Amstetten 🌤️ 15°C
Heiter | 💨 8 km/h
Baden bei Wien ☀️ 17°C
Klar | 💨 10 km/h
Bruck an der Leitha ☀️ 16°C
Klar | 💨 16 km/h
Gänserndorf ☀️ 17°C
Klar | 💨 21 km/h
Gmünd ☀️ 13°C
Klar | 💨 5 km/h
Hollabrunn ☀️ 17°C
Klar | 💨 12 km/h
Horn ☀️ 16°C
Klar | 💨 15 km/h
Korneuburg ☀️ 18°C
Klar | 💨 17 km/h
Krems an der Donau ☀️ 16°C
Klar | 💨 6 km/h
Lilienfeld ⛅ 16°C
Wolkig | 💨 5 km/h
Melk ☁️ 17°C
Bedeckt | 💨 11 km/h
Mistelbach an der Zaya ☀️ 17°C
Klar | 💨 14 km/h
Mödling ☀️ 17°C
Klar | 💨 12 km/h
Neunkirchen ☁️ 17°C
Bedeckt | 💨 7 km/h
St. Pölten ☀️ 16°C
Klar | 💨 8 km/h
Scheibbs ⛅ 18°C
Wolkig | 💨 4 km/h
Tulln an der Donau 🌤️ 17°C
Heiter | 💨 9 km/h
Waidhofen an der Thaya ☀️ 14°C
Klar | 💨 10 km/h
Waidhofen an der Ybbs ☁️ 18°C
Bedeckt | 💨 8 km/h
Wiener Neustadt ☀️ 14°C
Klar | 💨 8 km/h
Zwettl ☀️ 13°C
Klar | 💨 7 km/h
NÖ Aktuell
Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Zitate
  • Geschichte
  • Niederösterreich Lexikon
  • Regionales
  • Gesellschaft
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Abo
    • Newsletter
    • Newsalert
NÖ Aktuell
  • Zitate
  • Geschichte
  • Niederösterreich Lexikon
  • Regionales
  • Gesellschaft
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Abo
    • Newsletter
    • Newsalert
Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
NÖ Aktuell
Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
Home Gesellschaft

PFAS in Niederösterreich: „Ewigkeitschemikalien” in Trinkwasser, Umwelt und Alltagsprodukten

Lisa Schauer von Lisa Schauer
23. Juli 2026
in Gesellschaft
Lesezeit: 5 min zum Lesen
A A
0
Behördliche Überprüfung des Abwassers als Symbol für die Belastung der Umwelt durch PFAS

PFAS wurden im Trinkwasser, der Umwelt und zahlreichen Alltagsprodukten nachgewiesen. Bild: Freepik/https://www.magnific.com/free-photo/full-shot-environmental-engineer-getting-water-sample_25128714.htm

Nachdem in Mannswörth PFAS im Leitungswasser nachgewiesen wurden, stehen die sogenannten Ewigkeitschemikalien erneut im Fokus. Sie stecken in zahlreichen Alltags- und Industrieprodukten – von Make-up über Regenjacken bis hin zu Feuerlöschschäumen. Seit Jänner 2026 gelten nun erstmals verbindliche EU-Grenzwerte für PFAS im Trinkwasser, um die Verbreitung der Stoffe einzudämmen. Private Hausbrunnen im Eigenbedarf bleiben davon aber weiter ausgenommen. Eine neue Testaktion soll für mehr Klarheit sorgen. 

Mannswörth und Neupölla: PFAS-Belastung in Niederösterreichs Trinkwasser

In Mannswörth (Bezirk Bruck an der Leitha) sorgt eine PFAS-Belastung seit Wochen für Diskussionen. Aufgrund neuer EU-Vorgaben wurde das Grundwasser privater Hausbrunnen im Mai 2026 untersucht. Dabei zeigte sich eine Überschreitung des geltenden PFAS-Grenzwerts. Ein Anrainer ließ sein Leitungswasser deshalb auf eigene Kosten testen. Die Analyse einer akkreditierten Prüfstelle ergab zwar einen Nachweis der Stoffe, allerdings in einer Konzentration unter dem geltenden Grenzwert.

