rund 80 Prozent davon sollen in Niederösterreich eingesetzt werden.

Das Geld soll unter anderem in Stromnetze, erneuerbare Energien, Speicher und Versorgungssicherheit fließen. Auch die Trinkwasserversorgung zählt zu den Investitionsschwerpunkten.

SPÖ fordert niedrigere Energiepreise

Die SPÖ Niederösterreich bewertet die geplanten Investitionen der EVN grundsätzlich positiv. Nach Ansicht der SPÖ müssten hohe Investitionen und niedrigere Energiepreise jedoch gleichzeitig möglich sein. 

Der Landesparteivorsitzende und Kontroll-Landesrat Sven Hergovich nimmt die deutlich gestiegenen Gewinne zum Anlass, erneut niedrigere Energiepreise zu fordern. Aus seiner Sicht sollte ein Teil des wirtschaftlichen Erfolgs auch bei den Kundinnen und Kunden ankommen. Gerade weil die EVN mehrheitlich dem Land Niederösterreich gehört und nach neun Monaten mehr als eine halbe Milliarde Euro Gewinn ausweist, sieht Hergovich Spielraum für weitere Preissenkungen. 

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Schlagworte: EVNEVN GewinnEVN ProduktionEVN StromHergovichSPÖ
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