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Home Politik

Neues Fördermodell soll Freibäder in Niederösterreich retten

Daniela Haunold von Daniela Haunold
11. Juni 2026
in Politik
Lesezeit: 3 min zum Lesen
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1
Freibad und Turmspringer

Viele niederösterreichische Gemeindebäder kämpfen mit steigenden Kosten und Personalmangel – die SPÖ fordert deshalb ein Fördermodell nach Tiroler Vorbild. Bild: pixabay/logi30/https://pixabay.com/de/photos/freibad-springen-kopfsprung-4663122/

Immer mehr niederösterreichische Gemeindebäder kämpfen mit steigenden Kosten und Personalmangel. Mit Verweis auf aktuelle Beispiele aus Krumbach und Pulkau fordert die SPÖ Niederösterreich nun ein eigenes Landesförderprogramm, um Schließungen von Freibädern zu verhindern und ihren langfristigen Erhalt zu sichern.

Personalmangel und finanzielle Belastungen setzen Gemeinden zu

Die Zukunft vieler Gemeindebäder in Niederösterreich ist zunehmend ungewiss. Steigende Betriebskosten, Personalmangel und die angespannte finanzielle Lage vieler Gemeinden sorgen laut der SPÖ Niederösterreich dafür, dass immer mehr Freibäder finanziell unter Druck geraten. Die Fälle Krumbach und Pulkau zeigen aus Sicht der Partei deutlich den Handlungsbedarf – gefordert wird daher ein eigenes Landesfördermodell nach Tiroler Vorbild.

„Wenn ein Freibad in Niederösterreich zusperrt, verschwindet nicht nur ein Becken mit Wasser – dann reißt es ein Stück soziale Infrastruktur aus dem Herzen unserer Gemeinden“,

betont SPÖ-Landesparteivorsitzender und Kontroll-Landesrat Sven Hergovich.

Krumbach und Pulkau als aktuelle Beispiele

In Krumbach in der Buckligen Welt wird das Freibad heuer erstmals ohne Eintritt betrieben. Hintergrund ist laut SPÖ nicht ein neues Serviceangebot, sondern der Mangel an qualifiziertem Aufsichtspersonal. Da die erforderlichen Voraussetzungen für einen regulären Badebetrieb mit Eintrittsgeldern nicht erfüllt werden können, setzt die Gemeinde auf einen Betrieb mit möglichst wenig Personal und appelliert an die Eigenverantwortung der Besucherinnen und Besucher.

Auch in Pulkau stand das örtliche Sonnenwaldbad vor dem Aus. Nach einem Gemeinderatsbeschluss zur Schließung Anfang des Jahres gründete sich ein Förderverein, der innerhalb kurzer Zeit mehr als 400 Mitglieder gewinnen konnte. Unterstützt von einer Bürgerinitiative mit über 1.700 Unterschriften konnte das Bad schließlich weitergeführt werden.

Rund 130 Freibäder in Niederösterreich

Nach Angaben der SPÖ gibt es in Niederösterreich rund 130 Freibäder. Viele Betreiber sehen sich mit steigenden Energie- und Personalkosten konfrontiert. Gleichzeitig werde es zunehmend schwieriger, qualifiziertes Rettungs- und Aufsichtspersonal zu finden. Auch steigende Eintrittspreise könnten laut der Partei künftig zu einer sozialen Herausforderung werden.

Als weiteres Problem nennt die SPÖ das Fehlen aktueller Datengrundlagen. Eine landesweite Bäderstudie, die den tatsächlichen Investitions- und Finanzierungsbedarf der Anlagen erfasst, existiere derzeit nicht. Zudem könne bereits jedes zehnte Kind zwischen fünf und 19 Jahren nicht schwimmen.

Tirol als Vorbild für ein Förderprogramm

Als Beispiel nennt die SPÖ das Land Tirol. Dort wurde nach einer unabhängigen Bäderstudie im Jahr 2024 der sogenannte „Tiroler Bädertopf“ beschlossen. Bis 2030 stehen dafür insgesamt 75 Millionen Euro zur Verfügung. Davon entfallen 50 Millionen Euro auf Neubauten und Sanierungen sowie weitere 25 Millionen Euro auf laufende Betriebsbeiträge. Gemeinden und Tourismusverbände beteiligen sich dabei an der Finanzierung.

Laut den vorliegenden Unterlagen werden Hallenbad-Neubauten mit bis zu 55 Prozent der förderbaren Kosten unterstützt, während für Sanierungen von Freibädern Förderungen von bis zu 20 Prozent vorgesehen sind. Zusätzlich umfasst das Modell Maßnahmen zur Förderung der Schwimmkompetenz von Kindern und Jugendlichen. Im Schuljahr 2024/25 nahmen laut SPÖ rund 29.000 Kinder und Jugendliche an dem Programm teil.

Vier Forderungen an das Land Niederösterreich

Die SPÖ Niederösterreich spricht sich für vier konkrete Maßnahmen aus:

  • Eine landesweite Bäderstudie im Jahr 2026,
  • die Entwicklung eines eigenen niederösterreichischen Bäderfördermodells nach Tiroler Vorbild,
  • kurzfristige Unterstützung für akut von Schließung bedrohte Gemeindebäder,
  • sowie die Sicherung eines leistbaren Zugangs für alle Bevölkerungsgruppen.

Hergovich fordert die Landesregierung zum Handeln auf:

In Tirol haben ÖVP und SPÖ gemeinsam 75 Millionen Euro in die Hand genommen, um das Bädersterben zu stoppen. In Niederösterreich schaut Schwarz-Blau zu, wie Vereine einspringen müssen, damit ein Freibad offenbleibt. Das ist der Unterschied zwischen Verantwortung und Wegschauen.

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Schlagworte: BadBädersterbenEintrittspreise Freibäder NÖFreibadFreibad NiederösterreichFreibäderFreibäder NÖGemeindebadSchwimmbad
Daniela Haunold

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Kommentare 1

  1. Anonym says:
    4 Monaten her

    Es wird noch schlimmer werden.
    Vielen Gemeinden wie zb. Stockerau fällt das Jahrelange „Wegschauen“ nun auf den Kopf.
    Dringende Sanierungsarbeiten wurden aus Geldmangel der ÖVP Stadtregierung unter den Tisch gekehrt.
    Das Restaurant im Stockerauer Bad ist seit fast 10 Monaten geschlossen weil es eine Ruine ist.
    Dank des beschlossenen Haushaltskonsolidierungsplanes wird auch in den kommenden Jahren nur notdürftig saniert, auch bei allen anderen Städtischen einrichtungen.
    Gute Nacht Österreich

    Antworten

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