Auslöser der Belastung waren PFAS-haltige Feuerlöschschäume, die früher auf dem Gelände der OMV-Raffinerie Schwechat eingesetzt wurden. Betroffenen Haushalten mit belasteten Hausbrunnen wurde empfohlen, das Grundwasser weder als Trinkwasser noch zur Gartenbewässerung, Poolbefüllung oder Tierhaltung zu nutzen. Die Gemeinde verweist stattdessen auf das öffentliche Trinkwassernetz, das laut aktuellen Tests unter dem Grenzwert liegt.

Mannswörth ist nicht der einzige betroffene Ort in Niederösterreich: Auch in Neupölla (Bezirk Zwettl) wurden Anfang des Jahres Belastungen des Trinkwassers durch Ewigkeitschemikalien bekannt. Eine Übersicht möglicher Verdachtsstandorte bietet die PFAS-Karte: Für Niederösterreich verzeichnet sie derzeit 14 Standorte, darunter den Truppenübungsplatz Pitten, die Deponie am Ziegelofen in St. Pölten sowie Verunreinigungen im Bereich der Kläranlage Krems.

Umweltchemiker geht von weiteren Fällen aus

Helmut Burtscher-Schaden, Umweltchemiker bei der Organisation Global 2000, zeigt sich im Gespräch mit NÖ Aktuell besorgt. Aus seiner Sicht ist es sehr wahrscheinlich, dass in den kommenden Jahren noch deutlich mehr belastete Standorte auftauchen werden.

„Wir müssen davon ausgehen, dass uns derzeit erst ein kleiner Teil der belasteten Standorte bekannt ist. Mögliche Risikobereiche sind insbesondere das Umfeld von Flughäfen, Feuerlöschübungsplätzen, Industrieanlagen und Deponien. Ohne gezielte Untersuchungen wissen die betroffenen Menschen häufig nicht, ob ihr Brunnenwasser belastet ist”, schätzt Burtscher-Schaden die Situation in Niederösterreich ein.

Wer sein Trinkwasser über das öffentliche Netz bezieht, ist von den strengen Kontrollpflichten bereits erfasst. Unsicherheit besteht vor allem bei privaten Hausbrunnen – genau hier setzt eine neue Testaktion an.

Testaktion soll PFAS-Belastungen sichtbar machen

Um weitere Verunreinigungen durch Ewigkeitschemikalien aufzudecken, startete die Umweltschutzorganisation Global 2000 im Juli eine österreichweite Testaktion für private Hausbrunnen. Ziel ist es, mögliche PFAS-Belastungen außerhalb öffentlicher Wasserversorgungen besser zu erfassen. Denn während öffentliche Wasserversorger inzwischen regelmäßig kontrollieren müssen, fallen private Hausbrunnen durch dieses Kontrollnetz. Mit der Aktion will die Organisation diese Lücke schließen, mögliche Belastungsschwerpunkte sichtbar machen und die Ergebnisse anonymisiert auf einer Österreichkarte veröffentlichen.  Im Zuge der Studie erhalten Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine preisreduzierte Laboranalyse auf 20 PFAS der EU-Trinkwasserrichtlinie.

„Private Hausbrunnen fördern oft vergleichsweise oberflächennahes Grundwasser, das durch lokale Schadstoffquellen meist stärker beeinträchtigt ist als tiefer liegende Quellen. Besonders relevant ist das, wenn sich im Einzugsgebiet mögliche PFAS-Quellen befinden”, verdeutlicht Burtscher-Schaden die Wichtigkeit der Aktion.

Wasser-, fett- und schmutzabweisend: „Ewigkeitschemikalien“ gelten als unzerstörbar

PFAS, kurz für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, umfassen mehr als 10.000 künstlich hergestellte Industriechemikalien. Sie weisen Wasser, Fett und Schmutz ab und wirken elektrisch isolierend.  Zudem sind sie schwer entflammbar und äußerst langlebig. Diese Beständigkeit hat ihnen den Namen “Ewigkeitschemikalien” eingebracht.

