Amstetten ☁️ 8°C
Bedeckt | 💨 14 km/h
Baden bei Wien ⛅ 11°C
Wolkig | 💨 7 km/h
Bruck an der Leitha ⛅ 12°C
Wolkig | 💨 25 km/h
Gänserndorf ⛅ 12°C
Wolkig | 💨 30 km/h
Gmünd ☁️ 6°C
Bedeckt | 💨 10 km/h
Hollabrunn ☁️ 10°C
Bedeckt | 💨 6 km/h
Horn ☁️ 7°C
Bedeckt | 💨 8 km/h
Korneuburg ☁️ 11°C
Bedeckt | 💨 12 km/h
Krems an der Donau ☁️ 8°C
Bedeckt | 💨 10 km/h
Lilienfeld ⛅ 7°C
Wolkig | 💨 5 km/h
Melk ⛅ 8°C
Wolkig | 💨 8 km/h
Mistelbach an der Zaya ⛅ 12°C
Wolkig | 💨 23 km/h
Mödling ⛅ 9°C
Wolkig | 💨 4 km/h
Neunkirchen ☀️ 13°C
Klar | 💨 13 km/h
St. Pölten ⛅ 7°C
Wolkig | 💨 8 km/h
Scheibbs ☁️ 4°C
Bedeckt | 💨 2 km/h
Tulln an der Donau ☁️ 9°C
Bedeckt | 💨 5 km/h
Waidhofen an der Thaya ☁️ 6°C
Bedeckt | 💨 5 km/h
Waidhofen an der Ybbs ⛅ 7°C
Wolkig | 💨 3 km/h
Wiener Neustadt ⛅ 14°C
Wolkig | 💨 21 km/h
Zwettl ☁️ 3°C
Bedeckt | 💨 2 km/h
NÖ Aktuell
Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Zitate
  • Geschichte
  • Niederösterreich Lexikon
  • Regionales
  • Gesellschaft
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Abo
    • Newsletter
    • Newsalert
NÖ Aktuell
  • Zitate
  • Geschichte
  • Niederösterreich Lexikon
  • Regionales
  • Gesellschaft
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Abo
    • Newsletter
    • Newsalert
Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
NÖ Aktuell
Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
Home Geschichte

Ein „Robin Hood“ aus dem Waldviertel? Johann Georg Grasel auf Raubzug durch Niederösterreich

NÖ Aktuell Redaktion von NÖ Aktuell Redaktion
21. Juli 2026
in Geschichte
Lesezeit: 4 min zum Lesen
A A
0
Ein „Robin Hood“ aus dem Waldviertel? Johann Georg Grasel auf Raubzug durch Niederösterreich

Johann Grasel und seine beiden Komplizen, hier festgenommen. Quelle: Wikimedia

Johann Georg Grasel gilt bis heute als einer der bekanntesten Räuber Niederösterreichs. Im Waldviertel ist er längst zur Marke geworden: Gasthäuser, Ausstellungen und versteckte „Graselhöhlen“ erinnern an den Mann, der angeblich die Reichen bestohlen und den Armen geholfen haben soll. Doch mit Robin Hood hatte Grasel so gut wie nichts gemeinsam. Hinter der romantischen Legende steckt die Geschichte eines gewalttätigen Räubers, der schon als Kind straffällig wurde, mit seiner Bandejahrelang Bauernhöfe überfiel und Niederösterreich in Angst und Schrecken versetzte.

Extreme Armut und Kriminalität: Erste Festnahmen im Alter von 9 Jahren

Johann Georg Grasel wurde am 4. April 1790 im mährischen Neuserowitz, dem heutigen Nové Syrovice, geboren. Seine Familie gehörte zum Berufsstand der Abdecker. Ihre Aufgabe war es, tote Tiere zu beseitigen und zu verwerten. Obwohl diese Tätigkeit die Ausbreitung von Krankheiten verhinderte , wurden Abdecker gesellschaftlich ausgegrenzt und mussten häufig außerhalb der Ortschaften leben.

Auch innerhalb der Familie fand Johann Georg wenig Halt: Grasels Vater Thomas war gewalttätig, trank viel und wurde wegen Einbrüchen und anderer Verbrechen mehrfach verhaftet. Die Familie lebte zeitweise vom Betteln. Johann Georg besuchte keine Schule und konnte weder lesen noch schreiben. Bereits im Alter von neun Jahren wurde er wegen kleiner Diebstähle und Herumtreiberei festgenommen. Im frühen 19. Jahrhundert war „Herumtreiberei“ (Vagabundage/Bettelei ohne festen Wohnsitz) eine eigene strafbare Handlung.

Auf Beutezug mit der Familie

Seinen ersten belegten Einbruch beging Grasel mit 15 Jahren – und nicht aus eigener Initiative. Im Jahr 1806 drängte ihn seine Mutter dazu, bei einem Einbruch in Raabs an der Thaya Schmiere zu stehen. Als Beute erhielt er Bettzeug, aus dem seine Mutter Kleidung für die Kinder nähte. Der Einbruch sollte kein Einzelfall bleiben: Später nahm ihn sein Vater regelmäßig auf Diebestouren mit.

