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Home Regionales

Zehn Jahre Smart City: Ein Forschungsprojekt treibt Ebreichsdorfs Entwicklung voran

Lisa Schauer von Lisa Schauer
9. Juli 2026
in Regionales
Lesezeit: 3 min zum Lesen
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Rathaus Ebreichsdorf

Forschungsprojekt “Smart City Ebreichsdorf” für nachhaltige Stadtentwicklung. Bildquelle: Herzi Pinki / Wikimedia Commons / CC-BY-SA-3.0 commons.wikimedia.org/wiki/File:Town_hall_Ebreichsdorf.jpg

2016 startete die Stadtgemeinde Ebreichsdorf (Bezirk Baden) gemeinsam mit der TU Wien das Forschungsprojekt „Smart City Ebreichsdorf“. Ziel war es, gemeinsam mit der Bevölkerung Ideen für nachhaltige Mobilität, Energie und Grünräume zu entwickeln. Zehn Jahre später sind zahlreiche Visionen Realität: Der neue Bahnhof ist eröffnet, auf der ehemaligen Bahntrasse entsteht der Stadtpark Eberich und ein neuer Windpark versorgt tausende Haushalte mit nachhaltigem Strom.

Bahnhofsneubau gab den Startschuss für das Smart-City-Projekt

2016 begann der zweigleisige Ausbau der Pottendorfer Linie zwischen Ebreichsdorf und Unterwaltersdorf samt Neubau des Bahnhofs. Der neue Bahnhof sollte zum zentralen Verkehrsknotenpunkt für rund 40.000 Menschen werden und die Fahrzeit nach Wien auf 17 Minuten verkürzen. Dafür wurden der bisherige Bahnhof und die alte Bahntrasse aufgelassen. Die neue, rund zehn Kilometer lange Strecke führt über bisherige Ackerflächen.

Parallel dazu entstand gefördert vom Klima- und Energiefonds das Forschungsprojekt „Smart City Ebreichsdorf“. Unter der Leitung der TU Wien entwickelten die Stadtgemeinde Ebreichsdorf, der Energiepark Bruck/Leitha und die Energie- und Umweltagentur Niederösterreich ab Februar 2016 eine langfristige Strategie für die nachhaltige Entwicklung der Gemeinde. Im Mittelpunkt standen dabei keine konkreten Bauprojekte, sondern Leitlinien für das zukünftige Wachstum Ebreichsdorfs

Forschungsprojekt für Nachhaltigkeit setzt auf Beteiligung der Bevölkerung

Smart Cities nutzen digitale Technologien und innovative Konzepte, um Städte nachhaltiger, lebenswerter und effizienter zu gestalten. Im Mittelpunkt stehen nicht nur klimafreundliche Mobilität, sondern auch Maßnahmen, um erneuerbare Energie zu nutzen und entsprechende Projekte voranzutreiben. Besonders im Fokus steht auch die Lebensqualität für die Anrainerinnen und Anrainer: Etwa durch möglichst kurze Fußwege und ausreichend Grünräume. Ein wichtiger Bestandteil ist außerdem die Einbindung der Stadtbevölkerung, damit sich die Entwicklung der Gemeinde an den Bedürfnissen seiner Bewohnerinnen und Bewohner orientiert.

Bürger entwickeln Zukunftsvisionen für Verkehr, Energie, Ressourcen und Soziales

Genau diesen Ansatz verfolgte auch Ebreichsdorf. Statt fertiger Bebauungspläne entwickelten Expertinnen und Experten gemeinsam mit der Bevölkerung zunächst verschiedene Zukunftsszenarien für den neuen Bahnhof, das Bahnhofsumfeld und die frei werdende Bahntrasse. Untersucht wurden deren Auswirkungen auf Verkehr, Energie, Ressourcen, soziale Aspekte und die bestehenden Ortsteile.

Die Bevölkerung spielte während des gesamten Prozesses eine aktive Rolle. Bei Informationsveranstaltungen und Workshops wurden Wünsche, Ideen und Bedenken gesammelt. Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich mit einem energieautarken Ebreichsdorf bis ins Jahr 2030, rund 200 Bürgerinnen und Bürger nahmen an einer Umfrage zu Verkehr, Freizeit, Kultur und sozialem Leben teil. Die Ergebnisse flossen direkt in die weitere Planung ein.

Vom Stadt- bis zum Windpark: Viele Ideen sind heute Realität

Viele Ideen aus dem Smart-City-Prozess sind inzwischen Realität. Der neue Bahnhof wurde im September 2023 eröffnet und sorgt für eine deutlich bessere Anbindung an Wien. Gleichzeitig entwickelt sich das Bahnhofsumfeld zu einem neuen Wohn- und Wirtschaftsstandort. Bis 2027 wird zudem die Pottendorfer Linie mit der Modernisierung der Bahnhöfe Ebenfurth und Pottendorf-Landegg sowie weiteren Maßnahmen zur Kapazitätssteigerung ausgebaut.

Wartebereich des neuen Bahnhof Ebereichsdorf
Wartebereich des neuen Bahnhof Ebreichsdorf. Bildquelle: Linie 29 / Wikimedia Commons / CC-BY-SA-4.0 commons.wikimedia.org/wiki/File:Bahnhof_Ebreichsdorf_Wartebereich.jpg

Auch die ehemalige Bahntrasse erhielt eine neue Funktion. Auf dem früheren Gleisareal entsteht seit 2024 der rund 4,1 Kilometer lange Stadtpark Eberich auf einer Fläche von 113.000 Quadratmetern. Rad- und Gehwege, Sportangebote, Grünflächen und Aufenthaltsbereiche sollen das ehemalige Bahngelände in ein Naherholungsgebiet verwandeln. Viele Gestaltungsideen stammen aus einem Bürgerbeteiligungsprozess, bei dem mehr als 700 Vorschläge eingebracht wurden.

Im Bereich der erneuerbaren Energie schreitet die Entwicklung ebenso voran. Der Windpark zwischen Unterwaltersdorf und Seibersdorf befindet sich derzeit in der Fertigstellung. Zehn Windkraftanlagen sollen künftig rund 20.000 Haushalte mit Strom versorgen. Über eine Energiegenossenschaft können sich Bürgerinnen und Bürger am Projekt beteiligen.

Handelsflächen und Gastronomie: Neue Impulse für die Wirtschaft

Auch als Wirtschaftsstandort wächst Ebreichsdorf weiter. Im Mai 2026 erfolgte der Spatenstich für ein Multifunktionszentrum mit Handelsflächen, Hotel, Büros, Gastronomie, Fitnessstudio und weiteren Dienstleistungen. Bei der Planung standen Energieeffizienz, klimafreundliche Bauweise und moderne Architektur im Mittelpunkt. Die Eröffnung ist für 2027 vorgesehen

Das Forschungsprojekt ist zwar längst abgeschlossen, seine Auswirkungen prägen Ebreichsdorf jedoch bis heute. Zahlreiche Entwicklungen, vom neuen Bahnhof über den Stadtpark bis hin zu Energie- und Wirtschaftsprojekten, gehen auf die damals erarbeiteten Zukunftsvisionen zurück. Das zeigt, wie ein Forschungsprojekt die langfristige Entwicklung einer Stadt nachhaltig beeinflussen kann.

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Schlagworte: Beteiligung der BevölkerungEbreichsdorfMultifunktionszentrumNachhaltige EntwicklungNeuer BahnhofSmart CitiesSmart City EbreichsdorfStadtpark EberichTU WienWindpark
Lisa Schauer

Lisa Schauer

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