Doch gerade diese Eigenschaften sorgten aber auch dafür, dass sich PFAS seit ihrer Entwicklung Ende der 1930er-Jahre in unzähligen Produkten und Anwendungen durchsetzten. Sie sind heute fester Bestandteil in Make-up, Zahnseide, Regenjacken oder Badespielzeug, aber auch in Möbeln, Coffee-to-go-Bechern, Pfannen und Kleidung von Ultra-Fast-Fashion-Anbietern sowie Feuerlöschschaum, der wie im Fall Mannswörth zum Auslöser von Umweltbelastungen werden kann. Ohne PFAS gäbe es viele dieser Produkte in ihrer heutigen Form nicht.

Kaum abbaubar: Wie sich PFAS in Umwelt und Körper festsetzen

Die hohe Beständigkeit der Stoffe ist gleichzeitig ihr größtes Problem. PFAS werden in der Umwelt kaum abgebaut und bleiben dort über Jahrzehnte bestehen. Gelangen sie in Böden oder Gewässer, verbreiten sie sich oft großflächig und lassen sich nur mit erheblichem technischem Aufwand wieder entfernen. Mittlerweile wurden sie sogar in der Arktis und der Tiefsee nachgewiesen. Einige PFAS reichern sich außerdem in Pflanzen sowie in Fischen und Wildtieren an.

Besonders problematisch ist ihre Ausbreitung im Grundwasser. PFAS gelangen unter anderem über Feuerlöschschäume, Industrieprozesse, belastete Klärschlämme oder die Entsorgung PFAS-haltiger Produkte in den Boden. Von dort können sie ins Grundwasser gelangen – die wichtigste Ressource für die Trinkwasserversorgung. Damit landen PFAS am Ende genau dort, wo sie besonders unerwünscht sind: im Trinkwasser.

Einige Verbindungen können sich über Jahre im Körper anreichern. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) überschreitet ein Teil der europäischen Bevölkerung bereits die empfohlene tolerierbare Aufnahmemenge. Einzelne PFAS werden unter anderem mit einem geschwächten Immunsystem, erhöhten Cholesterinwerten in Verbindung gebracht. Einzelne PFAS-Verbindungen stehen außerdem im Verdacht, Krebs zu begünstigen und die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen.

EU und Österreich verschärfen Regelungen

Die Europäische Union schränkt PFAS deshalb seit Jahren schrittweise ein. Besonders problematische Stoffe wie PFOS oder PFOA sind bereits verboten oder stark eingeschränkt, da sie als besonders langlebig sowie gesundheitsschädigend gelten. Darüber hinaus prüft die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) derzeit einen Vorschlag mehrerer europäischer Staaten für ein weitreichendes PFAS-Verbot für Bereiche, in denen die Stoffe verzichtbar sind. Seit 12. Jänner 2026 gelten zudem erstmals EU-weit verpflichtende Grenzwerte für PFAS im Trinkwasser. Alle Mitgliedstaaten müssen die Stoffe regelmäßig überwachen und die Ergebnisse an die Europäische Kommission melden.

Österreich hat diese Vorgaben bundesweit mit einer Novelle der Trinkwasserverordnung umgesetzt. Darüber hinaus soll ein nationaler PFAS-Aktionsplan aus 2024 als Leitfaden für Behörden dienen, den Informationsaustausch verbessern und neue Umweltbelastungen möglichst verhindern.

Auch Burtscher-Schaden begrüßt die verschärfte Überwachung grundsätzlich: „Die neue Überwachungspflicht ist ein wichtiger Fortschritt.” Gleichzeitig seien aus Sicht von Global 2000 die derzeitigen Grenzwerte noch zu hoch. Österreich solle sich an strengeren Werten wie in Schweden orientieren. Langfristig lasse sich das Problem nur durch eine deutliche Reduktion des PFAS-Einsatzes lösen. Zum Vergleich: Schweden setzt für vier besonders problematische PFAS einen Richtwert von vier Nanogramm pro Liter, während in Österreich ein Grenzwert von 100 ng/L gilt.

„PFAS sind Ewigkeitschemikalien, die sich irreversibel in der Umwelt anreichern. Langfristig können wir das Problem nur an der Quelle lösen”, stellt Burtscher-Schaden klar.