Grasel erklärte viele Jahre später vor Gericht, sein Vater habe ihn seit seiner Kindheit zum Stehlen und Rauben gezwungen. Bei Misserfolgen habe er ihn geschlagen und sogar mit einem Messer verletzt. Mit einer anderen Erziehung, so Grasel, wäre er möglicherweise „ein anderer Mensch“ geworden.

Vom Gelegenheitsdieb zum gefürchteten Räuberhauptmann

Als junger Mann arbeitete Grasel kurz selbst als Abdeckergehilfe. Schon bald kehrte er dem Abdeckerhandwerk den Rücken und ging mit wechselnden Komplizen im Waldviertel und Weinviertel auf Raubzüge. Im Laufe der Zeit schlossen sich ihm immer mehr Kriminelle an. Seine Bande soll zeitweise aus mehreren Dutzend Menschen bestanden haben.
Die Gruppe überfiel Bauernhöfe, fesselte Bewohner:innen und misshandelte sie, bis sie die Verstecke ihrer Wertsachen verrieten. Von einer gezielten Auswahl reicher Opfer, wie es die spätere Legende nahelegt, kann dabei keine Rede sein: Die Überfallenen waren oft selbst einfache Bäuerinnen und Bauern. Häufig bestand die Beute lediglich aus Lebensmitteln, Kleidung, Bettwäsche oder kleineren Geldbeträgen.
Aus kleineren Diebstählen wurden mit der Zeit immer schwerere Gewalttaten. Grasel verletzte Menschen mit einem Messer, beteiligte sich an brutalen Überfällen und wurde sogar für den Tod mehrerer Menschen verantwortlich gemacht. Als schwerstes Verbrechen wertete das Gericht den Überfall auf die 66-jährige Anna Maria Schindlerin in Zwettl. Sie wurde im Mai 1814 bei einem Raubüberfall mit einer Eisenstange erschlagen.

Eine Karte mit den aufgezeichneten Verbrechen von Grasel und seinen Komplizen.
Quelle: Wikimedia Rogernot – Eigenes Werk

Nach Gefängnisausbrüchen: 100.000€ für die Ergreifung Grasels

Die Behörden suchten Grasel schließlich mit großem Aufwand. In einem Steckbrief aus dem Jahr 1815 wurde er als kühn, stark und geschickt beschrieben. Er trage Pistolen, Messer und ein Stilett bei sich und halte sich häufig in Wäldern und abgelegenen Abdeckerhöfen auf. Für seine Festnahme waren 4.000 Gulden Belohnung ausgesetzt – für damalige Verhältnisse eine enorme Summe. Der Betrag entspricht heute ungefähr 100.000 Euro.
Mehrmals gelang es Grasel, aus Gefängnissen zu fliehen. Im Jahr 1813 wurde er gemeinsam mit einem Komplizen in einem Gasthaus festgenommen. Weil Grasel vorgab, ein Deserteur (Kriegsdienstverweigerer) zu sein, brachte man ihn in ein Wiener Militärgefängnis. Aus der Rennwegkaserne konnte er jedoch in der Nacht auf den 7. Juli 1813 ebenfalls fliehen.

Erst im November 1815 gelang seine endgültige Festnahme. Die Behörden nutzten Grasels Freundin Therese Hamberger als Lockvogel. Gemeinsam mit dem Polizeispitzel David Mayer traf Grasel in einem Gasthaus in Mörtersdorf bei Horn ein. Als Mayer ihn angriff, wagten die anwesenden Gäste zunächst nicht einzugreifen. Erst nachdem er Grasel zu Boden gerissen hatte, halfen mehrere Männer dabei, den gefährlichen Räuber zu fesseln.

Johann Georg Grasel (Ausschnitt aus einem flachdruckverfahren)
Quelle: Wikimedia

Hinrichtung vor Zehntausenden Menschen

Nach seiner Festnahme brachten die Behörden Grasel rasch nach Wien. Die Ermittlungen dauerten mehr als zwei Jahre an. In insgesamt 141 Verhörsitzungen gestand er 205 Straftaten, die er zwischen 1806 und 1815 begangen hatte .
Am 28. Jänner 1818 verurteilte ein Militärgericht Grasel und seine Komplizen zum Tod durch den Strang. Drei Tage später wurden die drei Männer öffentlich auf einer Wiener Wiesenfläche, die außerhalb des Stadtgrabens der mittelalterlichen Ringmauer lag, gehängt. Zehntausende Menschen sollen die Hinrichtung verfolgt haben. Der Überlieferung nach blickte Grasel auf die Menschenmenge und sagte: „Jessas, so vül Leit!“