PFAS-freie Produkte und „Scan4Chem“-App: Tipps für Verbraucherinnen und Verbraucher

PFAS sind weiterhin Teil unseres Alltags. Verbraucherinnen und Verbraucher können ihre persönliche Belastung jedoch verringern, etwa durch den Kauf PFAS-freier Produkte, den Verzicht auf unnötig beschichtete Verpackungen oder Alternativen wie Edelstahl- oder Gusseisenpfannen. Auch ein Blick auf die Inhaltsstoffe von Kosmetika kann helfen. Apps wie „Scan4Chem“ unterstützen dabei, Informationen über enthaltene Chemikalien abzurufen.

“Grundsätzlich lässt sich das PFAS-Problem nicht allein durch individuelles Verhalten lösen: Der wirksamste Schutz besteht darin, weitere PFAS-Einträge in Umwelt und Lebensmittelkette zu verhindern”, schließt Burtscher-Schaden.

Newsalert

Kostenlos anmelden und keinen Artikel mehr verpassen!

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

WhatsApp-Kanal öffnen & dann folgen

Prüfe deinen Posteingang oder Spam-Ordner, um dein Abonnement zu bestätigen.

Schlagworte: Alltags- und IndustrieprodukteEwigkeitschemikalien NÖGlobal2000 TestaktionHelmut Burtscher-Schaden PFASLöschschaum PFAS NÖPFAS NiederösterreichVerbrauchertipps PFAS
Lisa Schauer

Lisa Schauer

Ähnliche Nachrichten

Symbolbild einer Frau im Bewerbungsgespräch für hohe Arbeitslosigkeit unter Frauen
Gesellschaft

Arbeitslosigkeit in Niederösterreich: Frauen besonders stark betroffen

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit in Niederösterreich um fünf Prozent gestiegen. Insgesamt sind 58.690 Personen ohne Job oder...

von Lisa Schauer
22. April 2026
Symbolbild Arztgespräch für Social Prescribing gegen Einsamkeit und Überlastung
Gesellschaft

Ein Rezept gegen Einsamkeit: Social Prescribing in Niederösterreich

Immer mehr Menschen suchen aufgrund von Einsamkeit oder Überforderung im Alltag Hilfe bei ihren Hausärztinnen und Hausärzten. Eine mögliche Antwort...

von Lisa Schauer
30. März 2026

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Der Thalhof an der Rax ist ein beliebtes Ausflugsziel in Niederösterreich

Thalhof an der Rax: Einst Grand Hotel der Sommerfrische, heute Kultur- und Wanderziel

7. Juli 2026
Japanischer Staudenknöterich, angerichtet auf einem Teller

Aufessen, was sich ausbreitet: Japanischer Staudenknöterich als unkonventionelles Gemüse

7. Juli 2026
Eine junge, lächelnde Ärztin mit Stethoskop im Krankenhaus

Erfolg für SPÖ-Petition: HNO-Abteilung im Klinikum Mistelbach bleibt erhalten

13. Juli 2026
Lost Place Niederösterreich

Verschwundene Dörfer, verlassene Fabriken: Lost-Places-Tourismus in Niederösterreich

12. Februar 2026
Ein „Robin Hood“ aus dem Waldviertel? Johann Georg Grasel auf Raubzug durch Niederösterreich

Ein „Robin Hood“ aus dem Waldviertel? Johann Georg Grasel auf Raubzug durch Niederösterreich

21. Juli 2026

Regional. Relevant. Echt. Ihre Nachrichten für Niederösterreich – stets nah am Geschehen. Wir berichten über aktuelle Themen, Hintergründe und Geschichten aus der Region, die Sie bewegen.

Unsere Zeitung

  • Über uns
  • Kontakt
  • Impressum
  • Datenschutz

Kategorien

  • Regionales
  • Gesellschaft
  • Politik
  • Wirtschaft

Newsletter

Melden Sie sich für unseren aktuellen Newsalert und unseren wöchentlichen Newsletter an und verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten mehr! Erhalten Sie exklusive Berichte, aktuelle Entwicklungen und tiefgehende Analysen direkt in Ihr Postfach.

Facebook-f Instagram

Welcome Back!

Login to your account below

Forgotten Password?

Retrieve your password

Please enter your username or email address to reset your password.

Log In
Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Niederösterreich Lexikon
  • Geschichte
  • Regionales
  • Gesellschaft
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Newsletter
  • Newsalert