Wie Grasel zum „Robin Hood“ wurde

Die Vorstellung, Grasel habe gezielt wohlhabende Menschen beraubt und seine Beute unter Armen verteilt, lässt sich durch historische Quellen also nicht belegen. Nach der Hinrichtung Grasels wurde diese Legende immer weiter ausgeschmückt. In Erzählungen, Gedichten, Theaterstücken und Filmen erschien Grasel zunehmend als listiger Außenseiter, der sich gegen die Mächtigen stellte. Später griff auch der Tourismus das Bild auf und vermarktete Grasel als Marke: Gasthäuser, Ausstellungen und “Graselhöhlen”, in denen erbeutete Gegenstände versteckt sein sollen, erinnern bis heute an den Räuberhauptmann.
Dass Grasel heute glorifiziert wird, zeigt, wie leicht sich Geschichte vermarkten lässt. Am Ende bleibt kein authentisches Bild der Vergangenheit, sondern eine Erzählung, die ins regionale Marketing passt.

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Wenn Sie relevante Informationen zum Artikel beitragen können, schicken Sie uns doch eine Mail!

Newsalert

Kostenlos anmelden und keinen Artikel mehr verpassen!

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

WhatsApp-Kanal öffnen & dann folgen

Prüfe deinen Posteingang oder Spam-Ordner, um dein Abonnement zu bestätigen.

Schlagworte: Graselhöhlen NiederösterreichJohann Georg Grasel Robin HoodJohann Georg Grasl NÖLegende Johann Georg GraselNiederösterreich GeschichteRobin Hood Waldviertel Grasl
NÖ Aktuell Redaktion

NÖ Aktuell Redaktion

Ähnliche Nachrichten

Die Römer hinterließen ihre beeindruckenden Spuren auch entlang des niederösterreichischen Donaulimes. Etwa das Heidentor in Carnuntum. Bild: WikiCommons/Barnos/https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=158726053
Geschichte

Entlang des Donaulimes in Niederösterreich (Teil 2): Von Traismauer bis Carnuntum

Der erste Teil unserer Zeitreise führte von St. Pantaleon-Erla über Pöchlarn und die Wachau bis nach Mautern. Nun setzen wir...

von Lisa Fischer
12. Oktober 2026
Portrait von Joseph Haydn
Geschichte

Joseph Haydn: Ein Dorfkind aus Niederösterreich wird zum Klassik-Superstar

Rohrau, Hainburg, Mannersdorf: Niederösterreich war für Joseph Haydn mehr als sein Geburtsort. Hier verbrachte der spätere Komponist seine frühe Kindheit,...

von Lisa Schauer
24. September 2026
Nächster Post
Behördliche Überprüfung des Abwassers als Symbol für die Belastung der Umwelt durch PFAS

PFAS in Niederösterreich: „Ewigkeitschemikalien” in Trinkwasser, Umwelt und Alltagsprodukten

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Dialektwörter aus Niederösterreich entdecken Dialektwörter aus Niederösterreich entdecken Dialektwörter aus Niederösterreich entdecken
So wie diese Sandbucht oder so ähnlich hat Niederösterreich vor 20 Millionen Jahren ausgesehen. Bild: Unsplash/Onur Kaya

Niederösterreichs vergessenes Meer: Als im Weinviertel noch Haie schwammen

21. September 2026
Ein Notfallkrankentransportwagen in einer Tiefgarage

Notarzt-Stützpunkte: Gemeinden wehren sich gegen Schließungen

2. Oktober 2026
Überreste des römischen Kastells Favianis in Mautern an der Donau.

Donaulimes Niederösterreich: Eine Zeitreise von St. Pantaleon-Erla bis Carnuntum

29. September 2026
Bahnfahrten in Niederösterreich: Fünf letzte Ausflüge vor der Winterpause

Bahnfahrten in Niederösterreich: Fünf letzte Ausflüge vor der Winterpause

10. Oktober 2026
Junge, lachende Frau steht auf einem Feld und hält drei unterschiedlich geformte Kürbisse.

Kürbis- und Herbstfeste in Niederösterreich: Tipps für einen bunten Herbst

25. September 2025

Regional. Relevant. Echt. Ihre Nachrichten für Niederösterreich – stets nah am Geschehen. Wir berichten über aktuelle Themen, Hintergründe und Geschichten aus der Region, die Sie bewegen.

Unsere Zeitung

  • Über uns
  • Kontakt
  • Impressum
  • Datenschutz

Kategorien

  • Regionales
  • Gesellschaft
  • Politik
  • Wirtschaft

Newsletter

Melden Sie sich für unseren aktuellen Newsalert und unseren wöchentlichen Newsletter an und verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten mehr! Erhalten Sie exklusive Berichte, aktuelle Entwicklungen und tiefgehende Analysen direkt in Ihr Postfach.

Facebook-f Instagram

Welcome Back!

Login to your account below

Forgotten Password?

Retrieve your password

Please enter your username or email address to reset your password.

Log In
Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Niederösterreich Lexikon
  • Geschichte
  • Regionales
  • Gesellschaft
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Newsletter
  • Newsalert